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Der ADAC

Massiver Mangel an Lkw-Parkplätzen

Überfüllter Autobahnparkplatz
Engpass an der Autobahn: In Deutschland fehlen etliche Lkw-Parkplätze ∙ © imago images/JOKER

Jede Nacht suchen rund 23.500 Trucker entlang deutscher Autobahnen vergeblich einen legalen Parkplatz für ihren Lkw. Das geht aus einer Studie der Bundesanstalt für das Straßenwesen hervor. Besonders prekär ist die Lage in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Das sagt der ADAC.

  • Nur 70.000 Trucker finden einen Parkplatz entlang der Autobahnen

  • Die meisten Lkw-Stellplätze fehlen in Bayern und Nordrhein-Westfalen

  • Verbotswidrig abgestellt Lkw gefährden die Verkehrssicherheit

  • Bund will für den Bau 4000 neuer Lkw-Stellplätze 90 Millionen Euro investieren

Es ist wie die Reise nach Jerusalem, nur dass es nicht um Stühle geht, sondern um Stellplätze – und dass sich der Spaß dabei für Lkw-Fahrer in Grenzen hält. Erfolgreich bei der Suche nach einem Parkplatz für die Nacht sind nur etwa 70.000 Trucker. Sie finden eine der für sie vorgesehenen Stellflächen auf Raststätten, Parkplätzen, Autohöfen oder sonstigen Abstellorten entlang der deutschen Autobahnen.

Rund 23.500 gehen regelmäßig leer aus und sind gezwungen, ihr Fahrzeug verbotswidrig abzustellen. Trotz aller Anstrengungen hinkt damit die Kapazität der Lkw-Parkplätze dem Bedarf weit hinterher. Laut Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) fehlen die meisten Abstellmöglichkeiten in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

ADAC: Massive Gefährdung der Verkehrssicherheit

ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz: "Ein weiterer zügiger Ausbau der Lkw-Stellplatzkapazitäten ist zwingend erforderlich. Zu oft sind Lkw-Fahrer gezwungen, ihr Fahrzeug auf dem Standstreifen oder in Ausfahrten von Rastanlagen abzustellen. Dies führt zu einer massiven Gefährdung der Verkehrssicherheit."

Obwohl in den vergangenen Jahren bereits viele neue Lkw-Stellplätze geschaffen worden sind, reichen die bisherigen Bemühungen bei Weitem nicht aus. Die prognostizierte weitere Zunahme des Schwerverkehrs in den kommenden Jahren unterstreicht die Dringlichkeit des Ausbaus zusätzlicher Plätze.

Der ADAC empfiehlt, die Kapazitäten an bestehenden sowie bei neuen Rastanlagen durch intelligente Parksysteme zu erweitern. Auch private Firmengelände sollten stärker für die Nutzung in Betracht gezogen werden. Die Einführung eines Parkleitsystems, das Lkw-Fahrer über die Belegung von Stellplätzen frühzeitig informiert, steckt bislang noch in den Anfängen. Gefordert ist in jedem Fall der Bund, den Ausbau der Stellplatz-Kapazitäten zügig voranzutreiben und auch die Schaffung von Plätzen durch Privatinvestoren zu fördern.

ADAC begrüßt geplante Förderung des Baus neuer Stellplätze

Die Empfehlung des ADAC, den Bau neuer Lkw-Stellplätze durch Privatinvestoren zu fördern, hat der Bund jetzt aufgegriffen. 90 Millionen Euro will er in den nächsten vier Jahren für die Schaffung von 4000 zusätzlichen Plätzen zur Verfügung stellen. Das teilte das Bundesverkehrsministerium am 28. Dezember 2020 mit. Der Förderstart liegt noch im ersten Halbjahr 2021. Gebaut werden Plätze im Drei-Kilometer-Radius von Autobahn-Anschlussstellen. Es werde nun erstmals auch in den Ausbau von Stellplätzen auf Autohöfen und in Gewerbegebieten investiert, teilte Bundesverkehrsminister Scheuer mit.

Auch wenn sich durch diese Maßnahme allein das Stellplatz-Problem nicht lösen lässt, ist sie nach Ansicht des ADAC doch ein wertvoller Beitrag. Immerhin könnte damit gut ein Sechstel des derzeitigen Stellplatzdefizits behoben werden.

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Mit Material von dpa

Katja Fastrich
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Katharina Dümmer
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