Verkehrsschilder aus Holz: Österreich wird öko

Ein neues Holz-Verkehrsschild in Österreich mit Pfeil zur Autobahn A2 Richtung Graz
Gar nicht auf dem Holzweg: Österreich testet Verkehrsschilder aus Bambus ∙ © ASFINAG

Es könnte ein wahrlich wegweisendes Pilotprojekt werden: Österreich testet an zwei Autobahnen neue Verkehrsschilder aus Holz. So könnten künftig Hunderte Tonnen CO₂ eingespart werden.

  • Probeeinsatz der Holzschilder bis Sommer 2022

  • Bambus mit besserer Öko-Bilanz als Aluminium

  • Ziel: Mit nachhaltigen Schildern bis zu 400 Tonnen CO₂ einsparen

Verkehrsschilder aus Holz kennen die meisten eher als Kinderspielzeug. Österreich setzt jetzt auf hölzerne Wegweiser an Autobahnen. In der Steiermark auf der A2 nahe Bad Blumau sowie in Tirol auf der A12 bei Imst werden herkömmliche Hinweis- und Verkehrsschilder aus Alu ausgetauscht. Künftig zeigen dort Exemplare aus Bambus und Kiefer den richtigen Weg.

Verkehrsschilder aus Holz für mehr Nachhaltigkeit

Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Ilz und ASFINAG Mitarbeiter Peter Rath stellten die neuen Verkehrsschilder aus Holz aufauf
Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Ilz in der Steiermark stellten die neuen Schilder auf ∙ © ASFINAG

Im Rahmen des Pilotprojekts will die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag ermitteln, ob die Schilder in Sachen Haltbarkeit bei Witterungseinflüssen wie Hitze oder Kälte mit herkömmlichen Wegweisern aus Aluminium mithalten können. Der Probeeinsatz ist bis zum Sommer 2022 geplant.

Nach Auskunft der Asfinag werden die Schilder selbst aus Bambus gefertigt, die Aufsteller aus Kiefernholz, das mit Essig behandelt wird. Bambus, eigentlich ein schnell wachsendes und dann verholzendes Gras, ist nach Angaben der Autobahngesellschaft trotz des Imports klimaneutral und für die Produktion der Schilder aufgrund seiner Belastbarkeit ideal.

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Holzwegweiser mit guter CO₂-Bilanz

Die Öko-Bilanz ist bereits bei einem einzigen Schild positiv. Fallen bei der Produktion einer Tafel aus Alu je nach Größe zwischen 24 und 350 Kilogramm CO₂ an, so ist es bei einer aus Holz etwa ein Zehntel davon.

Pro Jahr werden in Österreich zwischen 1500 und 3000 Verkehrsschilder unterschiedlichster Größen ausgetauscht. Bewährt sich das Pilotprojekt, könnten durch die Innovation im Durchschnitt pro Jahr etwa 400 Tonnen CO₂ eingespart werden.

ADAC: Sichtbarkeit auf Holzschildern nicht schlechter

Nach Ansicht von ADAC Verkehrsexperten gibt es, was die Sichtbarkeit der Holzschilder betrifft, keinen Unterschied. Ob die retroreflektierende (Schilder-)Folie auf ein Alublech oder auf eine Holztafel geklebt werde, sei egal.

Dennoch sind ähnliche Bestrebungen wie in Österreich in Deutschland zunächst nicht geplant. Auf Anfrage des ADAC erklärte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums (BMVI): "Das Ministerium ist gegenüber Innovationen grundsätzlich offen, sofern nachgewiesen werden kann, dass diese den Anforderungen der technischen Regelwerke an Sicherheit und Brauchbarkeit genügen." Laut den deutschen technischen Liefer- und Prüfbedingungen seien jedoch derzeit ausschließlich Schilder aus Aluminium-Legierungen zugelassen.

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Katja Fastrich
Redakteurin
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