Einreise nach Deutschland: Testpflicht und Quarantäne

Schild mit Aufforderung zum Coronatest für Reiserückkehrer im Flughafen Leipzig
Aufforderung zum Corona-Test für Urlaubs-Rückkehrer am Flughafen Leipzig ∙ © Imago images/Chromorange

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Viele Länder in Europa gelten weiterhin wegen hoher Covid-19-Zahlen als Corona-Risikogebiete. Die Regeln für Reiserückkehrer wurden jetzt aber vereinfacht. Was bei der Einreise nach Deutschland zu beachten ist und wann Test bzw. Quarantäne notwendig sind.

  • Quarantäne bei Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten zwingend

  • Erleichterungen für Geimpfte, Genesene und Getestete

  • Übersicht: Risikogebiete und Inzidenzwerte in Europa

Für alle Reisenden, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, gelten strenge Einreiseregeln: Ausschlaggebend ist dabei immer das Datum der Einreise nach Deutschland.

Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert drei Arten von Risikogebieten:

  1. Risikogebiet: Unter anderem wenn der Inzidenzwert in einem Land innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

  2. Hochinzidenz-Gebiete: Gebiete mit einer Inzidenz, die ein Mehrfaches über derjenigen von Deutschland liegt, in der Regel aber mindestens 200 beträgt. Vereinzelt werden auch Regionen, die diesen Wert unterschreiten, wegen eines hohen Infektionsrisikos und weiterer Faktoren als Hochinzidenz-Gebiete bezeichnet.

  3. Virusvarianten-Gebiete: Gebiete, in denen besonders ansteckende Mutationen des Coronavirus verbreitet sind.

Europa: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Einreise aus Risikogebieten allgemein

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Nach Aufenthalt in einem Risikogebiet müssen Personen, bevor sie einreisen, eine digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen: Dies kann frühestens drei Tage vor der Einreise geschehen. Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorzeigen muss. Zusätzlich wird automatisch das zuständige Gesundheitsamt* informiert, falls eine Quarantänepflicht vorliegt.

Einreise aus Risikogebieten allgemein

  • Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen isolieren.

  • Die Quarantäne kann jedoch sofort beendet werden, wenn ein negatives Testergebnis über das Einreiseportal der Bundesrepublik* gemeldet wird.

  • Rückkehrer aus einem Risikogebiet müssen sich frühestens 48 Stunden (bei PCR-Test frühestens 72 Stunden) vor der Einreise bis spätestens 48 Stunden nach der Einreise auf das Coronavirus testen lassen.

  • Kinder unter 6 Jahren sind von der Test- und Quarantäne-Pflicht befreit.

Tagesausflügler und Grenzverkehr

Personen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind laut Informationen des Auswärtigen Amtes* bei der Einreise nach Deutschland sowohl von der digitalen Einreiseanmeldung als auch von der Quarantäne- bzw. Testpflicht befreit.

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

  • Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet einreist, benötigt bereits bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis. Dieser Test darf frühestens 48 Stunden (bei PCR-Test frühestens 72 Stunden) vor der Einreise erfolgen. Das Ergebnis muss auf Anforderung des Beförderers (z.B. der Fluglinie) bei Abreise, der zuständigen Behörde bei Einreise oder bei polizeilicher Kontrolle vorgelegt werden.

  • Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen isolieren.

  • Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test ist frühestens am fünften Tag nach der Einreise möglich.

  • Hochinzidenz-Länder sind aktuell: Ägypten, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Botswana, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Iran, Kolumbien, Kuwait, Malawi, Malaysia, Malediven, Mongolei, Mosambik, Namibia, Paraguay, Peru, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Sri Lanka, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Trinidad und Tobago, Tunesien und Uruguay.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

  • Deutsche bzw. in Deutschland lebende Ausländer dürfen auch weiterhin aus Virusvarianten-Gebieten einreisen, müssen aber ebenfalls bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen (Probenentnahme für PCR-Tests darf maximal 72 Stunden vor der geplanten Einreise erfolgen, Probenentnahme für Antigentest maximal 24 Stunden davor).

  • Für alle anderen Personen gilt ein Beförderungsverbot: Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen dürfen aus den genannten Gebieten diese Personen nicht mehr nach Deutschland befördern. Ausnahmen gibt es unter anderem für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

  • Für Einreisende beträgt die Quarantänezeit nach Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet 14 Tage. 

  • Ein "Freitesten" nach der Einreise ist nicht möglich.

  • Als Virusvarianten-Gebiete gelten derzeit: Botswana, Brasilien, Eswatini, Großbritannien und Nordirland (inkl. aller britischer Überseegebiete), Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Nepal, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Uruguay.

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Alle Flugreisenden müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Ohne negativen Test ist kein Mitflug möglich.

Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Test und Quarantäne: Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Die Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Risikogebieten und Hochinzidenz-Gebieten entfällt für Genesene und vollständig Geimpfte. Der Nachweis über die Impfung oder die überstandene Infektion muss dazu jedoch auf dem Einreiseportal der Bundesrepublik* gemeldet werden.

Auch die Testpflicht vor der Rückreise mit dem Flugzeug aus dem Ausland entfällt für vollständig geimpfte und genesene Personen: Beim Check-in muss lediglich ein Impf- bzw. Genesenen-Nachweis vorgezeigt werden.

Als geimpft gelten in diesem Zusammenhang Reisende, deren zweite¹ Impfung mindestens 14 Tage vor Einreise stattgefunden hat.

Als genesen gelten Reisende, deren Corona-Infektion mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt.

Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten unterliegen auch weiterhin der Test- und Quarantänepflicht, unabhängig vom Impf- bzw. Genesenenstatus.

Als Beleg für eine vollständige Impfung oder Genesung wird ein ärztlicher Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert.

¹) Beim Impfstoff von Ci­lag In­ter­na­tio­nal NV/Johnson & Johnson beziehungsweise bei einer überstandenen Infektion mit Corona genügt eine Impfdosis.

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Anerkannt werden derzeit folgende Tests: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU sowie einigen weiteren Staaten sowie Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen.

Der Testnachweis darf in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in Papierform oder digital vorliegen. Ein Antigentest darf maximal 48 Stunden (bei Virusvariantengebieten 24 Stunden), ein PCR-Test maximal 72 Stunden alt sein. Für die Berechnung dieser Zeiträume ist der Zeitpunkt der Einreise maßgeblich.

Alle Informationen zur Anerkennung von diagnostischen Tests auf Sars-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland* gibt es beim RKI.

Ein- oder Ausreise: Genügt ein Corona-Selbsttest als Nachweis?

Die sogenannten Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden bei Ein- oder Ausreisekontrollen nicht als Testnachweis akzeptiert. Hier ist ein ärztliches Zeugnis oder ein dokumentiertes negatives Testergebnis erforderlich.

Dieser Nachweis muss bei der Einreise nach Deutschland auf Papier oder digital in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorgelegt werden. Bei der Einreise in andere Länder bitte unbedingt vorab informieren, in welchen Sprachen die Testergebnisse akzeptiert werden.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Immer noch stehen zahlreiche Länder auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung.

Land

Risikogebiet

Albanien

Nein

Andorra

Ja

Belgien

Ja

Bosnien und Herzegowina

Nein

Bulgarien

Nein

Dänemark

Ja, außer Grönland und die Färöer-Inseln

Estland

Ja

Finnland

Nein

Frankreich

Ja, außer die Insel Korsika

Griechenland

Ja, außer die Regionen Berg Athos, die Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien sowie Peloponnes

Großbritannien & Nordirland

Ja, Virusvarianten-Gebiet – inklusive aller Überseegebiete

Irland

Nein, nur die Regionen Border, Dublin und Mid-East

Island

Nein

Italien

Nein

Kosovo

Nein

Kroatien

Nein, nur die Regionen Medimurje und Varazdin

Lettland

Ja

Liechtenstein

Nein

Litauen

Ja

Luxemburg

Ja

Malta

Nein

Monaco

Nein

Montenegro

Nein

Niederlande

Ja

Nordmazedonien

Nein

Norwegen

Nein, nur die Provinzen Oslo, Agder, Vestfold og Telemark, Troms og Finnmark und Trøndelag

Österreich

Nein

Polen

Nein

Portugal

Nein, nur die Region Lissabon und die Azoren

Republik Moldau

Ja

Rumänien

Nein

Russland

Ja

San Marino

Nein

Schweden

Ja

Schweiz

Ja, außer die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land, Bern, Graubünden, Solothurn, Tessin, Thurgau, Zug und Zürich

Serbien

Nein

Slowakei

Nein

Slowenien

Ja

Spanien

Nein, außer die Regionen Andalusien, Aragon, Ceuta, Kastilien und León, Katalonien, Madrid, Melilla, Navarra, Baskenland, La Rioja

Tschechien

Nein

Türkei

Ja

Ukraine

Nein

Ungarn

Nein

Weißrussland

Ja

Zypern

Nein

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Wer auf der Rückreise aus einem Nicht-Risikogebiet nach Deutschland Risikogebiete oder Hochinzidenz-Gebiete ohne Aufenthalt durchquert, ist von der Quarantänepflicht bei der Rückkehr befreit.

Sobald aber ein Aufenthalt stattfindet, man etwa eine Nacht in einem Hotel übernachtet, gelten zusätzlich die Rückkehr-Regeln für das Land, in dem dieser verbracht wurde.

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort bleibt – bzw. bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses. Selbst Einkäufe sind untersagt.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (z.B. über ihre Identität, Reiseroute und Kontaktpersonen). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

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