Park-App-Vergleich: Wie sich Kosten und Leistungen unterscheiden

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Von André Gieße

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Anzeige der PArkdauer in der EasyPark App
Minutengenaue Abrechnung: Park-Apps versprechen komfortableres Bezahlen© imago images/localpic

Mit der passenden App können Autofahrende in immer mehr Städten ein Parkticket bequem via Smartphone buchen und einfach digital zahlen. Das sollten Sie über die Park-Apps wissen.

  • Anbietervielfalt: Je nach Ort braucht man unterschiedliche Apps

  • Praktisch: Minutengenaue Abrechnung auf dem Handy

  • Servicegebühren erhöhen die Parkkosten häufig

Park-Apps ersetzen zunehmend die Suche nach Parkautomaten und Kleingeld. Was können diese digitalen Helfer und wie viel kosten sie? Ein Überblick über Leistungen und Kosten der Anbieter.

Wie funktioniert eine Park-App?

Hinweis zu PaybyPhone auf einem Parkplatz
Auf Parkautomaten oder Schildern sind die Zonen-Codes für Park-Apps ausgewiesen© imago images/Jürgen Ritter

Park-Apps funktionieren im Grunde wie ein digitaler Parkscheinautomat auf dem Smartphone: Nach dem Download aus dem App-Store muss man sich einmal mit seinen Zahlungsdaten und dem Nummernschild des Autos registrieren. In der Park-App lassen sich danach die passenden Parkplätze und -zonen auswählen – entweder über GPS, über den vor Ort ausgeschilderten Zonen-Code oder über die Kartenansicht in der App.

Mit dem Start des Parkvorgangs wird ein digitales Ticket aktiviert und am Ende automatisch mit der hinterlegten Zahlungsmethode abgerechnet – das Parken lässt sich bei Bedarf meist verlängern oder früher stoppen. Die Parkberechtigung ist im System der Stadt oder des Betreibers hinterlegt. Digitale Belege und eine Historie der Parkvorgänge sind in vielen Park-Apps ebenfalls verfügbar.

Bei einer möglichen Kontrolle des Parkplatzes kann das Ordnungspersonal in seinem Kontrollgerät nachschauen, ob für das jeweilige Autokennzeichen ein digitales Parkticket gebucht worden ist.

Vorteile und Nachteile von Park-Apps

Vorteile: Man muss keinen Parkautomaten und kein Kleingeld suchen. Bei vielen Park-Apps gibt es – anders als am Parkautomaten – keine starren Zeitfenster mehr. Stattdessen kann die Parkdauer häufig flexibel verlängert, gestoppt oder minutengenau abgerechnet werden. Das spart Geld und Stress. Eine Push-Mitteilung warnt außerdem, wann die gebuchte Parkdauer überschritten ist.

Besonders bequem: Viele Park-Apps funktionieren nicht nur am Straßenrand, sondern teilweise auch in Parkhäusern oder Tiefgaragen. Dank Kameratechnik wird das Kennzeichen bei der Ein- und Ausfahrt erkannt. Dann öffnet sich die Schranke automatisch und die Parkgebühren werden anschließend über die App abgerechnet. In einigen Autos von Audi, Mercedes, Polestar, Renault und Volvo sind Park-Apps sogar im Bordsystem integriert. Das Handy kann also in der Tasche bleiben.

Nachteile: Die meisten Anbieter von Park-Apps verlangen für ihre Dienste eine Servicegebühr. Diese kann bis zu 25 Prozent des Parkpreises kosten. So wird Parken im öffentlichen Raum zwar komfortabler, aber auch teuer. Ein ungenaues GPS führt oft dazu, dass nicht der richtige Parkbereich ausgewählt wird. Und wer an vielen Orten unterwegs ist, benötigt verschiedene Park-Apps.

Anbieter-Vielfalt und regionales Wirrwarr

Info zum Handyparken auf einem Parkscheinautomaten
Bei den vielen Park-App-Anbietern können Autofahrer den Überblick verlieren© imago images/Funke Foto Services

Eine Park-App genügt meistens nicht. Es gibt nämlich keine App, mit der man zuverlässig in ganz Deutschland parken kann. Jede Kommune hat ihre eigenen Regeln und die Lizenz für Parkgebühren an unterschiedliche Anbieter vergeben. Autofahrende brauchen häufig sogar innerhalb derselben Stadt mehrere Park-Apps auf ihrem Smartphone, weil die Service-Gebühren der Anbieter in einer Parkzone unterschiedlich hoch sein können.

Lokale Sonderregeln erschweren das Handyparken

Es gibt daneben lokale Lösungen oder Apps für Parkhäuser, die aber nicht dasselbe sind wie eine kommunale App fürs Handyparken im öffentlichen Straßenraum. Die Stadt München etwa hat ihre eigene Park-App, die nur in der bayerischen Landeshauptstadt funktioniert: HandyParken München.

Erschwerend kommt hinzu, dass manche kleineren oder mittelgroßen Städte zusätzlich zum elektrischen Parkticket eine "Vignette" an der Windschutzscheibe verlangen. Bei den App-Anbietern gibt es Vorlagen für Hinweis-Sticker. Oft genügt auch eine handschriftliche Notiz im Auto.

Park-Apps im Vergleich: Welche ist die beste?

Die bekanntesten Park-Apps in Deutschland unterscheiden sich nicht nur darin, an wie vielen Orten sie verfügbar sind. Easypark, Mobilet, Parkster, PayByPhone, Parco und Peuka verlangen von Autofahrenden auch unterschiedlich hohe Servicegebühren: pauschal oder prozentual berechnet, mit Abo oder ohne Aufschlag.

Einige Unternehmen bieten neben der Ticketbuchung im öffentlichen Straßenraum weitere Features wie Parkplatzsuche oder Kameraparken in Parkhäusern an.

Die Tabelle zeigt die unterschiedlichen Leistungen und Kosten der gängigen Park-App-Anbieter:

AnbieterVerfügbarkeitBesondere FunktionenGebühren

Easypark

  • deutschlandweit in über 850 Städten
  • weltweit in über 21 Ländern (u.a. Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Niederlande)
  • smarte Parkplatzsuche
  • In-Car-Integration: Apple CarPlay und Android Auto
  • digitale Belege und Push-Nachricht vor Ablauf der Parkzeit
  • Kameraparken dank automatischer Kennzeichenerkennung
  • integriertes Feature fürs E-Auto-Laden (mit Stationssuche)
  • gibt Geschäftskonto mit erweiterten Abrechnungsmöglichkeiten
  • bis zu 15 % Servicegebühr je Nutzung (min. 0 bis 0,55 €) im Modell "Small"
  • oder pauschal 3,99 €/Monat im Abo im Modell "Go" (unbegrenzte Parkvorgänge)

Parkster

  • deutschlandweit in über 650 Städten
  • auch in Österreich
  • digitale Belege und Push-Nachricht vor Ablauf der Parkzeit (gegen Servicegebühr)
  • Kameraparken dank automatischer Kennzeichenerkennung (an wenigen Standorten)
  • Parken per SMS nach einmaliger Registrierung möglich
  • gibt Familien- oder Geschäftskonto mit erweiterten Abrechnungsmöglichkeiten (gegen Servicegebühr)
  • ohne Servicekosten bei "Neutral" (keine Zusatzfunktionen wie Familienkonto, Überzahlungsschutz, Auslandsparken)
  • 0,50 € pro Nutzung bei Modellen "Express" und "Complete" (umfasst Zusatzfunktionen und im Ausland nötig)

Mobilet

  • deutschlandweit in über 500 Städten
  • auch in Polen
  • integriertes Modul fürs E-Auto-Laden (mit Stationssuche)
  • weitere Module, um ÖPNV-Tickets oder Kurtaxe zu zahlen
  • 0,10 € pro Transaktion oder 0,10 € je angefangener Euro der Parkgebühr

PayByPhone

  • deutschlandweit in über 400 Städten
  • weltweit in über 1300 Städten (u.a. Belgien, Großbritannien, Kanada, USA)
  • smarte Parkplatzsuche
  • digitale Belege und Push-Nachricht vor Ablauf der Parkzeit (gegen Servicegebühr von 0,15 € pro SMS)
  • Kameraparken dank automatischer Kennzeichenerkennung (in über 150 Parkhäusern in Dtl.)
  • gibt Businesskonto mit erweiterten Abrechnungsmöglichkeiten (Abo)
  • an einzelnen Standorten kostenlos
  • meist bis zu 15 % Servicegebühr je Nutzung (min. 0 bis 0,49 €)

Parco

  • deutschlandweit in fast 300 Städten
  • auch in Österreich
  • smarte Parkplatzsuche
  • digitale Belege und Push-Nachricht vor Ablauf der Parkzeit
  • Kameraparken dank automatischer Kennzeichenerkennung (noch in wenigen Parkhäusern)
  • 0,15 € plus 5 Prozent der Parkgebühr pro Vorgang

Peuka

  • deutschlandweit in fast 60 Städten
  • auch in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien
  • App-Nutzer können auch private Stellplätze von Privatpersonen oder Unternehmen (z. B. Firmenparkplätze nach Feierabend oder am Wochenende) mieten
  • 10 % pro Nutzung für öffentliche Parkzonen
  • Preise für exklusive Stellplätze werden von den jeweiligen privaten oder gewerblichen Vermietern festgelegt
(c) ADAC e.V.; Stand: Juni 2026; Angaben ohne Gewähr

Eine "beste" Park-App gibt es nicht. Welche App sich am meisten eignet, hängt vor allem davon ab, wo man parkt, wie oft man parkt und welche Zusatzfunktionen wichtig sind. Generell lässt sich sagen, dass man mit EasyPark wohl die meisten Parkgebiete abdeckt. Für preisbewusste Autofahrerinnen und Autofahrer gibt es bei Parkster ein aufs Wesentliche reduziertes Angebot ohne Servicegebühren.

Welche Park-Apps sind in meiner Stadt verfügbar?

Alle im ADAC Vergleich aufgeführten Anbieter sind Mitglieder von Smartparking, einer bundesweiten Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung. Auf deren Online-Plattform können Verbraucherinnen und Verbraucher sehen, welche Park-Apps in ihrer Stadt oder Gemeinde verfügbar sind. Das deckt nicht alle möglichen Alternativen ab, ist aber dennoch ein wertvoller Überblick.

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Parkautomat kaputt, Park-App streikt: Was tun?

Streikt ein Parkautomat und funktioniert die Park-App nicht, sind Autofahrer verpflichtet, in einem Radius von mindestens 150 Metern einen anderen funktionstüchtigen Automaten zu suchen. Wenn es keinen weiteren in der Nähe gibt, dürfen sie die blaue Parkscheibe im Auto auslegen. Mit dieser kann man bis zur zulässigen Höchstdauer parken. Ein handgeschriebener Zettel genügt nicht.

Fotografieren Sie den defekten Parkautomaten (inklusive Automatennummer) als Beweis für den Fall, dass danach fälschlicherweise ein Strafzettel eintrifft. Falls Sie nicht das passende Kleingeld dabeihaben oder die Kartenzahlung nicht funktioniert, ist beides auch kein "Freiparkschein". Auf privaten Parkplätzen (z.B. Supermärkte) gelten möglicherweise eigene Regeln, die dort aushängen.

Beratung und Recherche: Manuel Griesmann/Technikzentrum Landsberg