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Der ADAC

Einreise nach Deutschland: Verschärfte Testpflicht und Quarantäne

Autobahn mit Hinweis-Leuchttafel: "Rückreise aus Risikogebiet - Quarantäne", über der Fahrbahn, in der Dämmerung.
Hinweise für Reiserückkehrer an der Autobahn in Richtung München ∙ © dpa/Marijan Murat

Fast alle Länder in Europa gelten wegen hoher Covid-19-Zahlen als Risikogebiete. Die Regeln für Reiserückkehrer sind verschärft. Was bei der Einreise nach Deutschland zu beachten ist und wann Test bzw. Quarantäne notwendig sind.

  • Update: Einreisesperre für Virusvarianten-Gebiete bis 3. März verlängert

  • Corona-Testpflicht für Reise-Rückkehrer aus allen Risikogebieten

  • Übersicht: Risikogebiete und Inzidenzwerte in Europa

Für alle Reisenden, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, gelten ab sofort verschärfte Einreiseregeln. Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert drei Arten von Risikogebieten:

  1. Einfaches Risikogebiet: Wenn der Inzidenzwert in einem Land innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

  2. Hochinzidenz-Gebiete mit einer Inzidenz, die ein Mehrfaches über derjenigen von Deutschland liegt, in der Regel aber mindestens 200 beträgt. Vereinzelt werden auch Regionen, die diesen Wert unterschreiten, wegen eines hohen Infektionsrisikos und weiterer Faktoren als Hochinzidenz-Gebiete bezeichnet.

  3. Virusvarianten-Gebiete, in denen besonders ansteckende Mutationen des Coronavirus verbreitet sind.

Europa: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Quarantäne-Regeln und Test-Pflichten für Rückkehrer

Nach Aufenthalt in einem Risikogebiet müssen Personen, bevor sie einreisen, grundsätzlich eine digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen. Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorzeigen muss. Zusätzlich wird automatisch das zuständige Gesundheitsamt* informiert, dass eine Quarantänepflicht vorliegt.

In seltenen Ausnahmefällen (z.B. aufgrund mangelnder technischer Ausstattung oder wegen eines technischen Problems mit der Webseite) können Einreisende anstelle der digitalen Anmeldung eine sogenannte Ersatzmitteilung in Papierform* vorlegen.

Spätestens 48 Stunden nach der Einreise muss man nachweisen, dass man bei Einreise nicht mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war, und den Nachweis auf Anforderung der zuständigen Behörde vorlegen. Das heißt: Jeder Einreisende aus einem Risikogebiet muss sich zwingend auf Corona testen lassen.

Einreise aus Hochinzidenz-Gebieten

Wer aus einem Risikogebiet einreist, in dem besonders hohe Inzidenzen bestehen, benötigt bereits bei der Einreise nach Deutschland ein negatives Testergebnis. Dieses muss auf Anforderung des Beförderers (z.B. die Fluglinie) bei Abreise, der zuständigen Behörde bei Einreise oder bei polizeilicher Kontrolle vorgelegt werden.

Hochinzidenz-Länder sind aktuell: Ägypten, Albanien, Andorra, Bahrain, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Ecuador, Estland, Iran, Israel, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Malawi, Malta, Mexiko, Montenegro, Mosambik, Nordmazedonien, Palästinensische Gebiete, Portugal, Sambia, Serbien, Simbabwe, Slowenien, Sudan, Syrische Arabische Republik, Tschechien, USA und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Deutsche, bzw. in Deutschland lebenden Ausländer dürfen auch weiterhin aus Virus-Varianten-Gebieten einreisen, müssen aber ebenfalls bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.

Für alle anderen Personen gilt bis zunächst 3. März ein Einreiseverbot. Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen dürfen aus den genannten Gebieten keine Personen mehr nach Deutschland befördern. Ausnahmen gibt es u.a. für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

Als Virusvarianten-Gebiete gelten derzeit: Botswana, Brasilien, Eswatini, Irland, Lesotho, Malawi, Mosambik, Österreich (nur das Bundesland Tirol), Portugal, Sambia, Simbabwe, Slowakei, Südafrika, Tschechien, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.

Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) werden derzeit folgende Tests akzeptiert: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU sowie einigen weiteren Staaten und Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen. Alle Informationen zur Anerkennung von diagnostischen Tests auf Sars-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland* gibt es beim RKI.

Teilweise haben die Bundesländer eigene Einreise-Regeln erlassen.

Einreise aus Risikogebieten allgemein

Die zusätzlich von den Bundesländern angeordneten Quarantänepflichten bei Einreise aus Risikogebieten gelten weiterhin. Die wichtigsten auf einen Blick (Ausnahmen siehe unten):

  • Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen isolieren.

  • Die Quarantäne endet grundsätzlich frühestens fünf Tage nach der Einreise, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Der Test darf frühestens am fünften Tag nach Einreise durchgeführt werden, muss danach zehn Tage aufbewahrt und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden.

  • Corona-Test für Rückkehrer aus Risikogebieten sind nicht mehr kostenlos. Einzige Ausnahme ist Bayern, wo jeder Bürger mit festem Wohnsitz in Bayern Anspruch auf einen kostenlosen Test hat, unabhängig vom Anlass des Tests.

  • Bei Nichtbeachtung der Verpflichtungen droht ein Bußgeld.

Besonderheiten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt

Baden-Württemberg

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist, kann sich künftig nicht mehr freitesten lassen. Wer aus einem Gebiet mit Virusvarianten einreist, muss 14 Tage lang in Quarantäne bleiben und kann sich ebenfalls nicht freitesten lassen.

Menschen, die am Coronavirus erkrankt waren und wieder genesen sind, sind von der Quarantänepflicht bei der Einreise nach Baden-Württemberg befreit, wenn ihre Infektion mittels PCR-Test bestätigt wurde und bei ihrer Einreise mindestens 21 Tage und höchstens drei Monate zurückliegt (ärztliches Attest nötig). Zudem müssen sie bei Einreise symptomfrei sein.

Nordrhein-Westfalen

Für Reisende, die aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreisen, gilt grundsätzlich eine zehntägige Einreisequarantäne. Diese kann aber vermieden werden, wenn sich die Reisenden 48 Stunden vor oder bis 24 Stunden nach ihrer Einreise einem Corona-Test unterziehen und das Ergebnis des Tests negativ ist. Ein Corona-Schnelltest ist ausreichend. Wer einen PCR-Test machen lässt, muss bis zum Erhalt des Ergebnisses in Quarantäne.

Einreisende nach Nordrhein-Westfalen aus einem Land mit Virusvarianten können sich frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Corona-Test freitesten.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Tagesausflüge aus Bayern und Baden-Württemberg

Wintersportler und andere Tagestouristen, die auch nur kurz in ein Risikogebiet reisen, müssen in Bayern sowie ab sofort auch in Baden-Württemberg verpflichtend in Quarantäne. Eine Ausnahmeregelung für Aufenthalte unter 24 Stunden soll nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten: Dazu zählen unter anderem die Ausübung des Berufs, der Schul- bzw. Arztbesuch sowie familiäre Angelegenheiten.

Risikogebiete innerhalb Europas

Ein Land nach dem anderen in Europa wurde von der Bundesregierung auf die Corona-Risikoliste gesetzt. Island gilt als einziges Land noch als komplett "risikofrei".

Albanien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Andorra

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Belgien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Bosnien und Herzegowina

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Bulgarien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Dänemark

Ganz Dänemark gilt als Risikogebiet. Grönland und die Färöer-Inseln sowie die Region Midtjylland sind keine Risikogebiete.

Dänemark: Urlaub in Corona-Zeiten. Was Reisende wissen müssen

Estland

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Finnland

Die Regionen Österbotten, Mittelfinnland, Varsinais-Suomi, Satakunta und Uusimaa (hierzu gehört auch die Stadt Helsinki) gelten als Risikogebiete.

Frankreich

Das ganze Land und seine Überseegebiete mit Ausnahme von Guadeloupe, Französisch-Polynesien und Martinique sind als Risikogebiet eingestuft.

Frankreich: Urlaub in Corona-Zeiten. Was Reisende wissen müssen

Griechenland

Die Regionen Attika, Peloponnes, Westgriechenland, Mittelgriechenland und Zentralmakedonien gelten als Risikogebiete.

Griechenland: Urlaub in Corona-Zeiten. Was Reisende jetzt wissen müssen

Großbritannien

Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland gilt als Risikogebiet (Virusvarianten-Gebiet).

Irland

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Virusvarianten-Gebiet).

Island

Island gilt aktuell nicht als Risikogebiet.

Italien
Kosovo

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Kroatien
Lettland

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Liechtenstein

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Litauen

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Luxemburg

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Malta

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Monaco

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Montenegro

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Niederlande

Das ganze Land mit Ausnahme der Karibik-Insel Curaçao gilt als Risikogebiet.

Niederlande: Urlaub in Corona-Zeiten. Was Reisende wissen müssen

Nordmazedonien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Norwegen

Die Provinzen Oslo und Viken gelten als Risikogebiete.

Österreich

Das ganze Land mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz (Tirol) und Mittelberg/Kleinwalsertal (Vorarlberg) gilt als Risikogebiet. Das Bundesland Tirol zusätzlich als Virusvarianten-Gebiet.

Österreich: Urlaub in Corona-Zeiten. Was Reisende wissen müssen

Polen

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Portugal

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebiet).

Republik Moldau

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Rumänien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Russland

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

San Marino

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Schweden
Schweiz
Serbien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Slowakei

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Virusvarianten-Gebiet).

Slowenien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet).

Tschechien

Das ganze Land gilt als Risikogebiet (Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebiet).

Türkei
Ukraine

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Ungarn

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Weißrussland

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Zypern

Das ganze Land gilt als Risikogebiet.

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Laut Auskunft deutscher Gesundheitsämter sollten sich auch Reisende, die durch ein als Risikogebiet ausgewiesenes Land gefahren sind, nach ihrer Rückkehr bei der für sie zuständigen Behörde* melden.

Falls man als Risikogebiet ausgewiesene Länder zügig durchquert und allenfalls kurze Tank- oder Toilettenpausen eingelegt hat, verzichten die Gesundheitsämter in der Regel auf eine Quarantäneanordnung. Wer dagegen zum Beispiel eine Zwischenübernachtung eingelegt, Städte besichtigt oder Verwandte bzw. Freunde getroffen hat, muss mit einer Quarantäne rechnen.

Die letzte Entscheidung liegt aber bei den Behörden. Auch können sich die Regelungen in den Bundesländern im Detail unterscheiden.

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort bleibt – bzw. bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses. Selbst Einkäufe sind untersagt.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (z.B. über ihre Identität, Reiseroute und Kontaktpersonen). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

Quarantäne-Verordnungen der Bundesländer

Alle Details finden Sie in den Einreise-Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer.

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