Streik-Woche bei Lufthansa: Piloten und Kabinenpersonal legen die Arbeit nieder
Von Katharina Dümmer

Lufthansa-Reisende brauchen diese Woche sehr viel Geduld: Sowohl die Piloten und Pilotinnen als auch das Kabinenpersonal streiken. Das müssen Reisende jetzt wissen.
Hunderte Flugausfälle durch Piloten-Streik am Dienstag, 14. April
Flugbegleiter-Streik am 15. und 16. April
Diese Rechte haben Flugreisende
Die Streiks bei Deutschlands größter Airline nehmen kein Ende. Derzeit streiken die Piloten und Pilotinnen, ab Mittwoch, 15. April, folgen die Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen. An jedem Streiktag sind mehrere zehntausend Passagiere gezwungen, ihre Reisepläne zu ändern. Alle Infos.
Pilotinnen und Piloten streiken am Dienstag
Von Montag, 13. April, 0 Uhr, bis Dienstag, 14. April, kurz vor Mitternacht streiken Pilotinnen und Piloten bei der Lufthansa. Die Gewerkschaft Cockpit (VC) fordert Verbesserungen bei der Altersvorsorge.
Von den Arbeitsniederlegungen sind neben der Kernmarke Lufthansa auch die Töchter Lufthansa Cityline und Lufthansa Cargo betroffen.
Der Streik führt an zahlreichen deutschen Flughäfen zu Einschränkungen im regulären Flugbetrieb. Allein in Frankfurt waren für die beiden Tage zusammen mehr als 1.100 Starts und Landungen abgesagt worden. In München wurden 710 Flugbewegungen gestrichen. Lufthansa will rund die Hälfte der Langstreckenflüge stattfinden lassen. Auf der Nah- und Mittelstrecke soll etwa jeder dritte Flug erfolgen.
Lufthansa bittet Passagiere der bestreikten Fluggesellschaften, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und sich gegebenenfalls direkt an die Airline oder den Reiseveranstalter zu wenden.
Kabinenpersonal streikt am Mittwoch und Donnerstag
Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch, 15. April, und Donnerstag, 16. April, erneut zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Der Ausstand soll am Mittwoch um 00:01 Uhr beginnen und am Donnerstag kurz vor Mitternacht enden.
Es wird erwartet, dass die Situation ähnlich sein wird wie in den Tagen zuvor. Hunderte Flüge dürften entfallen.
Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger sagte, es gebe keinen besseren Ort des Protests als den geplanten Festakt zum 100. Jahrestag der ersten Lufthansa mit Bundeskanzler Friedrich Merz an diesem Mittwoch. Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden", sagte Vázquez Bürger.
Streik beim Bodenpersonal abgewendet
Einen Streik beim Bodenpersonal wird es nicht geben. Die Airline und die Gewerkschaft Verdi einigten sich Ende März auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden.
Streik bei der Airline: Diese Rechte haben Reisende
Da Streiks auch mitunter kurzfristig angekündigt werden, sollten Passagiere von Lufthansa und Cityline sich über die Website und den Flugstatus auf dem Laufenden halten. Wenn ein Flug wegen eines Streiks annulliert wird oder sich verspätet, haben Reisende Anspruch auf Unterstützungsleistungen, Verpflegung und Unterbringung. Diese Ansprüche können sie bei der Fluggesellschaft geltend machen.
Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände berufen kann. Ob ein Streik einen außergewöhnlichen Umstand darstellt, muss im Einzelfall geklärt werden. Grundsätzlich können jedenfalls bei einem Streik des eigenen Personals der Airline Entschädigungsansprüche in Betracht kommen.
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Diese Alternativen haben Reisende
Fallen Flüge aus oder verschieben sie sich, sind Lufthansa und Lufthansa Cityline verpflichtet, die betroffenen Passagiere zu informieren. In der Regel geschieht das per E-Mail oder über die Lufthansa-App, wo auch Umbuchungsoptionen angezeigt werden.
Innerdeutsche Tickets können in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Fällt ein Flug wegen Streik aus, gibt es zudem unter anderem folgende Alternativen für Reisende: Mietwagen, Fernbus, Auto oder Bahn.
Mitarbeit: Lorenzo Walcher.
Mit Material von dpa.