Schweiz: Kampfjets auf der Autobahn sorgen für Vollsperrung im Juni

Schweizer Kampfjet landet auf einer Autobahn
Im Rahmen einer Militärübung der Schweiz sollen Kampfjets auf der Autobahn A1 landen (Archivbild)© Hansjörg Bürgi/SkyNews.ch

Vollsperrung auf einer Autobahn in der Schweiz: Südlich von Bern auf der A1 probt die Luftwaffe der Schweiz für den Ernstfall und lässt Kampfjets auf der Autobahn landen.

  • Vollsperrung der A1 zwischen Avenches und Payerne

  • Militärübung dauert maximal 36 Stunden

  • A1 ist die längste Autobahn der Schweiz

Die Schweizer Luftwaffe führt eine Militärübung durch und darf dafür im Juni mit Kampfjets vom Typ F/A-18 das Starten und Landen auf einer Autobahn üben.

Vollsperrung der A1 für Kampfjets

Hierfür wird der Autobahn-Abschnitt der A1 zwischen Avenches und Payerne im Kanton Waadt, südwestlich von Bern, vom 4. Juni, 21 Uhr, bis 6. Juni, 9 Uhr, während maximal 36 Stunden gesperrt. Der Verkehr wird dann umgeleitet. Die Armee will testen, ob die Kampfflugzeuge bei Schäden an Flughäfen anderswo starten und landen können. Der Verkehr soll dann über das kantonale Straßenverkehrsnetz umgeleitet werden.

Derartige Tests auf Autobahnen wurden zuletzt in den 70er- und 80er-Jahren mit den damaligen Flugzeugtypen durchgeführt.

A1 ist die längste Autobahn der Schweiz

Die A1 führt in Ost-West-Richtung durch die Schweiz und ist mit 410 Kilometern die längste Autobahn des Landes. Sie macht ungefähr ein Fünftel des schweizerischen Nationalstraßennetzes aus und verbindet Genf mit St. Gallen im Nordosten. Die A1 endet in St. Margrethen an der österreichischen Grenze.

Hier finden Sie aktuelle Verkehrsinfos zur Straßensituation in der Schweiz.

Kampfjets auch in Deutschland auf der Autobahn?

Für den Fall, dass die vorhandenen Flugplätze und Fliegerhorste in Deutschland nicht ausreichen würden oder zerstört wären, gab es auch in Deutschland Militärübungen mit Landungen auf der Autobahn. So probten beispielsweise im März 1984 Nato-Luftstreitkräfte den Einsatz und Betrieb an der A29 bei Alhorn. In ganz Deutschland gab es mehrere Dutzend Autobahnabschnitte, die binnen kurzer Zeit als Notlandeplätze hätten fungieren können.

Im Zuge von Bauarbeiten bei Ausbesserungen und Verbreiterungen verschwanden diese in den letzten Jahrzehnten großteils wieder: Mittelstreifen wurden neu begrünt, Parkplätze weggerissen oder überbaut. An einigen Autobahnen sind noch Notpisten erkennbar, etwa an der A7, der A9 oder der A81.

Mit Material von dpa