Staus in Deutschland: So schlimm war der Sommer 2026

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Von Sabrina Doschek

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Autos stehen auf einer Autobahn im Stau
124.262 Stunden Stillstand auf deutschen Autobahnen: Reisende brauchten auch im Sommer 2026 viel Geduld© IMAGO/Ardan Fuessmann

An welchem Tag im Sommer 2026 gab es die meisten Staus in Deutschland? Auf welcher Autobahn stand man am längsten? Das zeigt die ADAC Staubilanz für die Sommerferien.

  • Sommerferien: 128.849 Staus auf deutschen Autobahnen

  • Summiert standen Reisende 14,2 Jahre im Stau

  • Schlimmster Stau-Tag war auch in diesem Jahr der Freitag

Sommer-Staubilanz: 14,2 Jahre Stau

In den elf Kalenderwochen der Sommerferien (26. Juni bis 13. September) zählte der ADAC auf Deutschlands Autobahnen insgesamt 128.849 Staus. Das entspricht einem Anstieg um gut 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Staulänge erhöhte sich um rund 4 Prozent auf 217.727 Kilometer, während die gesamte Staudauer um lediglich 1 Prozent auf etwa 124.262 Stunden zunahm. Damit waren es in diesem Sommer zwar mehr Staus, diese waren im Durchschnitt aber kürzer als 2025.

Staus: Die schlimmsten Tage im Sommer 2026

Bezogen auf die einzelnen Wochenenden registrierten die ADAC Verkehrsexperten und -expertinnen die meisten Staus am Wochenende vom 17. bis 19. Juli. Hier standen Autofahrende insgesamt 4324-mal im Stau. An diesem Wochenende startete Nordrhein-Westfalen in die Ferien.

Pech hatte auch, wer an den Wochenenden vom 28. bis 30. August und 4. bis 6. September unterwegs war: An beiden Wochenenden zählte der ADAC über 4000 Staus. Ende August befand sich neben Baden-Württemberg und Bayern auch Nordrhein-Westfalen noch in den sommerlichen Schulferien, was für viel Verkehr auf den Autobahnen sorgte. Anfang September waren viele Reisende aus Bayern und Baden-Württemberg auf den Straßen unterwegs, deren Sommerferien traditionellerweise als letzte enden (14. September).

Freitag staureichster Wochenendtag

Der mit Abstand staureichste Wochenendtag war – wie bereits in den Vorjahren – der Freitag. Auf diesen Tag entfielen fast 48 Prozent aller Wochenendstaus (2025: ebenfalls 48 Prozent). Besser kam man am Samstag (24 Prozent aller Staus) und Sonntag (28 Prozent aller Staus) voran.

An den Sonntagen wurden zwar nur unwesentlich weniger Staus als an den Samstagen registriert, sie waren aber im Durchschnitt länger.

Zu den wichtigsten Ursachen für die Staus zur Sommerferienzeit zählen die zahlreichen Baustellen. Im Durchschnitt gab es während des Ferienzeitraums 1020 Autobahnbaustellen.

Sommer-Staus 2026: Weitere interessante Fakten

  • Der längste Stau, den Autofahrende über sich ergehen lassen mussten, bildete sich am Samstag, 1. August, auf der A7 (Hamburg – Flensburg). Er dauerte 8,52 Stunden und war insgesamt 45 Kilometer lang.

  • Der schlimmste einzelne Wochentag war Freitag, der 17. Juli. An diesem Tag wurden auf Deutschlands Autobahnen 2141 Staus gezählt, die sich auf eine Gesamtlänge von 4954 Kilometern summierten.

Autobahn A12 am stärksten belastet

In der Liste der schlimmsten Stauautobahnen im Urlauberverkehr – bezogen auf einheitlich normierte Streckenabschnitte von 100 Kilometern Länge – landet in diesem Jahr die A12 auf dem ersten Rang. Die Strecke von Frankfurt (Oder) zum Berliner Ring zählt zu den bekannten Stau-Hotspots. Neben der Grenzsituation dürfte auch eine Baustelle für die Verkehrsprobleme verantwortlich sein. In diesem Sommer kamen damit gleich mehrere Belastungsfaktoren zusammen.

Am zweitstärksten belastet war die A99 (Autobahnring München), die bereits in den letzten beiden Jahren zu den staureichsten Strecken zählte.

Auf den Plätzen 3 und 4 folgen die A8 (Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg) und die A17, die von Dresden in südlicher Richtung zur tschechischen Grenze führt. Baustellen und Tunnelwartungen sorgen auf der A17 regelmäßig für Verkehrsbehinderungen.

Die Ränge 5 und 6 belegen die Autobahnen A5 (Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe – Weil am Rhein) und die A45 (Dortmund – Hagen – Siegen – Wetzlar – Gießen – Hanau – Aschaffenburg), die sogenannte Sauerlandlinie.

Hinweis: Aufgenommen sind hier nur die für den Ferienreiseverkehr relevanten Autobahnen. Stadt- und Ballungsraum-Autobahnen, die hauptsächlich von Pendelnden befahren werden, sind nicht berücksichtigt.

Fazit: Reiseverkehr wie vor Corona

Im Sommer-Reiseverkehr 2026 gab es ähnlich viele Staus wie im Vorjahr. Dadurch ordnet sich 2026, wie bereits 2025 und 2024, in die Reihe der Jahre vor Corona ein. Dies macht ein Vergleich zu 2022 deutlich: Im letzten Jahr der Pandemie gab es noch rund 11 Prozent weniger Staus.

ADAC Routenplaner: Immer sicher ans Ziel

Quellen der ADAC Sommer-Staubilanz

Der ADAC nutzt zur Stauermittlung Floating Car Data in Echtzeit. Täglich werden im Durchschnitt rund eine Milliarde Positions- und Geschwindigkeitsinformationen von Lkw-Flotten sowie Nutzenden von Smartphone-Apps verarbeitet. Diese Daten wurden, ergänzt um die Baustelleninformationen, von der ADAC Service GmbH zur aktuellen Verkehrslage verarbeitet und für die ADAC Sommer-Staubilanz herangezogen und analysiert.

Fragen zur Staubilanz

Bei Interesse und Fragen zur Datengrundlage können Sie sich an folgenden Kontakt wenden: mobileverkehrsinfo@adac.de