Gardasee-Urlaub in Corona-Zeiten: Derzeit nur eingeschränkt möglich

Blick auf den Gardasee bei Dämmerung
Blick auf Limone sul Garda am Westufer des Gardasees ∙ © iStock.com/Daniel_Keuck

Der Gardasee ist ein beliebtes Reiseziel für die Vorsaison. Wegen der italienischen Einreisebestimmungen sind Urlaubsmöglichkeiten derzeit stark eingeschränkt. Das sind die Regeln.

  • Update: Keine Quarantänepflicht mehr für Italien-Reisende ab 16. Mai

  • Autourlauber: In Trentino, Lombardei und Venetien gibt es unterschiedliche Regeln

  • Gardasee-Regionen gelten jetzt als "gelbe" Risikozone

Warme Temperaturen locken noch vor der eigentlichen Badesaison besonders häufig die süddeutschen Urlauber an den Gardasee. Allerdings macht Covid-19 weiterhin einen Strich durch die Urlaubsplanung.

Das gilt für die Einreise nach Italien

Selbsterklärung und negativer PCR-bzw. Antigen-TestDiese Corona-Regeln sollten Italien-Urlauber kennen

Ganz Italien ist Risikogebiet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Italien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Damit verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Für Urlauber besteht daher eine Testpflicht nach ihrer Rückkehr nach Deutschland. Auch eine Quarantäne ist nötig, von dieser kann man sich aber direkt nach Einreise freitesten.

Wer aus EU-Ländern nach Italien einreisen will, benötigt einen negativen Corona-Test (PCR oder Antigen), der nicht älter als 48 Stunden sein darf, und muss sich außerdem fünf Tage in Quarantäne begeben. Im Anschluss an die fünf Tage muss ein weiterer Corona-Test erfolgen. Die Regelung gilt noch bis 15. Mai. Danach entfällt die Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland: Dies gab Gesundheitsminister Speranza am 14. Mai bekannt.

Von der Testpflicht ausgenommen sind lediglich Kinder unter zwei Jahren.

Risikozonen: Gardasee ist "gelb"

Die 20 italienischen Regionen sind je nach Infektionsgeschehen in vier Risikozonen (rot, orange, gelb und weiß) eingeteilt, in denen zusätzliche abgestufte Maßnahmen für Hotels, Restaurants und Geschäfte gelten. Alle drei Regionen, an die der Gardasee grenzt, sind derzeit als "gelbe" Risikozonen eingestuft. Dort dürfen unter anderem Hotels und Restaurants unter Auflagen Gäste empfangen.

Italien: Start in die Sommersaison am 2. Juni

Mit der Wiedereinführung der gelben Risikozonen soll auch die Bewegungsfreiheit steigen. Fahrten über Regionalgrenzen hinaus sind wieder möglich.

Italien peilt den 2. Juni für den Start der Sommersaison an. Touristen können zwar auch derzeit theoretisch einreisen, die strengen Quarantänebestimmungen (bis 15. Mai) halten jedoch viele davon ab. Noch haben außerdem viele Hotels geschlossen. Weitere Lockerungsmaßnahmen sollen bis Juli schrittweise erfolgen.

Corona-Regeln für Autofahrer rund um den Gardasee

Für Autofahrer, die derzeit trotzdem am Gardasee unterwegs sind, gelten spezielle Regeln: Wer etwa von Torbole nach Peschiera und anschließend weiter nach Sirmione fahren möchte, muss wissen, wie viele Mitfahrer er im Auto haben darf und wo sie sitzen dürfen.

Lombardei mit strengen Auflagen

In der Lombardei gelten die Regeln, die in den meisten italienischen Regionen vorgeschrieben sind: Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen – weder Maskenpflicht noch Abstandsgebote.

Man muss jedoch einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. In diesem Fall gelten auch die allgemeinen Abstandsregeln: Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer im Fahrzeug begrenzt. Laut Auskunft des italienischen Außenministeriums dürfen dann höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

Konkretes Beispiel: In einem Pkw mit fünf Sitzen dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie etwa in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

Venetien begrenzt Zahl der Mitfahrer nicht

Weniger streng geht es in den beiden anderen Provinzen zu: In Venetien ist die Zahl der Mitfahrer nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Trentino: Enge Kontakte sind wie Haushaltsangehörige

In der zur Region Trentino-Südtirol gehörenden Provinz Trentino im Norden des Gardasees werden Personen, die miteinander in engem Kontakt stehen, ohne im selben Haushalt zu leben, Haushaltsangehörigen gleichgestellt. Kann man dies glaubhaft machen, darf im Auto auf Mindestabstände und Maske verzichtet werden.

Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen

Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden. Aus der Praxis sind allerdings derzeit noch keine Fälle bekannt, dass deutsche Gardasee-Touristen durch die italienische Polizei scharf kontrolliert wurden.