Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Einreise nach Deutschland: Alles zu Quarantäne und Testpflicht

Autobahn mit Hinweis-Leuchttafel: "Rückreise aus Risikogebiet - Quarantäne", über der Fahrbahn, in der Dämmerung.
Hinweise für Urlaubs-Rückkehrer an der Autobahn in Richtung München ∙ © dpa/Marijan Murat

Immer mehr Urlaubsziele gelten wegen steigender Covid-19-Zahlen als Risikogebiete. Reiserückkehrer sind verunsichert: Was ist bei der Einreise nach Deutschland zu beachten? Wann ist ein Corona-Test fällig, und wann droht eine 14-tägige Quarantäne?

  • Update: Ende der kostenlosen Tests für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten

  • Bei Einreise aus Risikogebieten Corona-Test weiterhin verpflichtend

  • Ab 1. Oktober müssen Rückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne

Derzeit listet das Robert-Koch-Institut allein in Europa 21 Länder bzw. Teilregionen als Risikogebiete (Stand 16. September), darunter beliebte Urlaubsziele wie Spanien mit Mallorca und den Kanarischen Inseln, sowie Teile Kroatiens und Frankreichs, aber jetzt auch Städte wie Amsterdam, Wien, Paris, Genf, Prag und Budapest. Von einem Risikogebiet ist unter anderem dann die Rede, wenn die Zahl an Neuinfizierten innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner (Inzidenz-Wert).

Risikogebiete innerhalb Europas:

  • Albanien

  • Bosnien-Herzegowina

  • Kosovo

  • Montenegro

  • Nordmazedonien

  • Republik Moldau

  • Serbien

  • Spanien

  • Türkei

  • Ukraine

  • Weißrussland

  • Belgien:
    Die Region Brüssel

  • Bulgarien:
    Das Verwaltungsgebiet Blagoevgrad

  • Frankreich:
    Die Regionen Île-de-France (Großraum Paris), Provence-Alpes-Côte d'Azur, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhône-Alpes, Hauts-de-France sowie die Insel Korsika

  • Kroatien:
    Die Bezirke Dubrovnik-Neretva, Pozega-Slavonia, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina und Zadar

  • Niederlande:
    Die Provinzen Nordholland und Südholland

  • Österreich:
    Das Bundesland Wien

  • Rumänien:
    Die Kreise Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Iasi, Ilfov, Prahova, Vâlcea, Vaslui, Neamt und Caras Severin sowie die Hauptstadt Bukarest

  • Schweiz:
    Die Kantone Genf, Freiburg/Fribourg und Waadt/Vaud

  • Tschechien:
    Die Stadtregion Prag und die Region Středočeský

  • Ungarn:
    Die Hauptstadt Budapest

Übersicht: Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner

Corona-Testpflicht bei der Rückreise aus Risikogebieten

Zuletzt haben sich laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 60 Prozent der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Deutschland im Ausland angesteckt. Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, muss sich verpflichtend und so schnell wie möglich auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 testen lassen. Diese Regelung gilt nach einem Beschluss der Bundesländer voraussichtlich noch bis zum 1. Oktober.

Neben einem Test beim Hausarzt können sich heimkehrende Urlauber in vielen Bundesländern auch direkt nach der Ankunft an der Autobahn, am Bahnhof, Busbahnhof oder Flughafen untersuchen lassen.

Hier erfahren Sie alles zu Testmöglichkeiten an deutschen Flughäfen

An diesen Grenzübergängen gibt es Covid-19-Tests für Autourlauber

Diese Corona-Tests sind derzeit kostenlos. Ab dem 1. Oktober sollen Reisende nach einem Beschluss der Bundesländer die anfallenden Gebühren dann allerdings generell selbst tragen.

Urlauber, die mit dem Flugzeug, Zug, Schiff oder Bus nach Deutschland zurückkehren, müssen vor der Einreise eine Aussteigekarte ausfüllen. Dort müssen sie neben Kontaktdaten auch Angaben zu Symptomen und – falls vorhanden – einem Testergebnis machen. Die Angaben werden an die zuständigen Gesundheitsbehörden gegeben.

Wer mit dem Auto aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und daher bei der Einreise keine Aussteigekarte erhält, muss sich eigenständig beim zuständigen Gesundheitsamt* melden.

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Laut Auskunft deutscher Gesundheitsämter sollten sich auch Reisende, die durch ein als Risikogebiet ausgewiesenes Land gefahren sind, nach ihrer Rückkehr bei der für sie zuständigen Behörde* melden.

Wer zum Beispiel eine Zwischenübernachtung eingelegt, Städte besichtigt oder Verwandte bzw. Freunde getroffen hat, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Falls man diese Länder jedoch zügig durchquert und allenfalls kurze Tank- oder Toilettenpausen eingelegt hat, verzichten die Gesundheitsämter in der Regel auf eine Quarantäne.

Die letzte Entscheidung liegt aber bei den Behörden. Auch können sich die Regelungen in den Bundesländern im Detail unterscheiden.

Quarantäne, bis das Ergebnis vorliegt

Ebenfalls noch bis zum 1. Oktober gilt folgende Regelung: Rückkehrer aus Risikogebieten müssen bis zum Erhalt eines negativen Ergebnisses des bei der Einreise durchgeführten Tests eine häusliche Quarantäne einhalten. Diese kann stichprobenartig durch die örtlichen Behörden überprüft werden. Bei einem positiven Testergebnis verlängert sich die Dauer der Quarantäne automatisch auf mindestens 14 Tage.

Ab 1. Oktober sollen die Bestimmungen laut Beschlüssen der deutschen Bundesländer verschärft werden. Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich dann ohne Ausnahmen unverzüglich und auf direktem Weg in die eigene Wohnung begeben und eine 14-tägige Quarantäne einhalten. Diese Selbstisolation kann durch einen negativen Corona-Test, der frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr durchgeführt wird, vorzeitig beendet werden.

Ende der kostenlosen Coronatest für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten

Ab sofort sind die freiwilligen Coronatests für Reiserückkehrer, die sich in keinem Risikogebiet aufgehalten haben, nicht mehr generell kostenlos. Hintergrund ist, dass die Zahl der festgestellten Infektionen bei Testungen von Rückreisenden aus Nicht-Risikogebieten sehr gering war. Deshalb endet laut einem Beschluss der Bundesregierung die Möglichkeit zur kostenlosen Testung für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten am 15. September. Lediglich Bayern hält an den Gratis-Tests bis mindestens 1. Oktober fest.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort 14 Tage bleibt – bzw. bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses. Selbst Einkäufe sind untersagt. Wer dagegen verstößt, riskiert hohe Geld- oder Freiheitsstrafen.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine "Zwangsquarantäne" als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (u.a. über ihre Identität, Reiseroute sowie Kontaktdaten). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

So sind die Quarantäne-Regelungen der Bundesländer im Einzelnen*

Mit Material von dpa

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.