Einreise nach Deutschland: Testpflicht und Quarantäne

Eine Frau kontrolliert den Reiseausweis eines Mannes  am Flugahfen
Wegen der Corona-Pandemie müssen Reisende mit Kontrollen rechnen ∙ © iStock.com/lechatnoir

+++ Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert +++

Einige Länder oder Regionen in Europa gelten weiterhin wegen erhöhter Covid-19-Zahlen als Corona-Risikogebiete. Für Reiserückkehrer gelten besondere Regeln. Was bei der Einreise nach Deutschland zu beachten ist und wann Test bzw. Quarantäne notwendig sind.

  • Update 1: Bundesregierung plant Testpflicht für alle Einreisenden

  • Update 2: Quarantäne bei Virusvarianten-Gebieten nicht mehr für alle zwingend

  • Was für Geimpfte, Genesene und Getestete gilt

  • Übersicht: Risikogebiete und Inzidenzwerte in Europa

Für alle Reisenden, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, gelten Einreiseregeln. Ausschlaggebend ist dabei immer das Datum der Einreise nach Deutschland.

+++ Die Bundesregierung plant Medienberichten zufolge eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer: Demnach sollen Einreisen nach Deutschland nur noch nach einem Corona-Test möglich sein – unabhängig davon, ob aus einem Risikogebiet eingereist wird oder nicht. Die Regelung besteht schon für Flugreisende. Sie soll nun auch auf Reisende mit anderen Transportmitteln, inklusive dem eigenen Auto, ausgedehnt werden. Geplant ist die Einführung der Regel zum 1. August, eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert drei Arten von Risikogebieten:

  1. Risikogebiet: Unter anderem wenn der Inzidenzwert in einem Land über einen längeren Zeitraum höher lag als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vorangegangenen sieben Tagen.

  2. Hochinzidenz-Gebiete: Gebiete mit einer hohen Sieben-Tage-Inzidenz, die in der Regel mindestens 200 beträgt. Vereinzelt werden auch Regionen, die diesen Wert unterschreiten, wegen eines hohen Infektionsrisikos und weiterer Faktoren als Hochinzidenz-Gebiete bezeichnet.

  3. Virusvarianten-Gebiete: Gebiete, in denen besonders ansteckende Mutationen des Coronavirus verbreitet sind.

Europa: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Einreise aus Risikogebieten allgemein

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Nach Aufenthalt in einem Risikogebiet müssen Personen, bevor sie einreisen, eine digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen: Dies kann frühestens drei Tage vor der Einreise geschehen. Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorzeigen muss. Zusätzlich wird automatisch das zuständige Gesundheitsamt* informiert, falls eine Quarantänepflicht vorliegt.

  • Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen isolieren.

  • Die Quarantäne kann jedoch sofort beendet werden, wenn ein negatives Testergebnis über das Einreiseportal der Bundesrepublik* gemeldet wird.

  • Rückkehrer aus einem Risikogebiet müssen sich frühestens 48 Stunden (bei PCR-Test frühestens 72 Stunden) vor der Einreise bis spätestens 48 Stunden nach der Einreise auf das Coronavirus testen lassen.

  • Kinder unter 6 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht: Wer vermeiden will, dass sein Kind in Deutschland für 10 Tage in Quarantäne muss, muss es freitesten.

  • Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.

Tagesausflügler und Grenzverkehr

Personen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind laut Informationen des Auswärtigen Amtes* bei der Einreise nach Deutschland sowohl von der digitalen Einreiseanmeldung als auch von der Quarantäne- bzw. Testpflicht befreit.

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

  • Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet einreist, benötigt bereits bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis. Dieser Test darf frühestens 48 Stunden (bei PCR-Test frühestens 72 Stunden) vor der Einreise erfolgen. Das Ergebnis muss auf Anforderung des Beförderers (z.B. der Fluglinie) bei Abreise, der zuständigen Behörde bei Einreise oder bei polizeilicher Kontrolle vorgelegt werden.

  • Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen isolieren.

  • Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test ist frühestens am fünften Tag nach der Einreise möglich.

  • Kinder unter 6 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht: Wer vermeiden will, dass sein Kind in Deutschland für 10 Tage in Quarantäne muss, muss es freitesten.

  • Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.

  • Hochinzidenz-Länder sind aktuell: Ägypten, Argentinien, Bolivien, Botswana, Chile, Costa Rica, Ecuador, Fidschi, Georgien, Großbritannien und Nordirland, Indien, Indonesien, Iran, Kolumbien, Kuba, Kuwait, Libyen, Malawi, Malaysia, Mongolei, Mosambik, Nepal, Niederlande, Oman, Paraguay, Peru, Portugal, Russland, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Spanien, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, Tansania, Tunesien, Uruguay, Zypern.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

  • Deutsche bzw. in Deutschland lebende Ausländer dürfen auch weiterhin aus Virusvarianten-Gebieten einreisen, müssen aber ebenfalls bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen (Probenentnahme für PCR-Tests darf maximal 72 Stunden vor der geplanten Einreise erfolgen, für Antigentest maximal 24 Stunden davor).

  • Für alle anderen Personen gilt ein Beförderungsverbot: Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen dürfen aus den genannten Gebieten diese Personen nicht mehr nach Deutschland befördern. Ausnahmen gibt es unter anderem für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

  • Für Einreisende beträgt die Quarantänezeit nach Aufenthalt in einem Virusvarianten-Gebiet 14 Tage. 

  • Ein "Freitesten" nach der Einreise ist nicht möglich.

  • Kinder unter 6 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht.

  • Die Quarantäne- und Testpflicht gilt auch für Genesene.

  • Für Geimpfte, die über einen vollständigen Impfschutz mit einem auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts bekanntgemachten, bestimmten Impfstoff verfügen, endet die Quarantäne mit Übermittlung ihres Impfnachweises. Voraussetzung ist, dass das Robert Koch-Institut festgestellt (und auf seiner Internetseite bekanntgemacht) hat, dass dieser Impfstoff gegen die Virusvariante hinreichend wirksam ist, die zur Einstufung des Gebiets als Virusvarianten-Gebiet geführt hat. Informationen des RKI zu Virusvarianten*

  • Wird das entsprechende Virusvarianten-Gebiet noch während der Quarantänezeit eines Reiserückkehrers in Deutschland zum Hochinzidenz-Gebiet oder einfachen Risikogebiet herabgestuft, gelten für die Beendigung der Quarantäne die Regelungen für Hochinzidenz-Gebiete bzw. einfache Risikogebiete.

  • Als Virusvarianten-Gebiete eingestuft sind derzeit: Botswana, Brasilien, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Uruguay.

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Alle Flugreisenden müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Ohne negativen Test ist kein Mitflug möglich. Dies gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren.

Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Test und Quarantäne: Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Die Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Risikogebieten und Hochinzidenz-Gebieten entfällt für Genesene und vollständig Geimpfte. Der Nachweis über die Impfung oder die überstandene Infektion muss dazu jedoch auf dem Einreiseportal der Bundesrepublik* gemeldet werden.

Auch die Testpflicht vor der Rückreise mit dem Flugzeug aus dem Ausland entfällt für vollständig geimpfte und genesene Personen: Beim Check-in muss lediglich ein Impf- bzw. Genesenen-Nachweis vorgezeigt werden.

Als geimpft gelten in diesem Zusammenhang Reisende, deren vollständige Impfung mindestens 14 Tage vor Einreise nach Deutschland stattgefunden hat.

Als genesen gelten Reisende, deren Corona-Infektion mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt.

Genesene Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten unterliegen auch weiterhin der Test- und Quarantänepflicht.

Für geimpfte Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten, die über einen vollständigen Impfschutz mit einem auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts bekanntgemachten, bestimmten Impfstoff verfügen, endet die Quarantäne mit Übermittlung ihres Impfnachweises.

Als Beleg für eine vollständige Impfung oder Genesung wird ein ärztlicher Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert.

Eine Übersicht, welche Impfstoffe in Deutschland und im Ausland zugelassen* sind, gibt es beim Paul-Ehrlich-Institut. Dort steht auch, wie viele Dosen der Impfstoffe für eine vollständige Impfung benötigt werden.

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Anerkannt werden derzeit folgende Tests: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU und einigen weiteren Staaten sowie Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen.

Der Testnachweis darf in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in Papierform oder digital vorliegen. Ein Antigentest darf maximal 48 Stunden (bei Virusvarianten-Gebieten 24 Stunden), ein PCR-Test maximal 72 Stunden alt sein. Für die Berechnung ist der Zeitraum zwischen Abstrich und Einreise maßgeblich.

Alle Informationen zur Anerkennung von Corona-Tests für die Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland* gibt es beim RKI.

Ein- oder Ausreise: Genügt ein Corona-Selbsttest als Nachweis?

Die sogenannten Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Apotheken und im Handel erhältlich sind, werden bei Ein- oder Ausreisekontrollen nicht als Testnachweis akzeptiert. Hier ist ein ärztliches Zeugnis oder ein dokumentiertes negatives Testergebnis erforderlich.

Dieser Nachweis muss bei der Einreise nach Deutschland auf Papier oder digital in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorgelegt werden. Bei der Einreise in andere Länder vorab informieren, in welchen Sprachen die Testergebnisse akzeptiert werden.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Immer noch stehen einzelne Länder oder Regionen auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung.

Land

Risikogebiet

Albanien

Nein

Andorra

Ja

Belgien

Nein

Bosnien und Herzegowina

Nein

Bulgarien

Nein

Dänemark

Ja, mit der Ausnahme von Grönland

Estland

Nein

Finnland

Nein

Frankreich

Nein, nur die Regionen Korsika, Okzitanien und Provence-Alpes-Côte d'Azur

Griechenland

Ja

Großbritannien & Nordirland

Ja, Hochinzidenz-Gebiet – inklusive aller Überseegebiete

Irland

Ja

Island

Nein

Italien

Nein

Kosovo

Nein

Kroatien

Nein, nur die Region Zadar

Lettland

Nein

Liechtenstein

Nein

Litauen

Nein

Luxemburg

Nein

Malta

Ja

Monaco

Ja

Montenegro

Nein

Niederlande

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Nordmazedonien

Nein

Norwegen

Nein

Österreich

Nein

Polen

Nein

Portugal

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Republik Moldau

Nein

Rumänien

Nein

Russland

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

San Marino

Nein

Schweden

Nein

Schweiz

Nein

Serbien

Nein

Slowakei

Nein

Slowenien

Nein

Spanien

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Tschechien

Nein

Türkei

Ja

Ukraine

Nein

Ungarn

Nein

Weißrussland

Ja

Zypern

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Wer auf der Rückreise aus einem Nicht-Risikogebiet nach Deutschland Risikogebiete oder Hochinzidenz-Gebiete ohne Aufenthalt durchquert, ist von der Quarantänepflicht bei der Rückkehr befreit.

Sobald aber ein Aufenthalt stattfindet, man etwa eine Nacht in einem Hotel verbringt, gelten zusätzlich die Rückkehr-Regeln für das Land es Zwischenstopps.

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort bleibt. Selbst Einkäufe sind untersagt.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (z.B. über ihre Identität, Reiseroute und Kontaktpersonen). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

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