Einreise nach Deutschland: Testpflicht und Quarantäne

Eine Frau kontrolliert den Reiseausweis eines Mannes  am Flugahfen
Wegen der Corona-Pandemie müssen Reisende mit Kontrollen rechnen ∙ © iStock.com/lechatnoir

+++ Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert +++

Einige Länder oder Regionen weltweit gelten wegen erhöhter Covid-19-Zahlen als Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebiete. Für Reiserückkehrende gelten besondere Regeln. Was bei der Einreise nach Deutschland zu beachten ist, und wann Test bzw. Quarantäne notwendig sind.

  • Corona-Tests nur noch in Ausnahmefällen kostenlos

  • Test- bzw. Nachweispflicht für alle Einreisen nach Deutschland

  • Ausnahmen für Geimpfte, Genesene und Kinder

  • Übersicht: Inzidenzwerte in Europa und Corona-Risikogebiete weltweit

+++ Corona-Tests sind in Deutschland nicht mehr generell kostenlos. Dies betrifft u.a. ungeimpfte Reiserückkehrende aus Hochrisiko-Gebieten, die ihre Quarantäne nach fünf Tagen verkürzen möchten. Weiterhin kostenlos bleiben Corona-Tests in folgenden Ausnahmefällen: Bei Kindern unter 12 Jahren sowie bei Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können (z.B. Schwangere). Ebenfalls kostenlos testen lassen kann sich, wer wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne musste und diese durch einen negativen Test beenden möchte. +++

Definition: Virusvarianten- und Hochrisiko-Gebiet

Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert zwei Arten von Risikogebieten:

  1. Hochrisiko-Gebiet: Ein Land oder eine Region gilt dann als Corona-Hochrisikogebiet, wenn dort eine besonders hohe Inzidenz besteht oder andere Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass dort ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Dies kann beispielsweise die Ausbreitungsgeschwindigkeit sein oder nicht ausreichend vorhandene bzw. verlässliche epidemiologische Daten.

  2. Virusvarianten-Gebiet: Ein Land oder eine Region gilt dann als Virusvarianten-Gebiet, wenn dort eine in Deutschland noch nicht verbreitete Variante des Coronavirus auftritt, und zudem ungewiss ist, ob Impfstoffe oder eine überstandene Infektion keinen oder nur eingeschränkten Schutz gegenüber dieser Variante bieten bzw. schwere Krankheitsverläufe zu befürchten sind.

Europa: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Einreise aus Hochrisiko-Gebieten

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Im Ausland positiv getestet: Rückkehr mit dem Auto?

Überblick: Die neuen Einreiseregeln

Alle Reiserückkehrenden müssen einen der folgenden Nachweise bereits bei der Einreise nach Deutschland vorlegen können: einen aktuellen Corona-Test, Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesenen-Nachweis. Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren. Die neuen Einreiseregeln gelten für alle Länder unabhängig davon, ob man aus einem Nicht-Risikogebiet, einem Hochrisiko-Gebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet einreist. Die digitale Einreiseanmeldung* wird nur bei der Einreise aus einem Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebiet benötigt.

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Nach Aufenthalt in einem Hochrisiko- oder Virusvarianten-Gebiet müssen Personen, bevor sie einreisen, eine digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen: Dies kann frühestens drei Tage vor der Einreise geschehen. Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorzeigen muss. Zusätzlich wird automatisch das zuständige Gesundheitsamt* informiert, falls eine Quarantänepflicht vorliegt.

Einreise aus Hochrisiko-Gebieten

  • Wer aus einem Hochrisiko-Gebiet einreist, muss bereits bei der Einreise nach Deutschland einen der folgenden Nachweise vorlegen können: einen aktuellen Corona-Test, Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesenen-Nachweis.

  • Der Test darf frühestens 48 Stunden (bei PCR-Test frühestens 72 Stunden) vor der Einreise erfolgen. Das Ergebnis muss auf Anforderung des Beförderers (z.B. der Fluglinie) bei Abreise, der zuständigen Behörde bei Einreise oder bei polizeilicher Kontrolle vorgelegt werden.

  • Wer bei der Einreise aus einem Hochrisiko-Gebiet nur einen Corona-Test, aber keine vollständige Impfung und auch keinen Genesenen-Nachweis vorlegen kann, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen isolieren.

  • Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test ist frühestens am fünften Tag nach der Einreise möglich. Beispiel: Findet die Einreise nach Deutschland am 1. September statt, ist das Freitesten ab 6. September möglich.

    Achtung: Die Tests sind ab sofort nur noch in Ausnahmefällen (siehe oben) kostenlos.

  • Kinder unter 12 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht: Für sie endet die Quarantäne automatisch am fünften Tag nach der Einreise. Beispiel: Findet die Einreise nach Deutschland am 1. September statt, ist die Quarantäne am 6. September automatisch beendet.

  • Hochrisiko-Länder sind aktuell: Ägypten, Äthiopien, Albanien, Antigua und Barbuda, Armenien, Barbados, Belize, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Burundi, Brunei, Costa Rica, Dominica, El Salvador, Estland, einige Überseegebiete Frankreichs, Gabun, Georgien, Grenada, Großbritannien und Nordirland, Guatemala, Guyana, Haiti, Iran, Teile Irlands, Israel, Jamaika, Jemen, Kamerun, Republik Kongo, Kroatien, Kuba, Lettland, Libyen, Litauen, Malaysia, Mexiko, Republik Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nicaragua, einige Überseegebiete der Niederlande, Nordkorea, Nordmazedonien, Papua-Neuguinea, Palästinensische Gebiete, Philippinen, Rumänien, Russland, São Tomé und Príncipe, Serbien, Seychellen, Singapur, Slowenien, Sudan, Suriname, Syrische Arabische Republik, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Tadschikistan, Tansania, Thailand, Trinidad und Tobago, Turkmenistan, Türkei, USA, Ukraine, Usbekistan, Venezuela, Vietnam, Weißrussland.

Tagesausflügler und Grenzverkehr

Wer sich weniger als 24 Stunden in einem Hochrisiko-Gebiet aufgehalten hat, ist bei der Einreise nach Deutschland von der digitalen Einreiseanmeldung und der Quarantäne-Pflicht befreit. Er muss allerdings einen aktuellen Corona-Test, eine Impfung oder eine Genesung nachweisen können.

Tagesausflügler, die sich weniger als 24 Stunden in einem Nicht-Risikogebiet aufgehalten haben, brauchen bei der Rückkehr nach Deutschland keinen Corona-Test oder Nachweis über eine Impfung oder Genesung.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

  • Deutsche bzw. in Deutschland lebende Ausländer dürfen auch weiterhin aus Virusvarianten-Gebieten einreisen, müssen aber bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen (Probenentnahme für PCR-Tests darf maximal 72 Stunden vor der geplanten Einreise erfolgen, für Antigentest maximal 24 Stunden davor). Die Testpflicht gilt auch für Genesene und Geimpfte.

  • Für alle anderen Personen gilt ein Beförderungsverbot: Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen dürfen aus den genannten Gebieten diese Personen nicht mehr nach Deutschland befördern. Ausnahmen gibt es unter anderem für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

  • Für Einreisende beträgt die Quarantänezeit nach Aufenthalt in einem Virusvarianten-Gebiet 14 Tage.

  • Ein "Freitesten" nach der Einreise ist nicht möglich.

  • Kinder unter 12 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht.

  • Die Quarantäne-Pflicht gilt auch für Genesene und Geimpfte.

  • Für Geimpfte, die über einen vollständigen Impfschutz mit einem auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts bekanntgemachten, bestimmten Impfstoff verfügen, endet die Quarantäne mit Übermittlung ihres Impfnachweises. Voraussetzung ist, dass das Robert Koch-Institut festgestellt (und auf seiner Internetseite bekanntgemacht) hat, dass dieser Impfstoff gegen die Virusvariante hinreichend wirksam ist, die zur Einstufung des Gebiets als Virusvarianten-Gebiet geführt hat. Informationen des RKI* unter dem Punkt "Feststellung zur ausreichenden Effektivität von in der EU zugelassenen Impfstoffen gegen Virusvarianten gemäß § 4 Abs. 2 S. Nr. 2 Coronavirus-Einreiseverordnung".

  • Wird das entsprechende Virusvarianten-Gebiet noch während der Quarantänezeit eines Reiserückkehrers in Deutschland zum Hochrisiko-Gebiet herabgestuft, gelten für die Beendigung der Quarantäne die Regelungen für Hochrisiko-Gebiete.

  • Als Virusvarianten-Gebiete eingestuft sind derzeit: keine.

Übersicht: Virusvarianten- & Hochrisiko-Gebiete weltweit

Flugreisende benötigen Test beim Check-in

Wer mit dem Flugzeug aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, muss bereits beim Check-in am Abflugort einen der folgenden Nachweise vorlegen können: einen aktuellen Corona-Test, Nachweis einer vollständigen Impfung oder einen Genesenen-Nachweis. Dies gilt nicht für Kinder unter 12 Jahren. Bei Flügen aus Virusvarianten-Gebieten müssen auch Genesene und Geimpfte einen negativen Corona-Test vorlegen. Ohne Nachweis ist kein Mitflug möglich.

Wer gilt als geimpft oder genesen?

Als Beleg für eine vollständige Impfung wird ein ärztlicher Nachweis auf Papier oder digital (z.B. CoV-Pass-App fürs Smartphone) auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert. Die letzte Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Eine Übersicht, welche Impfstoffe in Deutschland und im Ausland zugelassen* sind, gibt es beim Paul-Ehrlich-Institut. Dort steht auch, wie viele Dosen der Impfstoffe für eine vollständige Impfung benötigt werden.

Als Beleg für eine Genesung wird ebenfalls ein ärztlicher Test-Nachweis (z.B. ein PCR-Labortest) auf Papier oder digital (z.B. CoV-Pass-App fürs Smartphone) auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert. Die Infektion muss mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegen.

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Der Testnachweis darf in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in Papierform oder digital vorliegen. Ein Antigentest darf maximal 48 Stunden (bei Virusvarianten-Gebieten 24 Stunden), ein PCR-Test maximal 72 Stunden alt sein. Für die Berechnung ist der Zeitraum zwischen Abstrich und Einreise maßgeblich.

Ein- oder Ausreise: Genügt ein Corona-Selbsttest als Nachweis?

Die sogenannten Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Apotheken und im Handel erhältlich sind, werden bei Ein- oder Ausreisekontrollen nicht als Testnachweis akzeptiert. Hier ist ein ärztliches Zeugnis oder ein dokumentiertes negatives Testergebnis erforderlich.

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Wer auf der Rückreise aus einem Nicht-Risikogebiet nach Deutschland ein Hochrisiko-Gebiet ohne Aufenthalt durchquert, ist von der Quarantänepflicht bei der Rückkehr befreit.

Sobald aber ein Aufenthalt stattfindet, man etwa eine Nacht in einem Hotel verbringt, gelten zusätzlich die Rückkehr-Regeln für das Land des Zwischenstopps.

Im Ausland positiv getestet: Rückkehr mit dem Auto?

Wer im Ausland positiv getestet wurde, muss die Vorschriften des Urlaubslandes beachten (mögliche Quarantäne vor Ort nicht ausgeschlossen). Das gilt bei einer Rückfahrt für jedes einzelne Transitland. Um diese Vorschriften zu erfahren, sollte man sich unbedingt über die Rechtslage in den betreffenden Ländern erkundigen: Dies ist über nationale Behördenseiten im Internet oder direkt bei Botschaften oder Konsulaten möglich. Allgemeingültige, länderübergreifende Übersichten gibt es nicht. Zudem können sich die Transitbestimmungen kurzfristig ändern.

Und so ist die Situation beim Grenzübertritt nach Deutschland: Es besteht kein Einreiseverbot für positiv Getestete mit Wohnsitz in Deutschland. Aber: Positiv getestete Reisende müssen sich auf schnellstem Weg nach Hause in Quarantäne begeben. Anschließend muss das zuständige Gesundheitsamt* informiert werden.

Bußgelder: Das können Verstöße kosten

Die Bußgelder für Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) können beträchtlich sein, den Rahmen hierfür geben die Bundesländer vor, im Einzelfall entscheiden die Kommunen.

So können dies etwa in Bayern oder auch in Nordrhein-Westfalen 250 Euro für Auslandsrückkehrer mit einem fehlenden Corona-Test oder einer nicht bzw. fehlerhaft ausgefüllten Einreiseanmeldung sein. Wer ohne Test aus Hochrisiko-Gebieten oder aus einem Virusvariantengebiet einreist, kann unter Umständen noch höher bestraft werden.

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort bleibt. Selbst Einkäufe sind untersagt.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrende nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (z.B. über ihre Identität, Reiseroute und Kontaktpersonen). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

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