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Kanaren jetzt Risikogebiet, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen

Ein Strand mit Palmen im Vordergrund und  Großen Gebäuden im Hintergrund
Besonders auf Gran Canaria sind die Covid-19-Infektionszahlen hoch ∙ © iStock.com/marako85

Die Kanarischen Inseln gelten wegen steigender Covid-19-Fallzahlen als Risikogebiet. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Co. So ist die Lage für Kanaren-Urlauber.

  • Kanarische Inseln gelten als Risikogebiet

  • Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach ganz Spanien

  • Für die Einreise auf die Kanaren ist ein Formular erforderlich

  • Aktuelle Inzidenz: 56,14 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Kanaren: Infektionszahlen über kritischem Wert

Das Auswärtige Amt warnt schon länger vor Reisen nach ganz Spanien und seit 3. September auch vor Reisen auf die Kanarischen Inseln. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie von der Reisewarnung ausgenommen und galten auch nicht als Corona-Risikogebiet.

Der aktuelle Inzidenz-Wert der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner ist mittlerweile wieder gesunken und liegt nun laut Informationen des spanischen Gesundheitsamtes bei 56,14 (Stand: 28. September) und damit knapp über der kritischen Marke von 50.

Covid-19 auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura & Co.

Das Infektionsgeschehen auf den einzelnen Inseln ist allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt: So lag auf Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura der Inzidenz-Wert in letzter Zeit höher als etwa auf dem bei Urlaubern ebenfalls beliebten Teneriffa, wie die aktuellste Auswertung von vergangener Woche zeigt:

Rückkehrer: Quarantäne bis zum Testergebnis

Urlauber, die von einer der Inseln nach Deutschland zurückkehren, sind verpflichtet, sich auf Sars-CoV-2 testen zu lassen. Dieser Test muss innerhalb von 72 Stunden nach der Rückkehr erfolgen. Am einfachsten ist es, ihn bereits am Flughafen unmittelbar nach der Landung zu machen.

Diese Rückkehrertests sind derzeit noch kostenlos. Bis das Ergebnis vorliegt – meist innerhalb von 48 Stunden – müssen sich Reisende zu Hause selbst isolieren. Bei einem positiven Befund muss man in eine mindestens 14-tägige Quarantäne.

Die Folgen der Reisewarnung für Kanaren-Urlauber

Wichtig: Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Wer seine Reise in ein Risikogebiet trotz Reisewarnung antreten will, kann dies tun, muss aber mit den genannten Konsequenzen leben. Allerdings hat auch ein Reiseveranstalter das Recht, eine gebuchte Reise kurzfristig zu stornieren. Die Handhabung der Anbieter ist dabei recht unterschiedlich: Während einige Veranstalter ihre Reisen befristet stornieren, lassen andere ihren Kunden freie Wahl, ob sie den Urlaub antreten möchten.

Urlaub im Risikogebiet - das sind Ihre Rechte

Aufgrund steigender Covid-19-Infektionszahlen werden wieder mehr Urlaubsregionen als Risikogebiete ausgewiesen. Viele Pauschal- und Individual-Reisende sind verunsichert:

  • Lässt sich der Urlaub ins Risikogebiet stornieren?

  • Was ist zu tun, wenn man bereits vor Ort ist?

  • Was geschieht, wenn man trotz Corona bucht?

Hier finden Sie alle Antworten auf Fragen rund ums Reiserecht in Corona-Zeiten

Strand- und Ferienspaß mit Einschränkungen

Wer trotzdem auf die Kanarischen Inseln reist, muss sich vor Ort auf zahlreiche Einschränkungen gefasst machen:

  • In der Öffentlichkeit sind Abstandsregeln von 1,5 Metern zu beachten.

  • Es gilt eine permanente Maskenpflicht für Aufenthalte in der Öffentlichkeit, auch im Freien - egal, ob ein Mindestabstand eingehalten werden kann oder nicht. Diese gilt auch für Kinder ab 6 Jahren.

  • In Hotels und Appartements gibt es spezifische Sicherheits- und Hygienevorschriften. Über diese informiert die jeweilige Unterkunft. Sie sind unbedingt einzuhalten.

  • In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Gemeinsam genutzte Speisekarten gibt es nicht.

  • Das Nachtleben ist in offenen Räumen und an Tischen mit einer maximalen Auslastung von 75 Prozent gestattet. Menschenansammlungen sind zu vermeiden. Tanzflächen bleiben geschlossen. Bars und Lokale dürfen nur noch bis Mitternacht öffnen.

  • Am Strand ist ein Abstand von 1,5 Metern vorgeschrieben. Beim Spazierengehen am Strand und auf den Strandpromenaden muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Im Liegebereich sowie von dort bis zum Wasser und beim Baden darf die Maske abgelegt werden. Zwischen Strandliegen, Sonnenschirmen und sonstiger Strandausstattung muss ein Abstand von 2 Metern bestehen.

  • Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

  • Im Freien, also auch in den Außenbereichen der Gastronomie, ist das Rauchen verboten, wenn der Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.

Versicherung für Fall einer Corona-Infektion

Die Kanaren versichern als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus während des Urlaubs auf den Inseln. Die Versicherung deckt den Rückflug in die Heimat, die Quarantäne-Unterkunft sowie auch die medizinischen Kosten ab.

In den Genuss der Versicherung kommen ab sofort alle Urlauber, sowohl spanische als auch ausländische. Reisende sind dabei automatisch versichert und müssen nicht selbst tätig werden. Einzige Einschränkung: Im Falle einer Infektion darf der Betroffene nicht vor Reiseantritt gewusst haben, dass er sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hat.

Formular für die Einreise nach Spanien notwendig

Touristen müssen vorerst bei der Einreise keinen negativen Coronatest vorweisen beziehungsweise keinen Test vor Ort machen. Seit 1. Juli muss allerdings vor Abflug ein Formular im Spain Travel Health-Portal* zur Gesundheitskontrolle ausgefüllt werden, das einen QR-Code erzeugt, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Dies kann auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen.

Übergangsweise kann weiterhin ein Formular in Papierform bei Einreise ausgefüllt werden. Fluggesellschaften, Reedereien und Reiseveranstalter müssen Reisende auf die Pflicht der Vorlage dieses Formulars bei Einreise hinweisen.

An den Flughäfen wird die Körpertemperatur durch Wärmebildkameras gemessen. Ist diese erhöht, können die Behörden weitere Maßnahmen anordnen.

Mittlerweile gibt es eine Smartphone-App, die Urlauber auf ihrem Handy installieren können: "Radar COVID" ist auf allen Kanarischen Inseln im Einsatz. So sind ihre Nutzer mit den örtlichen Gesundheitsbehörden vernetzt, und könnten bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko wichtige Informationen erhalten.

Kanaren als beliebtes Urlaubsziel

Die Reisewarnung trifft die Inselgruppe vor Marokko schwer: Allein im Jahr 2019 reisten rund 2,65 Millionen deutsche Touristen per Flugzeug auf eine der kanarischen Inseln (Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma). Auf den Kanaren macht der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt rund 35 Prozent aus - keine andere Region Spaniens ist so sehr vom Reisegeschäft abhängig.

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