Handy-Blitzer: Kameras sollen bundesweit kommen

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Von Katharina Dümmer

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Eine MONOcam zur Aufzeichnung von Handysündern am Steuer steht auf einer Brücke über der A602 bei Kenn.
Handy-Blitzer im Einsatz: Monocams erkennen, wenn Autofahrer während der Fahrt zum Smartphone greifen© dpa/Harald Tittel

Wer am Steuer zum Smartphone greift, könnte künftig schneller erwischt werden. Handy-Blitzer könnten bald bundesweit eingeführt werden. Bislang gab es die Überwachung mithilfe sogenannter Monocams nur in einem Bundesland.

  • Verkehrsminister: Handy-Blitzer in Rheinland-Pfalz haben sich bewährt

  • Bußgeld für Handyverstöße: 100 Euro und ein Punkt

  • ADAC fordert klare Regeln bei Monocam-Einsatz

Die Handy-Nutzung am Steuer ist in Deutschland streng verboten. Um das Telefonieren während der Fahrt künftig verstärkt zu kontrollieren, will Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sich für eine bundesweite Einführung von Handy-Blitzern starkmachen.

Der Minister erklärte: "Mehr als tausend Unfälle passieren jedes Jahr durch elektronische Geräte wie Handys am Steuer – Tendenz steigend. Das ist eindeutig zu viel. Innovative Technologien wie Handy-Blitzer können erkennen, ob sich ein Fahrer oder eine Fahrerin am Steuer ablenken lässt und ein Mobiltelefon in der Hand hält. Sie helfen, konsequenter zu ahnden und die Verkehrssicherheit spürbar zu steigern."

Rheinland-Pfalz: Vorreiter bei Handy-Blitzern

In Rheinland-Pfalz habe man mit den sogenannten Monocams bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Bilger. Für eine bundeseinheitliche Lösung brauche es nun eine Regelung im Straßenverkehrsgesetz. "Auch auf Wunsch der Bundesländer werde ich mich dafür starkmachen." Wann genau die geplante Handy-Überwachung flächendeckend im Einsatz sein wird, ist aber noch nicht klar.

Handy-Nutzung am Steuer: Tödliche Gefahr im Straßenverkehr

Monocams: So funktioniert die Überwachung

So funktionieren Monocams: An einer Autobahnbrücke wird eine hochauflösende, schräg nach unten gerichtete Kamera angebracht, die durch die Frontscheibe in das Auto hineinfotografiert. Sie ist mobil einsetzbar und funktioniert zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter. Das Monocam-System achtet auf Mobiltelefone im Bereich des Fahrenden und auf dessen entsprechende Handhaltung. Werden beide Kriterien erfüllt, löst die Kamera aus. Anschließend bewerten geschulte Polizisten die Bilder, denn nicht alle Aufnahmen sind eindeutig.

Handy am Steuer: 100 Euro Bußgeld und ein Punkt

Wer mit dem Mobiltelefon am Steuer erwischt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro bezahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg. Bei einer Gefährdung oder dem Verursachen eines Unfalls steigt das Bußgeld auf 150 bzw. 200 Euro. Hinzu kommen zwei Punkte sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Übrigens: Telefonieren während der Fahrt ist nicht grundsätzlich verboten. Telefonate über eine Freisprechanlage, ein fest installiertes Fahrzeugsystem oder ein Bluetooth-Headset sind erlaubt.

ADAC zur Monocam: Kontrollen ja, aber mit klaren Regeln

Der ADAC hält es für wichtig, für die Risiken der Handy-Nutzung noch stärker zu sensibilisieren. Die Monocam kann dabei unterstützen, Verstöße aufzudecken und zu ahnden. Voraussetzung sind eine klare Rechtsgrundlage, ein hoher Datenschutzstandard und möglichst einheitliche Regeln in den Bundesländern.

Mit Material von dpa.