Krieg im Nahen Osten: Angriffe auf Hotel und Flughäfen

• Lesezeit: 4 Min.

Von Katja Fastrich

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Während eines Raketenangriffs in Tel Aviv, Israel, ist am Sonntag, 15. Juni 2025, eine Explosion zu sehen.
Krieg in Nahost (Archivbild): Aktuell ist ist die Lage nicht nur in Israel sehr angespannt© dpa/Leo Correa)

Nach den Angriffen der USA und Israels gegen den Iran ist die Sicherheitslage im Nahen Osten angespannt. Das Auswärtige Amt warnt vor Urlaub u.a. in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Was Reisende jetzt wissen müssen.

  • Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in den Nahen Osten

  • Lufthansa: Vorerst keine Flüge nach Dubai und Abu Dhabi

  • Was Reisende vor Ort beachten müssen

Das Auswärtige Amt verschärft nach der militärischen Eskalation zwischen Israel und dem Iran die Reise- und Sicherheitshinweise für die ganze Region. Seit Samstag, 28. Februar, gelten Reisewarnungen für Israel, Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Für Iran besteht schon seit 2022 eine Reisewarnung.

Angriffe auf Luxushotel und mehrere Flughäfen

Bei einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es am bekannten Luxushotel Burj Al Arab in Dubai zu einem Brand gekommen. An der äußeren Fassade des Hotels, ein mehr als 300 Meter hoher Wolkenkratzer auf einer künstlichen Insel, sei es zu einem kleinen Brand gekommen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Zivilschützer hätten umgehend reagiert und das Feuer unter Kontrolle gebracht, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben.

Zudem sind auf dem internationalen Flughafen von Dubai vier Menschen verletzt worden. Im Hafen der Stadt brach durch Trümmer einer abgefangenen Rakete außerdem ein Brand aus, wie die Behörden mitteilten.

Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain ist Sachschaden entstanden. Angriffe wurden auch an anderen Verkehrsflughäfen in der Region gemeldet, etwa am Internationalen Flughafen Kuwait. Mehrere Airports wurden geschlossen und Flüge gestrichen.

In Tel Aviv schlug in der Nacht eine Rakete ein. In den Morgenstunden wurde erneut Raketenalarm aus der Hauptstadt Israels gemeldet.

Lufthansa: Keine Flüge nach Dubai und Abu Dhabi

Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten setzt die Lufthansa ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran bis einschließlich 7. März aus. Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi, Riad und Dammam sind bis einschließlich 1. März nicht möglich. Darüber hinaus wird der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate ebenfalls bis einschließlich 1. März nicht genutzt. Der Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Qatar und Iran wird bis 7. März nicht genutzt.

Auch zahlreiche andere Fluglinien, wie etwa Swiss, Air France oder Emirates haben ihre Flüge vorübergehend gestoppt.

Reisende in Nahost: Was Sie vor Ort beachten müssen

Wer derzeit in Dubai, Oman, Israel oder einem der anderen von der Eskalation betroffenem Land Urlaub verbringt, sollte laut Auswärtigem Amt Folgendes beachten:

  • Tragen Sie sich bitte in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND. Wenn Sie dort registriert sind, werden Sie über wichtige Entwicklungen informiert. Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden und beachten Sie die Reise- und Sicherheitshinweise für das Land Ihres Aufenthalts.

  • Sie sollten lokale Medien eng verfolgen, den Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt Folge leisten und sich mit den Verhaltenshinweisen bei Raketenbeschuss vertraut machen, insbesondere den Weg zum nächsten Schutzort (Shelter, Treppenhaus, Keller, Tiefgarage, Innenräume) kennen.

Richtiges Verhalten bei Raketenbeschuss
  • Im Gebäude: Auf direktem Weg in den Luftschutzraum oder Luftschutzbunker begeben. Wenn nicht verfügbar, begeben Sie sich ins Treppenhaus.

  • 3-stöckiges Gebäude: Begeben Sie sich ins 2. Stockwerk (stabilster Teil des Gebäudes).

  • Gebäude mit mehr als 3 Stockwerken: Kein Aufenthalt im Erdgeschoss oder den obersten beiden Stockwerken.

  • Vorsicht Splittergefahr: Niemals im Eingangsbereich eines Gebäudes aufhalten.

  • Im Freien: Schutz im nächsten Gebäude suchen; wenn nicht vorhanden, flach auf den Boden legen und den Kopf mit den Händen schützen.

  • Im Fahrzeug: Am Straßenrand anhalten, aus dem Fahrzeug steigen, ins nächste Gebäude oder unter den nächsten Unterstand begeben. Wenn dies nicht möglich ist, flach auf den Boden legen und den Kopf mit den Händen schützen. Wenn das Aussteigen aus dem Fahrzeug nicht möglich ist, am Straßenrand halten.
    Verweilen Sie unbedingt 10 Minuten nach Ende des Alarms am Schutzort!

Quelle: Auswärtiges Amt

Ihr Flug wurde storniert – so kommen Sie nach Deutschland

  • Informieren Sie sich unmittelbar bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten. Es kommt aktuell zu Sperrungen der verschiedenen Lufträume.

  • Bitte kontaktieren Sie Ihren Reiseveranstalter oder Ihre Fluggesellschaft und schauen nach möglichen Ausreisealternativen. In Ländern mit gesperrtem Luftraum müssen Sie selbst abwägen, ob Sie Ihren Aufenthalt an einem sicheren Ort verlängern oder sich auf einen Weg über Land machen, dessen Gefahren aktuell niemand verlässlich bewerten kann.

  • Auf die Frage, ob es eine Rückholaktion geben wird, informiert das Auswärtige Amt derzeit folgendermaßen: "Bitte nutzen Sie bestehende kommerzielle Ausreisemöglichkeiten, sofern es diese in Ihrem Aufenthaltsland derzeit gibt. Informieren Sie sich unmittelbar bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten".

Sie haben eine Reise gebucht – was sollten Sie jetzt tun?

Wie sich die Lage entwickelt, ist gegenwärtig nicht absehbar. Wer aktuell eine Reise in die Region geplant hat, sollte mit seinem Reisebüro oder seiner Fluggesellschaft Kontakt aufnehmen und sich regelmäßig beim Auswärtigen Amt informieren. Lufträume können unangekündigt gesperrt werden, was nicht nur die Anreise, sondern insbesondere auch die Ausreise stark beeinträchtigen kann.

Mit Material von dpa.