ADAC Umfrage: Viele Camper wollen B-Führerschein auf 4,25 Tonnen erweitern

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Von Christof Henn

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Junge Leute sitzen vor einem Wohnmobil
Mehr Möglichkeiten: Camperinnen und Camper, die ab 1999 ihren B-Führerschein gemacht haben, können ihre Fahrerlaubnis künftig auf Wohnmobile bis zu 4,25 Tonnen erweitern© iStock.com/skynesher

Mehr Zuladung, mehr Freiheit: Fast eine Million Menschen wollen ihre Fahrerlaubnis erweitern, damit sie Wohnmobile bis 4,25 Tonnen fahren dürfen.

  • Betroffen sind B-Führerscheine ab 1999

  • Noch unklar, ob Prüfung oder Schulung nötig

  • So funktioniert das Auflasten von Wohnmobilen

Die neue EU-Führerscheinrichtlinie gibt jüngeren Wohnmobilfahrenden künftig mehr Spielraum bei der Wahl oder Auflastung ihres Fahrzeugs: Sobald die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt wird, können sie ihren ab 1999 gemachten B-Führerschein erweitern. Dann dürfen sie statt wie bisher 3,5 künftig 4,25 Tonnen schwere Wohnmobile fahren.

Großes Interesse an Fahrerlaubnis-Erweiterung

Zwei Wohnmobile fahren auf einer Autobahn
Beliebte Reise- und Urlaubsform: Mit dem Wohnmobil unterwegs© Shutterstock/K-FK

Eine Möglichkeit, die viele nutzen möchten. In einer ADAC Umfrage gaben 4 Prozent der befragten Führerschein-Besitzer der Klasse B an, dass sie auf jeden Fall ihre Fahrerlaubnis erweitern werden – das sind hochgerechnet rund 970.000 Camperinnen und Camper. Weitere 20 Prozent möchten das laut Umfrage wahrscheinlich machen.

Offen ist noch, ob für die Erweiterung des B-Führerscheins eine Prüfung oder Schulung erforderlich ist oder gegebenenfalls eine Kombination aus beidem. Und auch was an Kosten anfällt, steht noch nicht fest. "Aber das große Interesse zeigt", so ADAC Tourismusexperte Steffen Häbich, "dass es richtig war, dass sich der ADAC auf nationaler und auf EU-Ebene für die Erweiterung eingesetzt hat."

Zwei Drittel der deutschen Camperinnen und Camper wissen laut ADAC Umfrage übrigens noch gar nichts von der Möglichkeit der B-Führerschein-Erweiterung.

Für Inhaber der alten Führerscheinklasse 3 ändert sich nichts, sie dürfen auch weiter Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen fahren.

Mehr Möglichkeiten mit 4,25 Tonnen

Mehr als eine Million Wohnmobile sind in Deutschland zugelassen, die meisten davon in der Klasse bis 3,5 Tonnen. Durch die Erweiterung der Fahrerlaubnis auf 4,25 Tonnen öffnen sich für viele Menschen mehr Möglichkeiten: Damit können Camper, die nach 1999 ihren B-Führerschein gemacht haben, Wohnmobile fahren, die schon ab Werk ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen haben. Oder sie können ein 3,5-Tonnen-Wohnmobil bis maximal 4,25 Tonnen auflasten.

So funktioniert das Auflasten des Wohnmobils

Jedes Fahrzeug hat ein zulässiges Gesamtgewicht, das nicht überschritten werden darf. Bei Wohnmobilen beträgt das häufig 3,5 Tonnen. Wer den Camper auflasten will, etwa um mehr E-Bikes mitnehmen zu dürfen, hat laut ADAC Campingexperte Dominic Markert je nach Fahrzeugtyp mehrere Möglichkeiten.

Am einfachsten ist es bei Fahrzeugen, die ein verstärktes Chassis haben und daher mehr Gewicht vertragen. Ist das nicht der Fall, sind Einbauten wie zum Beispiel eine Luftfederung erforderlich oder eine Änderung der Kombination von Rad und Reifen. Nachteil: Diese Extras machen das Wohnmobil schwerer. Als weitere Option können komplette Fahrwerkskomponenten, etwa Achsen, ersetzt werden. Das ermöglicht ebenfalls eine Auflastung.

Für jede Auflastung gilt: Die Fahrzeugpapiere müssen entsprechend geändert werden. Außerdem muss eine Prüforganisation wie TÜV oder Dekra die Änderung abnehmen.