Barrierefreier Tourismus in Deutschland

Eine junge Frau schiebt einen jungen im Rollstuhl durch eine Kunstausstellung, beide tragen medizinische Masken
Verlässliche Informationen bei der Planung helfen, den barrierefreien Traumurlaub zu verwirklichen© Shutterstock/SeventyFour

Menschen mit Behinderungen, Senioren und Familien mit kleinen Kindern müssen bei der Planung einer Reise wissen, ob die Gegebenheiten am Zielort ihren Bedürfnissen entsprechen und für sie komfortabel sind.

  • Verlässliche Informationen mit dem Projekt "Reisen für Alle"

  • Kunst für alle: Barrierefreie Ausstellungshighlights im Winter

  • Tipps zum Reiserecht

Barrierefreie Angebote finden mit "Reisen für Alle"

Wo gibt es Wanderwege, die mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar sind? In welchen Hotels sind Blindenhunde willkommen? Und welche Museen bieten Führungen für gehörlose Menschen an? Um derartige Fragen zu beantworten, wurde das Projekt "Reisen für Alle"* ins Leben gerufen, eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Initiative des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin e.V.

Unterschiedlichste touristische Angebote (wie z.B. Hotels, Campingplätze, Gastronomiebetriebe, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungsorte) werden nach umfangreichen, deutschlandweit einheitlichen Kriterien erfasst, bewertet und zertifiziert. Die Ergebnisse sind in einer Datenbank abrufbar, unterteilt nach Kategorie, Bundesland und Reiseregion. So können Reisende das touristische Angebot im Vorfeld auf persönliche Nutz- und Erlebbarkeit prüfen.

Hier können Sie nach barrierefreien touristischen Angeboten in Deutschland suchen*

Natur für Alle:
Frühlingsgrün und Blütenpracht barrierefrei erleben in Deutschlands Gärten

Im Frühling laden Parks und Gärten in Deutschland zum Besuch ein, und viele von ihnen sind barrierefrei zugänglich. Das junge Grün und ein Meer von Blumen, frische Frühlingsluft, Sonne und Vogelgezwitscher sind eine Labsal für Körper, Geist und Seele, auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Fränkisches Seenland:
Der Park der Residenz Ellingen - ein blaues Blütenwunder

Ein Meer von Blausternchen bzw. Scilla im Schlosspark Ellingen
Frühling im Schlosspark Ellingen © Tourismusverband Fränkisches Seenland

Zwischen Fränkischem Seenland und Naturpark Altmühltal bietet die Residenz Ellingen mit ihrem Park ein besonderes Frühlingsschauspiel. In dem um 1720 angelegten Barockarten, der später im Stil englischer Landschaftsgärten umgestaltet wurden, blühen ab März unter den alten Bäumen tausende Blausternchen (Scilla). Es ist eine Freude, die Rasenflächen mit ihrem blauen Blütenkleid zu betrachten, und das malerische Naturwunder ist über die Parkwege barrierefrei zugänglich. Da die Blausternchen nur etwa vier Wochen blühen, sollte man sich rechtzeitg auf den Weg machen.

Schlosspark Dennenlohe - das Blumenreich des Barons

Brücke mit Wasser und Blüten im Schlossgarten Dennenlohe im Fränkischen Seenland
Blumenreich im Schlosspark Dennenlohe © Tourismusverband Fraenkisches Seenland/Schloss Dennenlohe

Im Schlosspark Dennenlohe, nur etwa 30 km von Ellingen entfernt, wachsen mehr als 250 Rhododendren- und Azaleenarten, den Anfang aber machen auch hier ab März Blausternchen, gefolgt von Osterglocken und Christ- und anderen Rosen. Bei einer privaten Führung stellt Baron von Süsskind sein Blumenreich persönlich vor. An den Schloss- und Gartentagen Ende Mai ist auch der innere Schlossgarten geöffnet. Hier gilt es den Persischen Garten mit seinen Wasserläufen zu bewundern, oder im Englischen Lustgarten, im Kirschgarten oder im romantischen Rosengarten am Schloss eine Pause einzulegen. Die Wege des Parks sind barrierefrei zugänglich.

Ruppiner Seenland:
Schlosspark Oranienburg - Lustgarten und Tulpenfieber

Ein Weg mit roten Tulpen im Schlosspark Oranienburg im Frühling
Tulpen im Schlosspark Oranienburg © TKO/Vivienne Netzeband

Im Ruppiner Seenland nördlich von Berlin bezaubert der Park von Schloss Oranienburg mit tausenden Tulpen in allen Formen und Farben. Der Lustgarten im holländischen Stil geht auf das 17. Jahrhundert zurück und bietet neben Tulpen auch Hyazinthen, Narzissen und viele andere Blumen mehr. Auch die modernen Themengärten und originellen Gartenzimmer sind wie der übrige Park barrierefrei zugänglich, desgleichen das Café. In der Bibiliothek kann man sich gratis Bücher ausleihen. Zum bunten Rahmenprogramm des Schlossparks gehören Führungen, Lichtkunst, Konzerte und Feste. Und Geburtstagskinder haben freien Eintritt.

Magdeburg:
Elbauenpark - Jahrtausendturm im Blumenreich

Tulpen in gelb, lila und rot bei der großen Tulpenschau im Elbauenpark in Magdeburg
Frühling im Elbauenpark Magdeburg © MVGM/Andreas Lander

Auch im Elbauenpark Magdeburg blühen im Frühling Tulpen in allen nur denkbaren Farben um die Wette. Zu den mehr als 100 Tulpensorten, einige eigens für den Park gezüchtet, kommen Krokusse, Narzissen und das bis zu 1,50 Meter hoch aufwachsende Zierlauch (Allium). Später blühen dann Dahlien, Rhododendren, Azaleen und Rosen. Verschiedene Themengärten laden zur Besinnung und Reflexion über Schlüsselbegriffe des Lebens ein. Wahrzechen des Elbauenparks ist der 60 Meter hohe Jahrtausendturm, das höchste Holzgebäude seiner Art. Die Ausstellung im Innern dokumentiert die Wissenschafts- und Technikgeschichte seit der Antike. Das Erdgeschoss ist barrierefrei zugänglich, ebenso das gläserne Schmetterlingshaus, in dem man hunderte Schmetterlinge beobachten kann. Auch eine Rundfahrt mit dem Elbauen-Express durch den nach „Reisen für Alle“ zertifizierten Park ist möglich. Außerdem werden Führungen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen angeboten.

Eifel:
Landschaftstherapeutischer Park Römerkessel - vom Segen der Natur

Brücke, Insel, Bäume und ein Kreisförmiger See im Sommer im Fürstengarten im Landschaftstherapeutischen Park Römerkessel in Bad Bertrich
Landschaftstherapeutischer Park Römerkessel



© GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

Eingebettet in die faszinierende Naturlandschaft der Vulkaneifel liegt der Landschaftstherapeutische Park Römerkessel in Bad Bertrich. Er ist der erste seiner Art in Europa und sein Konzept beruht auf der Beobachtung, dass Landschaften und deren sinnliche Wahrnehmung heilende Wirkung auf Körper und Seele ausüben. Der nach „Reisen für Alle“ zertifizierte Park ist barrierefrei zugänglich und verfügt über sieben Themenbereiche: Kräutergarten, Entspannungsgarten, Stiller Garten, Lavagarten, Bewegungsgarten, Terrassengarten und Fürstengarten. Es gibt Heil- und Duftpflanzen, Gesteine, Durch- und Ausblicke, Ruheorte, Teich und Sandplatz sowie Tafeln mit inspirierenden Texten.

Detaillierte Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Angebote finden Sie bei Reisen für Alle.

Informationspflicht der Reisevermittler und Reiseveranstalter

Seit dem 1.7.2018 müssen die vorvertraglichen Informationen der Reisevermittler und Reiseveranstalter ausdrücklich Hinweise enthalten, ob die jeweilige Reise auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität geeignet ist. Daher muss jede Reiseausschreibung (z.B. in Prospekt oder Katalog) darüber informieren, ob die Reise z.B. für Rollstuhlfahrer, Gehörlose oder Blinde geeignet ist.

Falls der Veranstalter pauschal darauf hinweist, dass eine Reise für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet ist und Sie sich dennoch für diese konkrete Reise interessieren, sollten Sie schriftlich beim Veranstalter nachfragen, ob sie vielleicht doch für Sie geeignet ist. Denn letztendlich kommt es immer auf die konkrete Beeinträchtigung des Reisenden an. Sollte der Reiseveranstalter bestätigen, dass eine Reise für Ihre konkrete Beeinträchtigung geeignet ist, sollten Sie diese Zusage schriftlich im Reisevertrag festhalten.

Mehr zum Pauschalreiserecht lesen Sie hier.

Reiserechte von Personen mit Behinderung

Reisebuchung

Reiseveranstalter und Verkehrsunternehmen dürfen eine Buchung und Beförderung nicht wegen einer Behinderung oder des Alters ablehnen. Von diesem Grundsatz gibt es eng begrenzte Ausnahmen (z.B. entgegenstehende Sicherheitsbestimmungen bei einer Airline oder technische Hindernisse).

Erleichterungen auf Reisen

Personen mit Behinderung oder mit eingeschränkter Mobilität haben in der EU bei der Buchung von Reisen und der Beförderung mit Flugzeug, Bahn, Bus oder Schiff besondere Rechte:

  • Kostenlose Betreuung bzw. Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen an Flughäfen, Bahnhöfen, Busbahnhöfen und Häfen (Anmeldung des Hilfsbedarfs und rechtzeitige Anwesenheit vor Ort vorausgesetzt). Erkundigen Sie sich bei Ihrem Beförderer nach den Einzelheiten.

  • Teilweise kostenlose Mitnahme einer Begleitperson. Fragen Sie bei Ihrem Beförderer konkret nach.

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