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Der ADAC

ÖPNV-Bilanz 2019: So nutzten die Deutschen Bus, Bahn und Tram

Viele Fahrgaeste an Trambahn und Bushaltestelle in Dresden
Mehr als zehn Milliarden Fahrgäste nutzten 2019 in Deutschland öffentliche Verkehrsmittel ∙ © ADAC/Thomas Schlorke

Mehr als zehn Milliarden Fahrgäste sind im vergangenen Jahr in Deutschland mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs gewesen. In Zukunft sollen es deutlich mehr werden.

Zwar seien damit die Fahrgastzahlen im 22. Jahr in Folge gestiegen, jedoch deutlich geringer als in den Vorjahren, erklärte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bei der Präsentation seiner ÖPNV-Jahresbilanz. Für die Branche sei dies ein Zeichen, dass man zusätzliche Angebote und Kapazitäten schaffen müsse.


30 Prozent mehr Fahrgäste bis 2030

Bis zum Jahr 2030 will die Branche die Zahl der Fahrgäste um 30 Prozent steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, nimmt VDV-Präsident Ingo Wortmann Bund, Länder, Kommunen und die Verkehrsunternehmen selbst in die Pflicht: „Das deutsche Nahverkehrssystem ist eines der besten weltweit. Um aber für den Klimaschutz in den kommenden Jahren deutlich mehr Fahrgäste zu befördern, brauchen wir eine Angebots-, Ausbau- und Modernisierungsoffensive.“ Schon jetzt lassen sich durch Busse und Bahnen jährlich 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.

VDV: Subventionierte Tickets sind der falsche Weg

Mit dem Verkauf von Fahrkarten haben die Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 13,3 Milliarden Euro erlöst, das sind rund 2,2 Milliarden mehr als im Vorjahr. Die Ticketeinnahmen seien für die Verkehrsunternehmen die wesentliche Grundlage für die Finanzierung des ÖPNV-Betriebs.

Daher seien die steigenden Beiträge, die die Fahrgäste durch ihre Ticketkäufe jährlich leisteten, dringend nötig, um das Angebot stetig zu verbessern. „Einen Großteil dieser Einnahmen – wie momentan häufig diskutiert wird – dauerhaft durch Steuermittel zu subventionieren, halten wir unternehmerisch für den falschen Weg. Fahrgäste wollen nicht in erster Linie nur günstig fahren, sondern ein qualitativ gutes und möglichst lückenlos verfügbares ÖPNV-Angebot nutzen“, so Wortmann.

Eine Fahrt kostet im Schnitt 1,11 Euro

Über alle Ticketangebote gerechnet zahlen Kundinnen und Kunden 1,11 Euro pro Fahrt mit Bus oder Bahn im Nahverkehr. Im Jahr 2008 waren dies noch 0,89 Euro, was einer Preiserhöhung von 25 Prozent entspricht. Der Preis für ein ÖPNV-Einzelticket liegt im bundesweiten Schnitt bei 2,70 Euro, eine Monatskarte kostet 54,45 Euro.

"Damit Menschen auf das Auto verzichten , müssen die Alternativen attraktiv sein", sagt ADAC Sprecherin Katrin van Randenborgh anlässlich der Veröffentlichung der VDV-Zahlen. Verfügbarkeit, Takt, aber auch die Fahrkartenpreise des ÖPNV müssten mit dem Auto konkurrieren können. Im Jahr 2019 hat der ADAC in einem bundesweiten Preisvergleich ermittelt, in welchen Städten ÖPNV-Tickets besonders teuer sind.