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Quarantäne-Regeln bei der Einreise nach Deutschland

Sveti Stefan in Montenegro
In Montenegro steigt die Zahl der Corona-Infektionen ∙ © Shutterstock/S-F

Immer mehr Länder öffnen ihre Grenzen, das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für die meisten europäischen Staaten aufgehoben. Bei der Rückkehr nach Deutschland kann es für Urlauber dennoch unangenehme Überraschungen geben.

  • Vor der Reise über das Infektionsgeschehen im Urlaubsland informieren

  • Verstöße gegen Quarantäne-Auflagen können teuer werden

  • Negativer Sars-CoV-2-Test kann Quarantäne-Regelung aufheben

Corona-Quarantäne: Inzidenz-Wert ist maßgeblich

Wer jetzt eine Reise plant, sollte sich unbedingt vorab über das Infektionsgeschehen im Urlaubsland informieren. Zwar dürfen Bürger der EU sowie aus Norwegen, Liechtenstein, Island und Großbritannien wieder ohne triftigen Grund nach Deutschland einreisen und unterliegen nach Beschluss der Bundesregierung auch keinen Quarantäne-Vorschriften mehr. Doch es gibt ein großes Aber.

Die Quarantäne-Regelung kommt dennoch zu Tragen, wenn jemand aus einem EU-Staat nach Deutschland einreisen will, in dem die Zahl an Neuinfizierten innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner (Inzidenz-Wert). Das ist derzeit bei Montenegro der Fall.

Schweden erstmal knapp unter kritischem Grenzwert

Zuletzt lag Schweden als einziges EU-Land über dem kritischen Referenzwert, ist nun aber knapp unter der Grenze. Das Auswärtige Amt wird seine Reisewarnung für Schweden aber erst dann aufheben, wenn sich die 7-Tages-Inzidenz nachhaltig unter dem Wert von 50 stabilisiert.

Innerhalb Europas liegen derzeit auch Luxemburg, Kosovo und Nordmazedonien nahe der Grenze von 50 Neuinfektionen.

Übersicht: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Quarantäne bei Einreise aus Nicht-EU-Staaten

Einreisen nach Deutschland aus Nicht-EU-Ländern sollen erst später wieder schrittweise möglich werden. Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer, die sich mehrere Tage am Stück außerhalb der EU oder des Schengenraumes in sogenannten Drittstaaten aufgehalten haben, müssen bis dahin bei ihrer Rückkehr nach Deutschland für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

Alternative: Negativen Sars-CoV-2-Test vorlegen

Das Robert-Koch-Insititut informiert, dass Einreisende aus Risikogebieten gemäß den jeweiligen Quarantäne-Verordnungen ihres Bundeslandes die 14-tägige Isolation vermeiden können, wenn sie mit einem ärztlichen Zeugnis nachweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind (bzw. zum Zeitpunkt der Testung kein Sars-CoV-2 nachgewiesen werden konnte).

Ein solcher Test darf höchstens 48 Stunden vor der Einreise* nach Deutschland durchgeführt worden sein. Sofern kein Test vor Einreise durchgeführt wurde, ist es auch möglich, sich nach der Einreise nach Deutschland testen zu lassen.

Quarantäne-Sonderregelung bei Einreise nach NRW und Berlin

In Nordrhein-Westfalen hat ein Gericht die pauschale Regelung außer Vollzug gesetzt, nach der Rückkehrer aus Nicht-EU-Staaten automatisch in Quarantäne müssen. Die Behörden könnten aber Risikogebiete ausweisen, bei denen die Verhängung einer Quarantäne gerechtfertigt ist.

Rückkehrer aus Risikogebieten – zu diesen gehören auch EU-Staaten, in denen die Zahl an Neuinfizierten innerhalb der vergangenen sieben Tage 50 Fälle pro 100.000 Einwohner überstiegen hat – müssen daher auch in Nordrhein-Westfalen mit einer Quarantäne rechnen. Sobald sie wieder am Heimatort sind, müssen sie sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, das das weitere Vorgehen festlegt.

Wer aus einem Drittstaat nach Berlin einreist, muss nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts ebenfalls nicht automatisch in Corona-Quarantäne. Ausschlaggebend ist auch hier das Infektionsgeschehen im Ursprungsland.

Begründung der Richter: Es sei nicht nachvollziehbar, wieso Einreisende aus epidemiologisch so verschieden aufgestellten Ländern wie den USA, Russland oder Brasilien einerseits und Neuseeland, Australien oder Japan andererseits ohne Unterschied denselben Quarantäne-Maßnahmen unterworfen würden.

So sind die Quarantäne-Regelungen der Bundesländer im Einzelnen*

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln kann teuer werden

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort 14 Tage bleibt – selbst Einkäufe sind untersagt.

Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden. Wer gegen die im Infektionsschutz-Gesetz hinterlegte "Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Reiserückkehrende zur Bekämpfung des Coronavirus" verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Höhe des Bußgeldes variiert je nach Bundesland. So haben etwa Bayern und Schleswig-Holstein einen Bußgeldrahmen von 500 bis 10.000 Euro, in Thüringen liegt dieser bei 150 bis 500 Euro.

Strandvergnügen und Sightseeing – was in den Urlaubsländern möglich ist

Auch wenn immer mehr Länder ihre Grenzen für deutsche Touristen öffnen, wird der Sommerurlaub 2020 wegen des Coronavirus unter besonderen Umständen stattfinden. Die aktuelle Lage der beliebtesten Reiseziele:

Mit Material von dpa

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