A565 in Bonn: Vollsperrung der Rheinbrücke bis auf Weiteres

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Von Katja Fastrich

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Die Friedrich-Ebert Brücke, Brücke bei Bonn über den Rhein
Staugefahr: Die marode Rheinbrücke in Bonn wird bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt© IMAGO/imagebroker

Verkehrs-Schock für eine ganze Region: Die marode Rheinbrücke in Bonn wird bis auf Weiteres für den Verkehr gesperrt. Hunderttausende Autofahrende müssen nun Umwege in Kauf nehmen.

  • Rheinbrücke (A565) wegen Sicherheitsbedenken gesperrt

  • Vollsperrung trifft täglich mehr als 100.000 Autofahrende

  • Weite Umwege u.a. über Köln sind notwendig

Die Bonner Rheinbrücke ist seit Mittwoch, 3. Juni, 15 Uhr, bis auf Weiteres voll gesperrt. Aktuelle Prüfungen hätten strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben, teilte die Autobahn GmbH zur Begründung mit. Ein Sprecher erklärte: "Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar." Die Brücke ist Teil der Autobahn 565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region Bonn/Rhein-Sieg.

Vollsperrung hat enorme Folgen für den Verkehr

Die Vollsperrung werde erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region haben, erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH. "Wir haben in enger Abstimmung mit den Behörden Ausweichrouten vorbereitet."

Es würden nun technische Möglichkeiten geprüft, mit denen die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Bis dahin bleibt die Brücke gesperrt. Bei Überprüfungen waren an der Brücke aus den 1960er-Jahren zahlreiche Schäden aufgefallen. Zudem gibt es an einem Teil der Konstruktion statische Probleme. Der geplante Neubau soll nach früheren Angaben in den 2030er-Jahren beginnen.

Sperre betrifft weitere Abschnitte der A565

Die Sperrung betrifft nicht nur das Bauwerk selbst, sondern auch weitere Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost. So sind in Fahrtrichtung Koblenz keine Überfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter auf die A565 möglich. In Gegenrichtung sind im Kreuz Bonn-Nord sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt.

Rheinbrücke: Diese Umleitungen gibt es

Der Fernverkehr, der sonst die Nordbrücke als Weg über den Rhein genutzt hat, ist nun gezwungen, auf die wenigen Alternativen auszuweichen. Im Süden von Bonn verbindet die Konrad-Adenauer-Brücke über die Autobahn A562 das rechte Rheinufer mit dem linken.

Im Norden muss der Verkehr nun weiträumig über die Rodenkirchener Brücke der A4 im Kölner Süden ausweichen. Der Weg dorthin führt linksrheinisch über die A555 und rechtsrheinisch entweder über die A59 und die A4 oder die A3 und die A4. Weiter südlich führt erst wieder die Bendorfer Brücke der A48 in Rheinland-Pfalz als Autobahnbrücke über den Rhein.

Alle Sperrungen, Baustellen und aktuelle Verkehrsinformationen finden Sie hier. Darüber hinaus bietet der ADAC Nordrhein-Westfalen Infos zu speziellen Sperren in Nordrhein-Westfalen.

Rheinbrücke Bonn: Täglich 120.000 Fahrzeuge

Die Brücke ist Teil der Autobahn A565, zählt zu den wichtigsten Rheinquerungen der Region und ist eine zentrale Verbindung zwischen dem linksrheinischen Rheinland und den östlich gelegenen Gebieten bis zur Eifel und zum Siebengebirge.

Die Brücke erfüllt neben ihrer Funktion als Teil des innerstädtischen Autobahnrings eine entlastende Rolle für andere Bonner Rheinübergänge (z.B. die Kennedybrücke) und gewährleistet eine direkte Erreichbarkeit der Bonner Innenstadt und der Gewerbegebiete im Osten. Pro Tag fahren 120.000 Fahrzeuge über die 1967 errichtete "Bonner Nordbrücke".

ADAC Studie: 50 Millionen Kilometer Umwege

Der ADAC hat in einer Modellstudie im vergangenen Jahr bereits die Sperrung der Nordbrücke simuliert und dabei berechnet, dass Autofahrende bei einer plötzlichen Sperrung pro Jahr Umwege von insgesamt 50 Millionen Kilometern in Kauf nehmen müssen, Lkw von Umwege von 5,5 Millionen Kilometern.

Viele Autofahrende müssen nun nach Norden in den Kölner Raum ausweichen und werden dort das ohnehin schon am Limit laufende Verkehrssystem belasten, befürchten ADAC Fachleute.

Im Süden wird es auf der Konrad-Adenauer-Brücke zu einer erheblichen Mehrbelastung kommen, so die Studie.

Die nun Realität gewordene Sperrung der Nordbrücke in Bonn hat gravierende Folgen für Autofahrende und Volkswirtschaft. Der volkswirtschaftliche Schaden würde sich laut der Simulation jährlich auf mehr als 170 Millionen Euro belaufen. "Das ist eine Vollkatastrophe für die Region", sagt Prof. Dr. Roman Suthold, Verkehrsexperte im ADAC Nordrhein.

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Mit Material von dpa.