Thrombose auf Reisen: Symptome und Tipps zur Vorbeugung

junge Frau im Gang eines Flugzeugs
Langes Sitzen auf engem Raum im Flugzeug erhöht das Thrombose-Risiko ∙ © iStock.com/izusek

Bei Flugreisen, langen Bus- oder Autofahrten besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Thrombosen. Der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC gibt Tipps, was Sie zur Vorbeugung tun können.

  • Besonders gefährdet sind z.B. Raucher und Frauen, die die Pille nehmen

  • Wichtig zur Vorbeugung: ausreichend trinken

  • Übungen für die Beine bei Autofahrten und Flugreisen

Stundenlanges Sitzen ohne Bewegungspausen kann den Blutfluss in den Venen beeinträchtigen: "Blutpfropfen können auch größere Adern ganz verschließen", so ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer. Weil im Sitzen besonders die Venen in den Kniekehlen dauerhaft abgeknickt sind, betrifft dies vor allem die Unterschenkel, aus denen das Blut nicht mehr ungehindert abfließen kann.

Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, Alkohol und Kaffee (beide harntreibend) machen das Blut zusätzlich "dicker" und verschlimmern das Problem ebenso wie die fehlende "Muskelpumpe", die normalerweise durch Muskelanspannung der Beine den Blutfluss unterstützt.

Eine tiefe Venenthrombose sei ein ernstzunehmendes und schmerzhaftes Ereignis, so Dr. Schäfer. Wirklich gefährlich werde es jedoch, wenn ein Thrombus oder Teile davon sich lösen, via große Bauchvene und rechte Herzhälfte ihren Weg in die Lunge finden und dort zum Verschluss von Gefäßen führen. Eine solche Lungenembolie kann in seltenen Fällen zum Tod führen. All das muss nicht auf der Reise, sondern kann auch noch ein paar Tage nach Ankunft passieren.

Symptome einer Thrombose erkennen

Dumpfe Schmerzen im Bein können Anzeichen für eine Thrombose sein. Das Bein – oft auch nur der Unterschenkel – fühlt sich gespannt an, ist meistens überwärmt und manchmal auch rötlich-blau verfärbt. "Besonders, wenn man die Muskulatur zusammendrückt, kann das tüchtig wehtun", sagt Dr. Schäfer und rät, bei diesen Symptomen einen Arzt aufzusuchen.

Besonders gefährdet sind Raucher, Übergewichtige, Frauen, die die Pille nehmen, Schwangere, Tumorkranke, Frischoperierte und alle, die zu Krampfadern neigen, schon mal eine Venenerkrankung hatten oder unter einer erhöhten Blutgerinnungsneigung leiden. Personen mit mehreren dieser Risikofaktoren haben ein vielfach höheres Risiko.

Tipps zur Vorbeugung bei Autofahrten und Flugreisen

  • Auf Autoreisen alle eineinhalb bis zwei Stunden eine Bewegungspause einlegen, im Flugzeug ist alle halbe Stunde Fußgymnastik sinnvoll.

  • Pro Stunde einen großen Becher (0,2 bis 0,5 Liter) trinken – besser keinen Kaffee. Auf Alkohol sollten Sie sogar schon am Vorabend verzichten.

  • Wenn irgend möglich keine Einnahme von Beruhigungsmitteln, die die Muskelspannung herabsetzen und Ihre Bewegungen einschränken.

  • Die Beine nicht übereinanderschlagen und die Knie nicht zu stark beugen.

  • Bequeme Baumwollkleidung und im Zweifelsfall Kompressionsstrümpfe tragen.

  • Den Fußraum nicht unnötig einschränken, zum Beispiel durch Gepäck.

  • Flache, leichte Schuhe tragen und beim Laufen richtig abrollen, im Sitzen die Schuhe eher ausziehen.

  • Bei hohem Risiko nach Absprache mit dem Arzt gerinnungshemmendes Heparin spritzen oder spritzen lassen. Auch bei der Rückreise an diese Maßnahme denken.

Übungen für die Beine gegen Thrombose

  • Mindestens drei Minuten alle zwei Stunden auf der Stelle laufen, leicht federn, Füße dabei von der Ferse auf die Zehen rollen, Tempo steigern. Kniebeugen machen, Rücken gerade halten, so weit Sie hinunterkommen und so oft Sie können.

  • Je 15-mal eine Fußspitze am Boden aufsetzen, jeweils das andere Bein nach vorne anheben, den Fuß strecken und anziehen.

  • 20- bis 30-mal abwechselnd mit sanftem Druck von den Fersen auf die Ballen abrollen und umgekehrt.

  • 20- bis 30-mal Fußspitzen anheben und kräftige Drehbewegungen nach innen und außen machen, beide Fersen bleiben am Boden, Füße abwechselnd mit der ganzen Fußsohle am Boden fest heranziehen und wieder vorstrecken.

ADAC Informationen zur Reisemedizin

Weitere Infos erhalten ADAC Mitglieder vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter 089 76 76 77. Auch online finden Sie umfangreiche Informationen zu reisemedizinischen Themen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Andrea Steichele-Biskup
Redakteurin
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