Lufthansa und Cityline: Vorerst kein neuer Streik
Von Katharina Dümmer

Eigentlich hatte die Pilotengewerkschaft VC Cockpit neue Streiks in Betracht gezogen. Nun sind weitere Warnstreiks bei Lufthansa und CityLine jedoch vorerst vom Tisch. Grund ist der Konflikt im Nahen Osten.
Update: Vorerst keine Streiks wegen Konflikt im Nahen Osten
Tarifkonflikt dennoch weiterhin ungelöst
Diese Rechte haben Reisende bei Streik
Nach dem Ende des eintägigen Streiks am Donnerstag, 12. Februar, sind weitere Störungen durch Pilotenstreiks vorerst nicht zu erwarten: Die Pilotengewerkschaft hat angesichts des Konflikts im Nahen Osten neue Arbeitskämpfe vorläufig ausgeschlossen – trotz weiterhin schwelender Tarifkonflikte bei der Lufthansa.
Konflikt im Iran: Gewerkschaft verzichtet auf weitere Streiks
Die Pilotengewerkschaft VC Cockpit verzichtet in dieser Woche auf Streiks bei der Lufthansa und bei der Regionaltochter Cityline. Nach der militärischen Eskalation in und um den Iran soll es vorerst zu keinen weiteren Warnstreiks kommen. "In der gegenwärtigen Situation haben insbesondere Rückführungsflüge, die Sicherheit der Passagiere sowie die Aufrechterhaltung der Versorgung über die Luftfracht höchste Priorität", heißt es von der Gewerkschaft.
Grundsätzlich bleibt der Tarifkonflikt aber bestehen. Wie es in der kommenden Woche weitergeht, bleibt offen.
Lufthansa-Piloten drohen mit neuen Streiks
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wartet nach eigenen Angaben auf ein neues Angebot der Lufthansa. Weitere Streiks für höhere Betriebsrenten wurden wegen des Iran-Konflikts vorerst ausgeschlossen. Ab kommenden Montag, 9. März, sind Arbeitsniederlegungen wieder denkbar. "Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter", so ein Gewerkschaftssprecher am Streiktag, 12. Februar.
Ob auch die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter eine Arbeitsniederlegung planen, ist nicht bekannt.
Piloten bei Cityline stimmen für Streik
Bei der Regionaltochter Cityline haben die rund 500 Pilotinnen und Piloten in einer Urabstimmung am 26. Februar für Streik gestimmt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nannte zunächst aber keinen konkreten Streik-Termin. Ein Streik würde den Zubringerbetrieb zu den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München sowie Europa-Flüge treffen.
Die Geschäftsführung warnt unterdessen vor einer weiteren Eskalation und nennt Streiks "kontraproduktiv". Zugleich stellt das Management Wechselangebote in andere Flugbetriebe der Lufthansa Group in Aussicht, denn die Regionaltochter mit derzeit etwa 30 Flugzeugen soll im kommenden Jahr den Betrieb einstellen.
Nicht ausgeschlossen ist, dass das Cityline-Flugpersonal gemeinsam mit den rund 5000 Lufthansa-Pilotinnen und Piloten in den Arbeitskampf zieht. Die Regionaltochter Cityline wurde bereits am 12. Februar bestreikt. Dabei hatte das Kabinenpersonal die Arbeit niedergelegt. Dazu hatte die Kabinengewerkschaft Ufo aufgerufen.
Warnstreik des Bodenpersonals möglich
Keinen Fortschritt sieht auch die Gewerkschaft Verdi bei den Verhandlungen für die rund 20.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden. Da die Friedenspflicht zu Ende ist, sind auch hier Warnstreiks möglich.
Streik bei der Airline: Diese Rechte haben Reisende
Bisher sind keine Streiktermine bekannt. Wer demnächst mit der Lufthansa oder Cityline fliegen will, sollte sich über die Website und den Flugstatus auf dem Laufenden halten. Wenn ein Flug wegen eines Streiks annulliert wird oder sich verspätet, haben Reisende Anspruch auf Unterstützungsleistungen, Verpflegung und Unterbringung. Diese Ansprüche können sie bei der Fluggesellschaft geltend machen.
Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände berufen kann. Ob ein Streik einen außergewöhnlichen Umstand darstellt, muss im Einzelfall geklärt werden. Grundsätzlich können jedenfalls bei einem Streik des eigenen Personals der Airline Entschädigungsansprüche in Betracht kommen.
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Tipps für Reisende – Lufthansa bucht um
Fallen Flüge aus oder verschieben sie sich, ist Lufthansa verpflichtet, die betroffenen Passagierinnen und Passagiere zu informieren. In der Regel geschieht das per E-Mail oder über die Lufthansa-App, wo auch Umbuchungsoptionen angezeigt werden.
Lufthansa verspricht betroffenen Passagieren schnelle Hilfe und bietet bei Annullierungen kostenlose Umbuchungen. Innerdeutsche Tickets könnten in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden.
Fällt ein Flug wegen Streik aus, gibt es zudem unter anderem folgende Alternativen für Reisende: Mietwagen, Fernbus, Auto oder Bahn.
Streik der Piloten und der Flugbegleiter: 800 Flüge fielen aus
Beim Doppelstreik am Donnerstag, 12. Februar, gab es umfangreiche Flugstreichungen. Bei den bestreikten Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline wurden rund 800 Flüge abgesagt, wie das Unternehmen berichtete. Vom Streik betroffene Passagiere – nach Schätzungen waren es rund 70.000 – hatte Lufthansa auf Eurowings umgebucht.
Bestreikt wurden nach Informationen der Vereinigung Cockpit zahlreiche Starts ab Deutschland, darunter Abflüge der Lufthansa Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Zudem hatte der Streik auch Auswirkungen auf Ziele im Ausland, etwa den Euro Airport Basel Mulhouse Freiburg. Nicht bestreikt wurden Eurowings-Flüge, Flüge von Swiss, Austrian, Ita, Brussels Airlines und Discover.
Mit Material von dpa.
Mitarbeit: Lorenzo Walcher