Einreise nach Deutschland: Testpflicht und Quarantäne

Ein Schild mit der Aufschrift Bitte sofort testen lassen in Schirnding
Aufforderung zum Corona-Test an der tschechisch-deutschen Grenze bei Schirnding ∙ © dpa/Nicolas Armer

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Fast alle Länder in Europa gelten wegen hoher Covid-19-Zahlen als Risikogebiete. Die Regeln für Reiserückkehrer sind entsprechend streng. Was bei der Einreise nach Deutschland zu beachten ist und wann Test bzw. Quarantäne notwendig sind.

  • Update: Keine Testpflicht mehr für geimpfte Reiserückkehrer

  • Beschränkung für Einreise aus Virusvarianten-Gebieten bis mindestens 12. Mai

  • Übersicht: Risikogebiete und Inzidenzwerte in Europa

Für alle Reisenden, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, gelten strenge Einreiseregeln. Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert drei Arten von Risikogebieten:

  1. Risikogebiet: Unter anderem wenn der Inzidenzwert in einem Land innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

  2. Hochinzidenz-Gebiete: Gebiete mit einer Inzidenz, die ein Mehrfaches über derjenigen von Deutschland liegt, in der Regel aber mindestens 200 beträgt. Vereinzelt werden auch Regionen, die diesen Wert unterschreiten, wegen eines hohen Infektionsrisikos und weiterer Faktoren als Hochinzidenz-Gebiete bezeichnet.

  3. Virusvarianten-Gebiete: Gebiete, in denen besonders ansteckende Mutationen des Coronavirus verbreitet sind.

Europa: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Quarantäne-Regeln und Test-Pflichten für Rückkehrer

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Einreise aus Risikogebieten allgemein

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Quarantäne-Verordnungen der Bundesländer

Digitale Einreiseanmeldung für Rückkehrer

Nach Aufenthalt in einem Risikogebiet müssen Personen, bevor sie einreisen, in der Regel eine digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen. Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorzeigen muss. Zusätzlich wird automatisch das zuständige Gesundheitsamt* informiert, dass eine Quarantänepflicht vorliegt.

In seltenen Ausnahmefällen (z.B. aufgrund mangelnder technischer Ausstattung oder wegen eines technischen Problems mit der Webseite) können Einreisende anstelle der digitalen Anmeldung eine sogenannte Ersatzmitteilung in Papierform* vorlegen.

Quarantäne-Regeln und Test-Pflichten für Rückkehrer

In nahezu allen Bundesländern sind Personen, die aus einem Risikogebiet zurückkehren, verpflichtet, sich nach der Einreise auf direktem Weg nach Hause oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich dort zu isolieren. Die Quarantänezeit beträgt je nach Risikogebiet und landesrechtlichen Regelungen 10 oder 14 Tage (siehe unten). 

Spätestens 48 Stunden nach der Einreise muss man nachweisen, dass man bei Einreise nicht mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war, und den Nachweis auf Anforderung der zuständigen Behörde vorlegen. Das heißt: Jeder Einreisende aus einem Risikogebiet muss sich zwingend auf Corona testen lassen.

Wichtig für alle Quarantäne-Regeln: Da die Bundesländer diese Regelungen eigenständig umsetzen, sollten Sie sich unbedingt über die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes informieren, in das Sie einreisen. Bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen drohen Strafen.

Test und Quarantäne: Ausnahmen für Geimpfte und Genesene

Die Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Risikogebieten und Hochinzidenz-Gebieten entfällt für Genesene und vollständig Geimpfte ab dem 8. Mai.

Als geimpft gelten in diesem Zusammenhang Reisende, deren zweite¹ Impfung vor mindestens 14 Tagen stattgefunden hat.

Als genesen gelten Reisende, deren Corona-Infektion mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt.

Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten unterliegen auch weiterhin der Test- und Quaratänepflicht unabhängig vom Impfstatus.

Als Beleg für eine vollständige Impfung oder Genesung wird ein ärztlicher Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert.

¹) Beim Impfstoff von Ci­lag In­ter­na­tio­nal NV/Johnson & Johnson genügt eine Impfdosis.

Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland

Alle Flugreisenden müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Ohne negativen Test ist kein Mitflug möglich. Die Regelung gilt voraussichtlich bis 12. Mai.

Einreise aus Risikogebieten allgemein

  • Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss in den meisten Bundesländern nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich je nach Bundesland für einen Zeitraum von 10 oder 14 Tagen isolieren.

  • Die Quarantäne endet dann frühestens fünf Tage nach der Einreise, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Der Test darf frühestens am fünften Tag nach Einreise durchgeführt werden, muss danach aufbewahrt und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden.

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

  • Wer aus einem Risikogebiet einreist, in dem besonders hohe Inzidenzen bestehen, benötigt bereits bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis. Dieses muss auf Anforderung des Beförderers (z.B. der Fluglinie) bei Abreise, der zuständigen Behörde bei Einreise oder bei polizeilicher Kontrolle vorgelegt werden.

  • Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise in nahezu allen Bundesländern umgehend in Quarantäne und sich je nach Bundesland für einen Zeitraum von 10 oder 14 Tagen isolieren.

  • Ein vorzeitiges Beenden der Quarantäne durch einen negativen Test frühestens am fünften Tag nach der Einreise ist in den meisten Bundesländern möglich, aber nicht in allen.

  • Hochinzidenz-Länder sind aktuell: Ägypten, Andorra, Argentinien, Bahrain, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Ecuador, Estland, Frankreich sowie alle seine Überseegebiete, Georgien, Iran, Jordanien, Katar, Kolumbien, Kosovo, Kroatien, Kuwait, Libanon, Litauen, Malawi, Malediven, Mexiko, Mongolei, Mosambik, Nepal, Niederlande, Nordmazedonien, Oman, Palästinensische Gebiete, Paraguay, Peru, Sambia, Schweden, Serbien, Seychellen, Simbabwe, Slowenien, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tansania, Tunesien, Türkei, Ukraine, Uruguay und Zypern.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

  • Deutsche bzw. in Deutschland lebende Ausländer dürfen auch weiterhin aus Virusvarianten-Gebieten einreisen, müssen aber ebenfalls bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

  • Für alle anderen Personen gilt bis zunächst 12. Mai ein Beförderungsverbot. Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen dürfen aus den genannten Gebieten diese Personen nicht mehr nach Deutschland befördern. Ausnahmen gibt es unter anderem für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

  • Für Einreisende beträgt die Quarantänezeit nach Aufenthalt in einem Virusvariantengebiet in allen Bundesländern 14 Tage. 

  • Ein "Freitesten" fünf Tage nach der Einreise ist nicht möglich.

  • Als Virusvarianten-Gebiete gelten derzeit: Botswana, Brasilien, Eswatini, Indien, Lesotho, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Südafrika.

NRW: Test kann Quarantäne mitunter ersetzen

In Nordrhein-Westfalen gibt es keine Quarantänepflichten für Rückkehrer aus Risikogebieten oder Hochinzidenz-Gebieten, die höchstens 48 Stunden vor der Einreise oder unmittelbar nach der Einreise einen Corona-Test gemacht haben, der negativ ausgefallen ist.

Für Reisende, die aus einem Virusvarianten-Gebiet nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren, gilt: Sie müssen bei der Einreise einen maximal 48 Stunden alten Nachweis über eine negative Testung vorlegen. Zusätzlich müssen sie eine 14-tägige Quarantäne absolvieren.

Diese Corona-Tests werden bei Einreise akzeptiert

Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden derzeit folgende Tests akzeptiert: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU sowie einigen weiteren Staaten und Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen. Alle Informationen zur Anerkennung von diagnostischen Tests auf Sars-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland* gibt es beim RKI.

Ein- und Ausreise: Genügt ein Corona-Selbsttest als Nachweis?

Die sogenannten Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden bei Ein- oder Ausreisekontrollen nicht als Testnachweis akzeptiert. Hier ist ein ärztliches Zeugnis oder ein dokumentiertes negatives Testergebnis erforderlich.

Dieser Nachweis muss bei der Einreise nach Deutschland auf Papier oder digital in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorgelegt werden. Bei der Einreise in andere Länder bitte unbedingt vorab informieren, in welchen Sprachen die Testergebnisse akzeptiert werden.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Risikogebiete innerhalb Europas

Ein Land nach dem anderen in Europa wurde von der Bundesregierung auf die Corona-Risikoliste gesetzt. Nur wenige gelten als komplett "risikofrei".

Land

Risikogebiet

Albanien

Nein

Andorra

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Belgien

Ja

Bosnien und Herzegowina

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Bulgarien

Ja

Dänemark

Ja, außer Grönland und die Färöer-Inseln

Estland

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Finnland

Nein, nur die Region Päijät-Häme

Frankreich

Ja, Hochinzidenz-Gebiet – inklusive aller Übersee-Departments

Griechenland

Ja

Großbritannien

Nein, nur die Überseegebiete Bermuda und Anguilla

Irland

Nein, nur die Regionen Border, Dublin, Mid-East, Midland

Island

Nein

Italien

Ja

Kosovo

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Kroatien

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Lettland

Ja

Liechtenstein

Ja

Litauen

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Luxemburg

Ja

Malta

Nein

Monaco

Ja

Montenegro

Ja

Niederlande

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Nordmazedonien

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Norwegen

Nein, nur die Provinzen Oslo, Agder, Vestfold og Telemark und Viken

Österreich

Ja, außer die Gemeinden Jungholz (Tirol) und Mittelberg/Kleinwalsertal (Vorarlberg)

Polen

Ja

Portugal

Nein, nur die Azoren und Madeira

Republik Moldau

Ja

Rumänien

Ja

Russland

Ja

San Marino

Ja

Schweden

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Schweiz

Ja

Serbien

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Slowakei

Ja

Slowenien

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Spanien

Ja, außer Galicien, Valencia, Murcia und die Balearen (u.a. Mallorca, Ibiza, Menorca)

Tschechien

Ja

Türkei

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Ukraine

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Ungarn

Ja

Weißrussland

Ja

Zypern

Ja, Hochinzidenz-Gebiet

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Laut Auskunft deutscher Gesundheitsämter sollten sich auch Reisende, die durch ein als Risikogebiet ausgewiesenes Land gefahren sind, nach ihrer Rückkehr bei der für sie zuständigen Behörde* melden.

Falls man als Risikogebiet ausgewiesene Länder zügig durchquert und allenfalls kurze Tank- oder Toilettenpausen eingelegt hat, verzichten die Gesundheitsämter in der Regel auf eine Quarantäneanordnung. Wer dagegen zum Beispiel eine Zwischenübernachtung eingelegt, Städte besichtigt oder Verwandte bzw. Freunde getroffen hat, muss mit einer Quarantäne rechnen.

Die letzte Entscheidung liegt aber bei den Behörden. Auch können sich die Regelungen in den Bundesländern im Detail unterscheiden.

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort bleibt – bzw. bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses. Selbst Einkäufe sind untersagt.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (z.B. über ihre Identität, Reiseroute und Kontaktpersonen). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

Quarantäne-Verordnungen der Bundesländer

Alle Details finden Sie in den Einreise-Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer.

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