Unwetter in Griechenland: Erneut Überflutungen in sturmgeplagten Regionen

Schwere Unwetter in Volos, Griechenland vergraben ein Auto im Schlamm
Die Hafenstadt Volos wurde erneut Opfer der Fluten, Autos wurden mitgerissen© imago images/ane edition

Nach den schweren Überschwemmungen zum Monatsanfang hat Tief Elias nun erneut für Überflutungen im Zentrum von Griechenland gesorgt. So ist die Situation aktuell vor Ort.

  • Hafenstadt Volos und Insel Euböa besonders betroffen

  • Feuerwehr rettete Hunderte eingesperrte Flutopfer

  • Stromausfälle und weggespülte Autos

Nach den Verwüstungen, die Tief Daniel vor einigen Wochen schon in Zentralgriechenland hinterließ, setzte Tief Elias durch starke Regenfälle erneut Teile des Landes unter Wasser. Autos in der Hafenstadt Volos wurden von den Fluten mitgerissen, es kam zu Stromausfällen, und die Feuerwehr musste Hunderte Menschen aus ihren umspülten Häusern befreien.

Unwetter: Stromausfälle und unpassierbare Straßen

Behörden warnten Bewohnerinnen und Bewohner von Attika, Thessalien, Mittelgriechenland und der Halbinsel Peloponnes schon am Mittwochmorgen, 27. September, vor heftigen Unwettern. Schulen blieben teilweise geschlossen. Das Tief wütetete auch auf der Insel Euböa östlich von Athen.

Erneut waren die Hafenstadt Volos und ihr Hinterland besonders stark betroffen. Dort hatte schon Sturmftief Daniel Anfang September schwere Schäden angerichtet, seither wurde fieberhaft an der Instandsetzung der Strom- und Wasserleitungen gearbeitet. Der gestrige Sturm, der um die 113 Liter Niederschlag pro Quadratmeter brachte, überflutete die Stadt erneut, Autoverkehr wurde untersagt, viele Fahrzeuge weggespült. Menschen konnten ihre Wohnungen wegen der meterhohen Fluten nicht verlassen. 80 Prozent der Stadt sind laut dem Bürgermeister noch ohne Strom.

Insel Euböa: Erdrutsche und roter Schlamm

Das Sturmtief Elias reißt eine Straße auf Euböa weg
Der Sturm traf die Insel Euböa hart, viele Straßen wurden durch die Wassermassen und Erdrutsche zerstört© IMAGO/ANE Edition

In der Ortschaft Mantoudi im Nordosten der Insel Euböa mussten sich die Menschen zwischenzeitlich in die oberen Stockwerke ihrer Häuser retten, weil die Wassermassen die Straßen hüfthoch überspülten. Es kam zu Erdrutschen, und tonnenweise roter Schlamm wurde ins Meer gespült, sodass sich das Wasser sogar rot färbte*.

Auch hier wurde die Wasser- und Stromversorgung zwischenzeitlich unterbrochen. Die Hauptstraße vom Norden in den Süden der Insel ist wegen der Erdrutsche nicht befahrbar.

Wichtige Infos für Urlauberinnen und Urlauber

Derzeit kann es zu außergewöhnlich langen Wartezeiten kommen, wenn Unterstützung auf der Straße (z.B. Pannenhilfe, Abschleppen) benötigt wird. Den Hinweisen und Anweisungen der lokalen Behörden ist zu folgen. In Notfällen sollte umgehend ein Notruf über 112 abgesetzt werden. Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.

Seuchengefahr nach Tief Daniel

In den Tagen und Wochen nach den Zerstörungen von Tief Daniel warnten Behörden vor steigender Seuchengefahr in den betroffenen Gebieten. Stehendes Wasser fließt vielerorts immer noch nur langsam ab, die Zahl der Mücken habe sich stark erhöht. Tote Tiere im Wasser sorgten zusätzlich noch für sich verschlechternde hygienische Bedingungen.

In Thessalien bestätigte die Gesundheitsbehörde nun zwei Fälle von Leptospirose, 17 weitere mögliche Fälle werden untersucht. Auch auf der Insel Korfu gibt es Verdachtsfälle. Die Infektionskrankheit tritt häufig infolge von kontaminiertem Trinkwasser auf, die öffentliche Versorgung mit Frischwasser ist vielerorts noch prekär.

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Grundsätzlich können Pauschalreisende kostenfrei stornieren, wenn ihre Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Diese müssen jedoch direkt am Urlaubsort oder in unmittelbarer Nähe auftreten. Die Anreise oder die Durchführung der Reise muss erheblich beeinträchtigt sein.

Mit Material von dpa, ekathimerini, protothema

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