Park-App-Vergleich: Wie sich Kosten und Leistungen unterscheiden
Von André Gieße

Mit der passenden App können Autofahrende in immer mehr Städten ein Parkticket bequem via Smartphone buchen und einfach digital zahlen. Das sollten Sie über die Park-Apps wissen.
Anbietervielfalt: Je nach Ort braucht man unterschiedliche Apps
Praktisch: Minutengenaue Abrechnung auf dem Handy
Servicegebühren erhöhen die Parkkosten häufig
Park-Apps ersetzen zunehmend die Suche nach Parkautomaten und Kleingeld. Was können diese digitalen Helfer und wie viel kosten sie? Ein Überblick über Leistungen und Kosten der Anbieter.
Wie funktioniert eine Park-App?

Park-Apps funktionieren im Grunde wie ein digitaler Parkscheinautomat auf dem Smartphone: Nach dem Download aus dem App-Store muss man sich einmal mit seinen Zahlungsdaten und dem Nummernschild des Autos registrieren. In der Park-App lassen sich danach die passenden Parkplätze und -zonen auswählen – entweder über GPS, über den vor Ort ausgeschilderten Zonen-Code oder über die Kartenansicht in der App.
Mit dem Start des Parkvorgangs wird ein digitales Ticket aktiviert und am Ende automatisch mit der hinterlegten Zahlungsmethode abgerechnet – das Parken lässt sich bei Bedarf meist verlängern oder früher stoppen. Die Parkberechtigung ist im System der Stadt oder des Betreibers hinterlegt. Digitale Belege und eine Historie der Parkvorgänge sind in vielen Park-Apps ebenfalls verfügbar.
Bei einer möglichen Kontrolle des Parkplatzes kann das Ordnungspersonal in seinem Kontrollgerät nachschauen, ob für das jeweilige Autokennzeichen ein digitales Parkticket gebucht worden ist.
Vorteile und Nachteile von Park-Apps
Vorteile: Man muss keinen Parkautomaten und kein Kleingeld suchen. Bei vielen Park-Apps gibt es – anders als am Parkautomaten – keine starren Zeitfenster mehr. Stattdessen kann die Parkdauer häufig flexibel verlängert, gestoppt oder minutengenau abgerechnet werden. Das spart Geld und Stress. Eine Push-Mitteilung warnt außerdem, wann die gebuchte Parkdauer überschritten ist.
Besonders bequem: Viele Park-Apps funktionieren nicht nur am Straßenrand, sondern teilweise auch in Parkhäusern oder Tiefgaragen. Dank Kameratechnik wird das Kennzeichen bei der Ein- und Ausfahrt erkannt. Dann öffnet sich die Schranke automatisch und die Parkgebühren werden anschließend über die App abgerechnet. In einigen Autos von Audi, Mercedes, Polestar, Renault und Volvo sind Park-Apps sogar im Bordsystem integriert. Das Handy kann also in der Tasche bleiben.
Nachteile: Die meisten Anbieter von Park-Apps verlangen für ihre Dienste eine Servicegebühr. Diese kann bis zu 25 Prozent des Parkpreises kosten. So wird Parken im öffentlichen Raum zwar komfortabler, aber auch teuer. Ein ungenaues GPS führt oft dazu, dass nicht der richtige Parkbereich ausgewählt wird. Und wer an vielen Orten unterwegs ist, benötigt verschiedene Park-Apps.
Anbieter-Vielfalt und regionales Wirrwarr

Eine Park-App genügt meistens nicht. Es gibt nämlich keine App, mit der man zuverlässig in ganz Deutschland parken kann. Jede Kommune hat ihre eigenen Regeln und die Lizenz für Parkgebühren an unterschiedliche Anbieter vergeben. Autofahrende brauchen häufig sogar innerhalb derselben Stadt mehrere Park-Apps auf ihrem Smartphone, weil die Service-Gebühren der Anbieter in einer Parkzone unterschiedlich hoch sein können.
Lokale Sonderregeln erschweren das Handyparken
Es gibt daneben lokale Lösungen oder Apps für Parkhäuser, die aber nicht dasselbe sind wie eine kommunale App fürs Handyparken im öffentlichen Straßenraum. Die Stadt München etwa hat ihre eigene Park-App, die nur in der bayerischen Landeshauptstadt funktioniert: HandyParken München.
Erschwerend kommt hinzu, dass manche kleineren oder mittelgroßen Städte zusätzlich zum elektrischen Parkticket eine "Vignette" an der Windschutzscheibe verlangen. Bei den App-Anbietern gibt es Vorlagen für Hinweis-Sticker. Oft genügt auch eine handschriftliche Notiz im Auto.
Park-Apps im Vergleich: Welche ist die beste?
Die bekanntesten Park-Apps in Deutschland unterscheiden sich nicht nur darin, an wie vielen Orten sie verfügbar sind. Easypark, Mobilet, Parkster, PayByPhone, Parco und Peuka verlangen von Autofahrenden auch unterschiedlich hohe Servicegebühren: pauschal oder prozentual berechnet, mit Abo oder ohne Aufschlag.
Einige Unternehmen bieten neben der Ticketbuchung im öffentlichen Straßenraum weitere Features wie Parkplatzsuche oder Kameraparken in Parkhäusern an.
Die Tabelle zeigt die unterschiedlichen Leistungen und Kosten der gängigen Park-App-Anbieter:
| Anbieter | Verfügbarkeit | Besondere Funktionen | Gebühren |
|---|---|---|---|
Easypark |
|
|
|
Parkster |
|
|
|
Mobilet |
|
|
|
PayByPhone |
|
|
|
Parco |
|
|
|
Peuka |
|
|
|
Eine "beste" Park-App gibt es nicht. Welche App sich am meisten eignet, hängt vor allem davon ab, wo man parkt, wie oft man parkt und welche Zusatzfunktionen wichtig sind. Generell lässt sich sagen, dass man mit EasyPark wohl die meisten Parkgebiete abdeckt. Für preisbewusste Autofahrerinnen und Autofahrer gibt es bei Parkster ein aufs Wesentliche reduziertes Angebot ohne Servicegebühren.
Welche Park-Apps sind in meiner Stadt verfügbar?
Alle im ADAC Vergleich aufgeführten Anbieter sind Mitglieder von Smartparking, einer bundesweiten Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung. Auf deren Online-Plattform können Verbraucherinnen und Verbraucher sehen, welche Park-Apps in ihrer Stadt oder Gemeinde verfügbar sind. Das deckt nicht alle möglichen Alternativen ab, ist aber dennoch ein wertvoller Überblick.
Parkautomat kaputt, Park-App streikt: Was tun?
Streikt ein Parkautomat und funktioniert die Park-App nicht, sind Autofahrer verpflichtet, in einem Radius von mindestens 150 Metern einen anderen funktionstüchtigen Automaten zu suchen. Wenn es keinen weiteren in der Nähe gibt, dürfen sie die blaue Parkscheibe im Auto auslegen. Mit dieser kann man bis zur zulässigen Höchstdauer parken. Ein handgeschriebener Zettel genügt nicht.
Fotografieren Sie den defekten Parkautomaten (inklusive Automatennummer) als Beweis für den Fall, dass danach fälschlicherweise ein Strafzettel eintrifft. Falls Sie nicht das passende Kleingeld dabeihaben oder die Kartenzahlung nicht funktioniert, ist beides auch kein "Freiparkschein". Auf privaten Parkplätzen (z.B. Supermärkte) gelten möglicherweise eigene Regeln, die dort aushängen.
Beratung und Recherche: Manuel Griesmann/Technikzentrum Landsberg