Glatteis, Sturm und Schneeglätte: Extremes Winterwetter in Deutschland
Von Katja Fastrich

Frost, Schnee und Sturmböen: In den kommenden Tagen ist in Deutschland weiter mit Schneeglätte zu rechnen. In welchen Regionen Autofahrende und Bahn-Reisende vom Glatteis betroffen sind.
Update: Unwetterwarnung in Norddeutschland
Bahn reduziert Zugverkehr im Norden
Je nach Region gibt es Sturm, Schnee oder Frost
Autofahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger müssen in weiten Teilen Deutschlands weiterhin mit glatten Straßen und Wegen rechnen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besteht in vielen Teilen des Landes Glättegefahr (Warnstufe 1 von 4). Für den Norden Deutschlands (Schleswig-Holstein und nördliches Niedersachsen) warnt die Behörde vor Unwetter (Stufe 3 von 4).
Schnee, Glatteis, Sturm zum Ende der Woche
Sturmtief "Elli" bringt zunächst verbreitet Niederschläge. In der Nacht von Donnerstag, 8. Januar auf Freitag, 9. Januar kommt es in Richtung Nordosten voran. "Was die Niederschlagsform angeht, ist so ziemlich von allem etwas dabei, und das hat es in sich", erklärt ein Meteorologe des DWD:
In einem Streifen von der Nordsee bis in den Südosten Deutschlands fällt überwiegend Schnee.
Dahinter geht der Schnee in der zunehmend milderen Luft im Südwesten in Regen über.
Vor allem im Südosten bleibt es noch kalt. Der Regen kann auf den frostigen Böden gefrieren und zu Glatteis führen.
Am Freitag, 10. Januar beweist "Elli" dann, warum sie als Sturmtief betitelt wird. Dann wird das Wetter laut DWD "turbulent":
Im Südwesten wird es zunehmend stürmischer, jedoch auch milder, sodass die Schneefallgrenze deutlich ansteigt und der Niederschlag in tieferen Lagen als Regen fällt.
Im Norden und Osten wird es zwar vor allem an der Küste auch stürmischer, jedoch kommt der Wind aus Osten und bringt daher weiterhin kalte Luft und die Niederschläge werden als teils mäßige Schneefälle auftreten.
Sturmtief "Elli" sorgt für Probleme im Straßenverkehr
Der DWD warnt vor Folgen für den Verkehr: "Wind und Schnee in Kombination können dabei durch Verwehungen zu erheblichen Problemen im Straßenverkehr führen", schreibt der Wetterdienst. Am Samstag, 10. Januar bewegt sich das Sturmtief in Richtung Tschechien und schwächt sich dabei ab. Für Deutschland bedeutet das, dass sich die Kaltluft wieder durchsetzt. Die Niederschläge ziehen allmählich in Richtung Südosten und die Schneephase dominiert erneut. Am Wochenende wird es vor allem bitterkalt.
Gut zu wissen: In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht.
Hier geht es zur Stauprognose fürs Wochenende.
Streudienste streiken: Glatte Straßen möglich
Wegen möglichen Personalausfalls infolge eines Streikaufrufs warnt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern vor glatten Straßen am Donnerstag. "Durch den Streikaufruf kann es zu personellen Engpässen im Winterdienst kommen", teilte die Behörde mit. Die Straßenbauverwaltung werde dennoch alles versuchen, die Landes- und Bundesstraßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten.
Schneeglätte: Hamburg hebt Streusalzverbot auf
Die Hamburger Köhlbrandbrücke ist wegen starken Schneefalls und rutschiger Fahrbahnen am Vormittag (8. Januar) für den Verkehr gesperrt worden. Ortskundige Autofahrer wurden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.
In Hamburg hat zudem die Verkehrsbehörde angesichts der heftigsten Schneefälle seit 15 Jahren und des ständigen Wechsels von Tau- und Frostzeiten bereits das Verbot von Streusalz auf Gehwegen bis zum 21. Januar aufgehoben.
Es ist davon auszugehen, dass sich auch die Autobahnmeistereien der betroffenen Regionen für den bevorstehenden Schneesturm besonders rüsten. In Hildesheim wird der Winterdienst allerdings wegen Lieferengpässen beim Streusalz seinen Einsatz auf Straßen und Wegen einschränken.
Hier erfahren Sie alles zur aktuellen Straßensituation in Deutschland.
Auch in Notsituationen sind die ADAC Pannenhelfer rund um die Uhr für die Mitglieder unterwegs. Etwas längere Wartezeiten als üblich sollten aber einkalkuliert werden.
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Beeinträchtigungen im Bahnverkehr
Bei der Deutschen Bahn kommt es wegen der winterlichen Bedingungen im innerdeutschen und internationalen Fernverkehr zu Problemen.
Von den Einschränkungen sind demnach unter anderem die Fernverkehrsverbindungen nach Norddeich-Mole, Kiel, Westerland/Sylt, Rostock, Binz/Rügen und Kopenhagen betroffen.
Zudem wird auf den Schnellfahrstrecken Berlin – Wolfsburg, Hannover – Würzburg und Köln – Rhein/Main die Höchstgeschwindigkeit der ICE auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt, teilte die DB weiter mit. Das sei notwendig, um Schäden an den Zügen und der Strecke zu vermeiden. Die Fahrtzeit verlängere sich um bis zu 30 Minuten.
Voraussichtlich bis zum 11. Januar gibt es Verspätungen und (Teil-)Ausfälle im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein und Hamburg. Aufgrund vereister Fahrzeuge wird zudem mit eingeschränkten Kapazitäten gefahren. In Hamburg ist auch der S-Bahn-Verkehr stark beeinträchtigt.
Auch in Niedersachsen und Bremen kann es bis 11. Januar zu Verspätungen und (Teil-)Ausfällen im Regionalverkehr kommen.
Aktuell gibt es aufgrund des Winterwetters in den Niederlanden Beeinträchtigungen. Davon können auch die ICE-Züge zwischen Deutschland und Amsterdam betroffen sein.
In Frankreich kommt es derzeit ebenfalls zu witterungsbedingten Behinderungen. Dadurch gibt es im grenzüberschreitenden Fernverkehr zwischen Deutschland und Frankreich Ausfälle und Verspätungen.
Kunden und Kundinnen, die ein Ticket für eine Reise von Donnerstag bis Samstag gekauft haben, können dieses zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, wie die Bahn weiter mitteilte. Die Zugbindung sei aufgehoben.
Fährverkehr eingeschränkt
Einige Fähren von und zu den Ostfriesischen Inseln werden am Freitag voraussichtlich nicht fahren.
Erste Probleme an den Flughäfen
Von den meisten deutschen Flughäfen werden derzeit keine größeren Störungen gemeldet. Die Situation kann sich allerdings schnell ändern. Reisende sollten daher regelmäßig ihren Flugstatus überprüfen.
Der Hamburger Airport meldet aktuell, dass es aufgrund der anhaltenden Extremwetterlage im Luftverkehr zu Einschränkungen und Verzögerungen kommt.
Flughafen Frankfurt bittet abfliegende Passagierinnen und Passagiere um eine frühzeitige Anreise zum Airport. Fluggäste sollten sich am Freitag und Samstag bitte drei Stunden vor Abflug im Terminal einfinden. Witterungsbedingt kann es zu Verspätungen und vereinzelten Flugausfällen kommen. Aufgrund von Glättebildung ist der Sky-Line-Betrieb am Flughafen Frankfurt aktuell vollständig eingestellt. Zwischen Terminal 1/B und Terminal 2 verkehrt ein Busersatzverkehr. Fluggäste, die zwischen Terminal 1 A/Z und Terminal 1 B wechseln möchten, können den USSP-Shuttle-Service (USSP = Unterterminal Shuttle Service Passagiere) nutzen.
Flugausfall: Das sind Ihre Rechte
Winterwetter in Deutschland: Schulen geschlossen
Bereits am Donnerstag, 8. Januar bleiben vorsorglich in Teilen Niedersachsens die Schulen geschlossen, es gilt Distanzunterricht. Betroffen sind Einrichtungen unter anderem in Wilhelmshaven, Emden und im Landkreis Aurich. Hamburg schließt die Schulen am Freitag, 10. Januar.
Sicher unterwegs bei Glatteis und Schneeglätte
Grundsätzlich gilt: Bei Straßenglätte ist es am wichtigsten, besonders vorausschauend und umsichtig zu fahren und genügend Abstand einzuhalten. Auf nicht unbedingt notwendige Fahrten sollte man am besten ganz verzichten.
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Mit Material von dpa.
Mitarbeit: Katharina Dümmer