Alles rund um Roaming

15.4.2019

Seit Juni 2017 dürfen Anbieter keine Zusatzgebühren für Telefonate, SMS-Versand und mobilen Internetzugang im EU-Ausland mehr verlangen. Gespräche von Deutschland ins EU-Ausland werden jedoch nicht günstiger. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Roaming.

 


 

 

 

Frau liegt in Hängemätte und tippt auf ihrem Handy
©Shutterstock/Peera_stockfoto

Generell bedeutet Roaming, dass sich ein Handy mit jedem weiteren Mobilfunknetz verbinden kann, das nicht das Heimnetzwerk ist. Also auch im Ausland. Für die Nutzung des fremden Netzes muss der Anbieter Geld bezahlen, das über die Roaming-Gebühren an die Kunden weitergegeben wird.

Was hat sich mit der EU-Verordnung geändert?

Seit Juni 2017 dürfen Anbieter keine Zusatzgebühren für Telefonate, SMS oder mobile Internetnutzung im EU-Ausland verlangen. Die Verordnung gilt in allen EU-Staaten sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein. So lange Großbritannien noch zur Europäischen Union gehört, gilt die Regelung auch dort. Außerhalb Europas, beispielsweise in der Türkei oder in der Schweiz, können nach wie vor Roaming-Gebühren erhoben werden.

Gibt es Grenzen für die Nutzung im Ausland? 

Ja, denn die Union will verhindern, dass EU-Bürger einen günstigen Vertrag im EU-Ausland abschließen und diesen dauerhaft in ihrem Heimatland nutzen.
Deswegen gibt es die sogenannte "Fair-Use"-Klausel:  Nutzer, die sich innerhalb eines Beobachtungszeitraums von vier Monaten mehr als zwei Monate im EU-Ausland aufhalten und dort überwiegend Roaming-Dienste nutzen, dürfen vom Anbieter verwarnt werden und müssen innerhalb von zwei Wochen eine "faire Nutzung" – also einen überwiegenden Aufenthalt und eine überwiegende Nutzung im Inland – nachweisen. 

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Gilt die Regelung überall?

Nein, außerhalb der EU gilt die Verordnung nicht. Im Zweifelsfall sollten Nutzer deswegen im Zielland die Datenverbindung und die Mailbox-Weiterleitung deaktivieren. Wer sich beispielsweise im Grenzbereich zur Schweiz bewegt, sollte das Handy auf manuelle Netzauswahl umstellen. Ansonsten kann sich das Telefon unbemerkt im Netz des Nachbarlands anmelden und das kann teuer werden. 

Worauf müssen Kreuzfahrtreisende achten?

Auf dem Schiff können für Verbraucher auch innerhalb der EU hohe Kosten entstehen. Denn für die auf vielen Schiffen eingerichteten Bord-Funknetze gilt die EU-Verordnung nicht. Eine Gesprächsminute kann bis zu 10 Euro kosten. Vor der Abreise sollte daher ein Blick in die Vertragsdetails geworfen oder beim Reiseanbieter nachgefragt werden. An Bord sollten Schiffsreisende die automatische Netzwahl des Telefons ausschalten. Sonst kann sich das Telefon unbemerkt über das teure Schiffsnetz anmelden, falls das Landnetz nicht verfügbar ist.

Infos zu Schiffshygiene, Seekrankheit & Co.Für Kreuzfahrer: 

Echtzeit-Verkehrslage europäischer Urlaubsländer

Durch den Wegfall der Roaming-Kosten ist es auch im EU-Ausland ohne Zusatzkosten möglich, die aktuelle Verkehrslage einzusehen. So können sich Urlauber über die App "ADAC Maps" beispielsweise Routen für Ausflüge anzeigen lassen oder sich vor der Heimfahrt ein Bild über die Verkehrslage auf der Reiseroute machen. Mit konkreten Angaben zu Reisetag oder Uhrzeit ist auch eine Prognose zur erwarteten Verkehrslage möglich. Der Routenplaner informiert über die voraussichtliche Fahrtzeit und die errechnete Verzögerung aufgrund von Staus.

Mit ADAS Maps einfach und schnell die Reiseroute planen