Bei Lufthansa drohen Streiks von Piloten und Flugbegleitern
Von Katharina Dümmer

Bei der Lufthansa könnte es wieder Streiks geben. Die Konflikte mit den Piloten und dem Kabinenpersonal sind weiter ungelöst. Sind Flüge in den Osterferien in Gefahr?
Flugpersonal stimmt für Streik
Bodenpersonal streikt nicht
Diese Rechte haben Flugreisende
Bei Lufthansa und der Regional-Tochter Cityline spitzt sich der Arbeitskampf zu. Nach den Piloten und Pilotinnen macht sich jetzt auch das Kabinenpersonal bereit für Streiks. Konkrete Termine gibt es bisher aber noch nicht. Nicht ausgeschlossen ist, dass Flüge in den Osterferien ausfallen.
Lufthansa: Kabinenpersonal stimmt für Streik
In einer Urabstimmung der Gewerkschaft Ufo bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline haben die Kabinenbeschäftigten mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Bei der Kerngesellschaft stimmten rund 94 Prozent für Streiks, bei der Cityline knapp 99 Prozent. Ein konkretes Streikdatum wurde nicht mitgeteilt.
Gründe für die Eskalation sind aus Sicht der Gewerkschaft die festgefahrenen Verhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und die weiterhin fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll 2027 beendet werden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines.
Piloten wollen für bessere Renten streiken
Auch der Streit um die Betriebsrenten der Pilotinnen und Piloten ist noch nicht beigelegt. Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte Flüge ausgefallen, die Reisepläne Zehntausender Passagiere wurden durchkreuzt. Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings und der Lufthansa Cityline sprachen sich die Piloten kürzlich in Urabstimmungen für Streiks aus.
Konkrete Streikdrohungen gab es nach zwei Streikwellen zuletzt nicht mehr. Jüngst kam mit einem Gesprächsangebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Bewegung in den Tarifkonflikt.
Streik beim Bodenpersonal abgewendet
Einen Streik beim Bodenpersonal wird es nicht geben. Die Airline und die Gewerkschaft Verdi einigten sich Ende März auf einen neuen Tarifabschluss für die rund 20.000 Beschäftigten am Boden.
Streik bei der Airline: Diese Rechte haben Reisende
Da Streiks auch mitunter kurzfristig angekündigt werden, sollten Passagiere von Lufthansa und Cityline sich über die Website und den Flugstatus auf dem Laufenden halten. Wenn ein Flug wegen eines Streiks annulliert wird oder sich verspätet, haben Reisende Anspruch auf Unterstützungsleistungen, Verpflegung und Unterbringung. Diese Ansprüche können sie bei der Fluggesellschaft geltend machen.
Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände berufen kann. Ob ein Streik einen außergewöhnlichen Umstand darstellt, muss im Einzelfall geklärt werden. Grundsätzlich können jedenfalls bei einem Streik des eigenen Personals der Airline Entschädigungsansprüche in Betracht kommen.
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Diese Alternativen haben Reisende
Fallen Flüge aus oder verschieben sie sich, sind Lufthansa und Lufthansa Cityline verpflichtet, die betroffenen Passagierinnen und Passagiere zu informieren. In der Regel geschieht das per E-Mail oder über die Lufthansa-App, wo auch Umbuchungsoptionen angezeigt werden.
Innerdeutsche Tickets können in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Fällt ein Flug wegen Streik aus, gibt es zudem unter anderem folgende Alternativen für Reisende: Mietwagen, Fernbus, Auto oder Bahn.
Mit Material von dpa.