Barrierefreier Tourismus in Deutschland

Verlässliche Informationen bei der Planung helfen, barrierefreie Unternehmungen zu verwirklichen
Verlässliche Informationen bei der Planung helfen, barrierefreie Unternehmungen zu verwirklichen© Shutterstock/SeventyFour

Menschen mit Behinderungen, Senioren und Familien mit kleinen Kindern müssen bei der Planung einer Reise wissen, ob die Gegebenheiten am Zielort ihren Bedürfnissen entsprechen und für sie komfortabel sind.

  • Verlässliche Informationen mit dem Projekt "Reisen für Alle"

  • Kunst für alle: Barrierefreie Ausstellungshighlights im Winter

  • Tipps zum Reiserecht

Barrierefreie Angebote finden mit "Reisen für Alle"

Wo gibt es Wanderwege, die mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar sind? In welchen Hotels sind Blindenhunde willkommen? Und welche Museen bieten Führungen für gehörlose Menschen an? Um derartige Fragen zu beantworten, wurde das Projekt "Reisen für Alle"* ins Leben gerufen, eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Initiative des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin e.V.

Unterschiedlichste touristische Angebote (wie z.B. Hotels, Campingplätze, Gastronomiebetriebe, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungsorte) werden nach umfangreichen, deutschlandweit einheitlichen Kriterien erfasst, bewertet und zertifiziert. Die Ergebnisse sind in einer Datenbank abrufbar, unterteilt nach Kategorie, Bundesland und Reiseregion. So können Reisende das touristische Angebot im Vorfeld auf persönliche Nutz- und Erlebbarkeit prüfen.

Hier können Sie nach barrierefreien touristischen Angeboten in Deutschland suchen*

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Eine Behinderung muss kein Handicap sein: Wie Menschen mit Behinderung mobil bleiben können. Infos zu Vergünstigungen, Fahrzeugumbauten und viele weitere Tipps.

Winterzeit ist Schlemmerzeit!

Wenn die stade Zeit beginnt und alles etwas langsamer und stiller wird, locken vorweihnachtliche Genüsse. Wir stellen ein paar besondere Angebote vor, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind:

Sächsischen Schweiz

In der Sächsischen Schweiz wird der Winter mit Punsch und Gänsebraten auf dem historischen Weihnachtsmarkt Königstein – ein Wintermärchen auf der Festung Königstein zelebriert. Die Festung ist auf einem Felsplateau über der Elbe gelegen und auch für Rollstuhlfahrer problemlos über einen Fahrstuhl zu erreichen. Spezialität ist der hausgemachte, sächsische Eierpunsch – eine besonders cremige Verführung!

Im Nationalpark Sächsische Schweiz bietet das Restaurant Forsthaus eine Kombination aus Kultur und Schlemmerei: Im November und Dezember werden Gänsehautgeschichten während eines Vier-Gänge-Menus mit Gans vorgelesen. Das Forsthaus liegt im romantischen Kirnitzschtal und ist über eine Rampe für Rollstuhlfahrer gut zugänglich.

Weihnachtszeit in Königstein © Festung Königstein gGmbH

Thüringen

Auch in Thüringen wird in der Weihnachtszeit Genuss großgeschrieben! Auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt wird der traditionelle Weihnachtsstollen Erfurter Schittchen angeboten. Selbstverständlich dürfen auch die bekanntesten Spezialitäten nicht fehlen: Thüringer Rostbratwürste und Thüringer Klöße.

Auf dem Gelände der Erfurter Gartenausstellung egapark wird vom 24. November bis 30. Dezember ein Genusspark veranstaltet. Der egapark ist vom Projekt Reisen für Alle zertifiziert.

Weihnachtsmarkt in Erfurt © Erfurt Tourismus und Marketing GmbH/B. Neumann

Südliche Weinstraße

Die Südliche Weinstraße verführt mit Wildgerichten und Wein. Mehrere Restaurants, darunter sechs barrierefrei zugängliche, veranstalten vom 1. November bis 31. Dezember Wilde Wochen mit Reh, Wildschwein und Hirsch aus heimischen Wäldern.

Barrierefreier Tourismus an der südlichen Weinstraße © Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V./JackSenn

Auch barrierefreie Vinotheken (Weingut Bernhard Koch, Vinothek Par Terre, Wein- und Sekthaus Volker und Bernd Schreieck, Weinkammer in Maikammer) laden zu Kostproben ein oder veranstalten in der Vorweihnachtszeit kulinarische Events.

In Landau in der Pfalz lädt der Thomas-Nast-Nikolausmarkt dazu ein, die regionalen Spezialitäten und den Winzerglühwein zu genießen. Der Markt wurde auf Barrierefreiheit überprüft und ist als Pfälzer Fest für Alle ausgezeichnet.

Detaillierte Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Angebote finden Sie bei Reisen für Alle*.

Informationspflicht der Reisevermittler und Reiseveranstalter

Seit dem 1.7.2018 müssen die vorvertraglichen Informationen der Reisevermittler und Reiseveranstalter ausdrücklich Hinweise enthalten, ob die jeweilige Reise auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität geeignet ist. Daher muss jede Reiseausschreibung (z.B. in Prospekt oder Katalog) darüber informieren, ob die Reise z.B. für Rollstuhlfahrer, Gehörlose oder Blinde geeignet ist.

Falls der Veranstalter pauschal darauf hinweist, dass eine Reise für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet ist und Sie sich dennoch für diese konkrete Reise interessieren, sollten Sie schriftlich beim Veranstalter nachfragen, ob sie vielleicht doch für Sie geeignet ist. Denn letztendlich kommt es immer auf die konkrete Beeinträchtigung des Reisenden an. Sollte der Reiseveranstalter bestätigen, dass eine Reise für Ihre konkrete Beeinträchtigung geeignet ist, sollten Sie diese Zusage schriftlich im Reisevertrag festhalten.

Mehr zum Pauschalreiserecht lesen Sie hier.

Reiserechte von Personen mit Behinderung

Reisebuchung

Reiseveranstalter und Verkehrsunternehmen dürfen eine Buchung und Beförderung nicht wegen einer Behinderung oder des Alters ablehnen. Von diesem Grundsatz gibt es eng begrenzte Ausnahmen (z.B. entgegenstehende Sicherheitsbestimmungen bei einer Airline oder technische Hindernisse).

Erleichterungen auf Reisen

Personen mit Behinderung oder mit eingeschränkter Mobilität haben in der EU bei der Buchung von Reisen und der Beförderung mit Flugzeug, Bahn, Bus oder Schiff besondere Rechte:

  • Kostenlose Betreuung bzw. Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen an Flughäfen, Bahnhöfen, Busbahnhöfen und Häfen (Anmeldung des Hilfsbedarfs und rechtzeitige Anwesenheit vor Ort vorausgesetzt). Erkundigen Sie sich bei Ihrem Beförderer nach den Einzelheiten.

  • Teilweise kostenlose Mitnahme einer Begleitperson. Fragen Sie bei Ihrem Beförderer konkret nach.

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