Peru: Reisen nach Machu Picchu wegen Unruhen nicht möglich

Inkastätte Machu Picchu: Lamas in Sicht, aber keine Touristen
Inkastätte Machu Picchu: Lamas in Sicht, aber keine Touristen© Shutterstock/Pav-Pro Photography Ltd

Peru-Reisende müssen sich weiter auf massive Einschränkungen einstellen. Ein Besuch der Inkastätte Machu Picchu ist derzeit nicht möglich. Das Auswärtige Amt rät von Reisen ab. Was jetzt zu beachten ist.

  • Update: Zugverkehr nach Machu Picchu ausgesetzt

  • Flughäfen immer wieder geschlossen

  • Auswärtiges Amt rät dringend von Reisen in die Anden- und Amazonasregion ab

  • Das raten ADAC Juristinnen und Juristen

Seit der Amtsenthebung des peruanischen Präsidenten Castillo im Dezember 2022 gilt in Peru der landesweite Notstand. Seither kommt es in der Andenregion und zuletzt auch im Amazonasgebiet, in der Hauptstadt Lima und im Norden des Landes immer wieder zu Protesten und teilweise gewalttätigen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Peru ab

Das Auswärtige Amt rät aktuell von nicht notwendigen Reisen nach Peru ab. "Dringend abgeraten" wird von Reisen in die Andenregionen Arequipa, Apurímac, Puno und Cusco mit der Inkastätte Machu Picchu sowie in die Amazonasregion Puerto Maldonado, in der die meisten Regenwaldtouren starten.

Für die Stadt Puno, das Touristenzentrum am Titicacasee, haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie gilt von 20 Uhr bis 4 Uhr.

In der Andenmetropole Cusco nehmen derzeit viele Hotels keine Gäste auf.

Besuch von Machu Picchu derzeit nicht möglich

In den Regionen Cusco und Puno (Titicacasee) haben Gewerkschaften, Verbände und lokale Organisationen zu unbefristeten Streiks aufgerufen. Reisende müssen mit Straßenblockaden und Demonstrationen rechnen, die häufig in Gewalt umschlagen.

Der Bahnverkehr von und nach Machu Picchu wurde für unbestimmte Zeit ausgesetzt. Auch der Inka-Trail, über den man mit einer dreitägigen Trekking-Tour zur archäologischen Stätte gelangen kann, ist derzeit für Touristen gesperrt. Eine Straßenverbindung nach Machu Picchu gibt es nicht.

Die Bahngesellschaft Perurail bietet Reisenden angesichts der Umstände eine kostenlose Umbuchung von Zugtickets* an. Komplette Stornierungen* sind gegen einen Einbehalt von zehn Prozent des Ticketpreises möglich.

Bis auf weiteres eingestellt bleibt auch der Zugverkehr auf der knapp 400 Kilometer langen Bahnstrecke Cusco – Juliaca – Puno (Titicacasee). Hier gibt es zwar auch eine gut ausgebaute Straßenverbindung, diese wird allerdings ebenfalls immer wieder durch Protestaktionen blockiert. Aus diesem Grund ist auch der Fernbusverkehr weitgehend ausgesetzt.

Detailliertere Infos zur aktuellen Situation findet man bei der Eisenbahn-Gesellschaft Perurail*.

Peru: Immer wieder Flughäfen geschlossen

Aufgrund der politischen Lage werden immer wieder Flughäfen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Zu den für deutsche Reisende wichtigsten Flughäfen im Andengebiet zählen:

  • Cusco

  • Arequipa

  • Juliaca

  • Andahuaylas

  • Ayacucho

Touristisch besonders bedeutend sind insbesondere die Airports von Cusco als zentrale Anlaufstelle für Reisen ins Andenhochland sowie Juliaca für Flugreisen zum Titicacasee.

Grenzübergänge nach Bolivien blockiert

Massive Störungen gibt es auch an den Grenzübergängen nach Bolivien: Diese werden immer wieder durch Protestaktionen blockiert oder von den peruanischen Behörden aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ein Grenzübertritt ist dadurch nicht garantiert. Dies gilt insbesondere für die wichtige Grenzstelle Desaguadero am Titicacasee auf der Straßenverbindung zwischen Puno und La Paz.

Amazonas-Regenwald: Touren derzeit kaum möglich

Vermehrte Streiks gibt es auch rund um die Stadt Puerto Maldonado im Südosten des Landes. Sie gilt als Tor zum Amazonas-Regenwald. Die einzige Straßenverbindung nach Puerto Maldonado ist immer wieder das Ziel von Blockade-Aktionen.

Durch die Proteste sind die Lebensmittel- und Treibstoffversorgung der Region stark beeinträchtigt. Die meisten Regenwald-Touren, die in Puerto Maldonado starten, sind ausgesetzt.

Das sollten Urlauber vor Ort tun

Wer vor Ort ist, sollte wachsam bleiben, sich über die lokalen Medien oder seine Unterkunft sowie über den Twitterkanal der peruanischen Polizei* informieren und sich von Menschenansammlungen fernhalten. Den Anweisungen der Behörden ist stets Folge zu leisten.

Auf keinen Fall sollte man versuchen Straßenblockaden zu überwinden. Dies kann zu aggressiven Handlungen der Protestierenden führen. Warten Sie mit Ihrer Weiterreise, bis die Straßen passierbar sind.

Reisende sollten sich nicht zum Flughafen begeben, wenn sie keinen bestätigten Flug haben, der Zutritt zum Flughafengebäude wird nur gegen Vorlage eines Flugtickets gewährt.

Touristinnen und Touristen im Land sollten sich bei der peruanischen Tourismusbehörde* oder bei der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts* registrieren, so dass die Behörden einen Überblick über die betroffenen Urlauber bekommen.

Das rät der ADAC Peru-Reisenden

Da es sich bei dem Hinweis des Auswärtigen Amtes noch nicht um eine Reisewarnung handelt, sollten sich Reisende nicht darauf verlassen, dass sie kostenfrei stornieren können. Dies käme tatsächlich nur in Betracht, wenn z.B. vom Veranstalter Beschränkungen im Reiseablauf vorgenommen, also etwa gebuchte Ausflüge oder Besichtigungen nicht mehr stattfinden oder ein Transport nicht mehr durchgeführt werden kann.

Angst kein Grund, Reisen kostenlos zu stornieren

Kann die Reise jedoch wie gebucht stattfinden, reicht die – wenn auch nachvollziehbare – Angst von Reisenden nicht aus, um sich kostenfrei von dem Vertrag zu lösen. Möglich bleibt jedoch natürlich immer der Rücktritt gegen Zahlung der Stornogebühr.

Es empfiehlt sich immer, mit dem Veranstalter nach einer gütlichen Einigung zu suchen. Viele Veranstalter kommen ihren Kunden hier bereits aus Kulanz entgegen, indem sie beispielsweise eine Umbuchung der Reise zulassen.

Mit Material von dpa.

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Katja Fastrich
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Dr. Norbert Prack
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