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Der ADAC

Kanaren: Die ganze Inselgruppe ist Corona-Risikogebiet

Touristen mit Mundschutz auf Teneriffa
Schlechte Aussichten: Gran Canaria ist – wie alle Kanarischen Inseln – Corona-Risikogebiet ∙ © imago images/Agencia EFE

Die Kanarischen Inseln sind Corona-Risikogebiet. Reisen nach Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Co. sind dadurch massiv erschwert. Das erwartet Urlauber bei der Einreise und vor Ort.

  • Corona-Test bei Hin- und Rückreise benötigt

  • Kanaren sind weiter Corona-Risikogebiet

  • Aktuelle Inzidenz: 54,61 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder von nicht zwingend notwendigen Reisen bis mindestens 7. März ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit sinnvoll ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Bei der Rückkehr nach Deutschland aus einem Risikogebiet gelten allerdings Quarantäneregelungen.

Kanaren weiterhin Risikogebiet

Das Robert-Koch-Institut stuft die Kanarischen Inseln trotz gesunkener Infektionszahlen weiterhin als Corona-Risikogebiet ein, mittlerweile aber nicht mehr als Hochinzidenz-Gebiet. Es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss nach der Einreise umgehend in Quarantäne und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen isolieren.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier. Ebenso alles Wichtige zur Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten.

Der Inzidenz-Wert der Inselgruppe in den letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner ist in den letzten Wochen deutlich gesunken und schwankt mit 54,61 (Stand: 25. Februar, Quelle: Ministerio de Sanidad) derzeit um die kritische Marke von 50. Mit einer Aufhebung der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist erst zu rechnen, wenn diese nachhaltig unterschritten wird.

Die Infektionszahlen der einzelnen Inseln unterscheiden sich: Während die Inzidenz-Werte auf den Inseln La Gomera und La Palma unter 20 liegen, sind die anderen Inseln Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa und vor allem El Hierro stärker betroffen.

Covid-19 auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura & Co.

Touristen benötigen für Einreise negativen PCR-Test

Personen, die auf dem Luft- oder Seeweg aus Gebieten nach Spanien einreisen, die von der Zentralregierung in Madrid als Corona-Risikogebiete ausgewiesen sind, müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Davon ausgenommen sind lediglich Kinder unter sechs Jahren.

Laut Dekret der spanischen Zentralregierung werden nur PCR-Tests oder Tests nach einem vergleichbaren molekularbiologischen Verfahren anerkannt. Der Zeitpunkt der Testabnahme darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen. Antigen-Schnelltests werden nicht akzeptiert.

Ein Dekret der kanarischen Regionalregierung, demzufolge für die Einreise auf die Kanaren auch Antigen-Schnelltests anerkannt werden, wurde vom spanischen Verfassungsgericht am 18. Dezember außer Kraft gesetzt.

Die Testbestimmungen im Detail

Das Testergebnis muss elektronisch oder in Papierform vorgelegt werden und darf neben Spanisch und Englisch auch auf Deutsch abgefasst sein. Es muss folgende Angaben enthalten:

  • Name des Reisenden

  • Nummer des Reisepasses oder Personalausweises

  • Datum und Uhrzeit der Testabnahme

  • Kontaktdaten des Labors

  • Angewandtes Testverfahren

Negativer Corona-Test auch beim Einchecken in eine Unterkunft

Die kanarische Regionalregierung schreibt vor, dass alle Touristen, die in einem Hotel, Ferienhaus oder einer Ferienwohnung übernachten wollen, auch beim Einchecken einen negativen Corona-Test vorlegen.

Dies kann natürlich derselbe Test sein, den man bereits für die Einreise verwendet hat. Beim Einchecken kann aber auch ein Schnelltest vorgelegt werden. Für die Übernachtung in privaten Haushalten oder in der eigenen Immobilie gilt diese zusätzliche Vorschrift nicht.

Wer zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite Unterkunft bezieht, benötigt laut ADAC Recherchen keinen neuen Test. Es genügt, wenn man den ursprünglichen Test vorlegt, mit dem man in der ersten Unterkunft eingecheckt hat, und zusätzlich das Datum der Einreise nachweist. Dies kann z.B. durch Vorlage des Boarding-Passes erfolgen.

Zusätzliches Formular für die Einreise notwendig

Wie generell bei Spanien-Reisen müssen auch Kanaren-Touristen vor Abflug ein Formular im Spain Travel Health-Portal* zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Dies kann auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen.

Übergangsweise kann weiterhin ein Formular in Papierform bei Einreise ausgefüllt werden. Fluggesellschaften, Reedereien und Reiseveranstalter müssen Reisende darauf hinweisen, dass das Formular vorzulegen ist.

Außerdem müssen Urlauber, die ein Smartphone besitzen, während ihres Kanaren-Aufenthalts die Corona-App "Radar Covid"* installieren. So sind sie mit den örtlichen Gesundheitsbehörden vernetzt und könnten bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko wichtige Infos erhalten. Für Reisende ohne Smartphone besteht diese Verpflichtung laut Information des spanischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt nicht.

An den Flughäfen wird die Körpertemperatur durch Wärmebildkameras gemessen. Ist diese erhöht, können die Behörden weitere Maßnahmen anordnen.

Einschränkungen der Flug- und Pauschalangebote

Viele Reiseveranstalter und Airlines bieten trotz der Reisewarnung weiterhin Flüge und Pauschalreisen auf die Kanaren an. Die Angebote sind allerdings reduziert. Auch kurzfristige Stornierungen sind denkbar. Wer jetzt einen Kanaren-Urlaub plant, sollte sich daher zeitnah nach der Situation erkundigen.

Ist eine kostenfreie Stornierung möglich?

Wer eine gebuchte Kanaren-Pauschalreise wegen der Reisewarnung stornieren will, sollte wissen: Ein kostenfreier Rücktritt ist in der Regel dann möglich, wenn die Durchführung der Reise durch außergewöhnliche Umstände beeinträchtigt wird, die im Vorfeld nicht absehbar waren.

Ob dies hier zutrifft, ist im Einzelfall zu prüfen. Wer stornieren will, sollte sich zunächst an seinen Veranstalter wenden und nach einer einvernehmlichen Lösung erkundigen.

Pauschalreise: Wann kann man wegen Corona stornieren?

Fliegen in Corona-Zeiten: Das gilt im Flugzeug

Die Highlights der Kanaren

Die Kanaren bestehen aus sieben Hauptinseln, und jede von ihnen bietet den Besuchern etwas anderes. Hier kommen Strand-, Aktiv- und Kultururlauber auf ihre Kosten 

Strand- und Ferienspaß mit Einschränkungen

Wer jetzt auf die Kanarischen Inseln reist, muss sich vor Ort auf zahlreiche Einschränkungen gefasst machen:

  • In der Öffentlichkeit sind Abstandsregeln (mindestens 1,5 Meter) zu beachten.

  • Es gilt eine generelle Maskenpflicht auch im Freien und am Strand – egal, ob ein Mindestabstand eingehalten werden kann oder nicht. Diese betrifft auch Kinder ab 6 Jahren.

  • Am Strand darf im Liegebereich sowie von dort bis zum Wasser und beim Baden die Maske abgelegt werden. Zwischen Strandliegen, Sonnenschirmen und sonstiger Strandausstattung muss ein Abstand von 2 Metern bestehen.

  • In Hotels und Appartements gibt es eigene Sicherheits- und Hygienevorschriften, über die die jeweilige Unterkunft informiert. Sie sind unbedingt einzuhalten.

  • In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Gemeinsam genutzte Speisekarten sind nicht zulässig.

  • Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

  • Im Freien, also auch in den Außenbereichen der Gastronomie, ist das Rauchen verboten, wenn der Abstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann.

Aktuelle Beschränkungen auf den einzelnen Inseln

Um ein erneutes Aufflammen der Corona-Pandemie zu verhindern, hat die kanarische Regionalregierung nach einem Ampelsystem Beschränkungen für die einzelnen Inseln erlassen.

  • Alarmstufe 1 (grün):
    Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro

    - keine nächtliche Ausgangssperre
    - Es dürfen sich maximal zehn nicht zusammenlebende Personen treffen
    - Restaurants, Cafés und Bars müssen spätestens um 1 Uhr schließen; pro Tisch maximal zehn Personen

  • Alarmstufe 2 (gelb):
    Teneriffa und Gran Canaria

    - Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr
    - Es dürfen sich maximal sechs nicht zusammenlebende Personen treffen
    - Restaurants, Cafés und Bars müssen spätestens um 23 Uhr schließen; pro Tisch maximal sechs Personen

  • Alarmstufe 3 (rot):
    Derzeit keine Insel

    - Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr
    - Es dürfen sich maximal vier nicht zusammenlebende Personen treffen
    - Restaurants, Cafés und Bars müssen spätestens um 22 Uhr schließen; pro Tisch maximal vier Personen

  • Alarmstufe 4 (braun):
    Lanzarote

    - Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr
    - Es dürfen sich maximal zwei nicht zusammenlebende Personen treffen
    - Restaurants, Cafés und Bars müssen spätestens um 18 Uhr schließen; Speisen zum Mitnehmen können bis 22 Uhr angeboten werden; pro Tisch maximal zwei Personen aus verschiedenen Haushalten oder bis zu vier Personen aus einem Haushalt

Versicherung für den Fall einer Corona-Infektion

Die Kanaren haben als erste Region Spaniens alle Besucher gegen zusätzliche Kosten für den Fall versichert, dass sie sich während ihres Urlaubs mit dem Coronavirus infizieren. Der Vertrag mit der Versicherung Axa Spanien deckt den Rückflug in die Heimat, die Quarantäne-Unterkunft sowie die medizinischen Kosten ab.

In den Genuss der Versicherung kommen alle Urlauber, sowohl spanische als auch ausländische. Reisende sind dabei automatisch versichert und müssen nicht selbst tätig werden. Einzige Einschränkung: Die Versicherung greift nur, wenn sich der Betroffene auf den Kanaren infiziert hat und nicht bereits in seinem Heimatland.

Kanaren als beliebtes Urlaubsziel

Allein im Jahr 2019 reisten rund 2,65 Millionen deutsche Touristen per Flugzeug auf eine der Kanarischen Inseln (Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma). Auf den Kanaren macht der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt rund 35 Prozent aus – keine andere Region Spaniens ist so sehr vom Reisegeschäft abhängig.

Mit Material von dpa

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