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Der ADAC

Fliegen in Corona-Zeiten: Die wichtigsten Regeln im Flugzeug

Mundschutz: Nicht nur für Personal, sondern auch für Passagiere an Bord erforderlich ∙ © picture alliance/APA/picturedesk.co

Wegen der Corona-Pandemie heben weiterhin deutlich weniger Flugzeuge in Deutschland und weltweit ab als früher. Was im Terminal und was an Bord der wichtigsten Fluglinien gilt.

  • Neue Regeln zum Mund-Nasen-Schutz bei Lufthansa und Eurowings

  • Maskenpflicht an Bord und in Terminals

  • Fluggästen ohne Gesichtsmaske kann der Mitflug verweigert werden

Im Luftverkehr von und nach Deutschland dauert die Corona-Flaute weiter an. Die jüngsten Reisewarnungen unter anderem für das Haupturlaubsland Spanien hätten wieder zu Passagier-Rückgängen geführt, so der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Für die Sicherheit der Flugpassagiere gibt es allerdings inzwischen zahlreiche Maßnahmen.

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Auf dem Weg zum Flughafen bzw. im Terminal

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fährt, muss in allen Bundesländern einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Im Terminal gelten die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln. Da an einigen Stellen des Flughafens Abstand halten nicht möglich ist, etwa bei den Sicherheitskontrollen, müssen Reisende in allen Gebäudeteilen generell eine Gesichtsmaske tragen.

Dort, wo Fluggäste Kontakt mit Airport-Mitarbeitern haben, sind nach Möglichkeit zusätzlich Infektionsschutzscheiben angebracht. Es wird außerdem darauf geachtet, dass das Boarding möglichst über Fluggastbrücken und nicht mit Bussen stattfindet.

Maskenpflicht im Flugzeug

Im Flugzeug ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenfalls vorgeschrieben. Dies gilt jetzt EU-weit für alle Fluggäste ab 6 Jahren. Die katarische Airline Qatar Airways geht noch einen Schritt weiter: In ihren Maschinen müssen die Passagiere neben dem Mund- und Nasenschutz auch ein "Face Shield", einen Gesichtsschutz mit einer Plexiglas- oder Plastikscheibe, tragen - dieser Schutz wird von der Airline gestellt.

Bei Lufthansa und Eurowings wurde die Maskenpflicht ab September verschärft: Um sich bei Lufthansa-Flügen vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreien zu lassen – was nur aus schwerwiegenden medizinischen Gründen möglich ist – reicht dann kein Attest mehr. Zusätzlich zu diesem Attest verlangt die Lufthansa nun einen aktuellen negativen Corona-Test.

Fliegen ohne Mundschutz: Das droht Maskenverweigerern

Passagiere, die ohne Gesichtsmaske ihren Flug antreten wollen, könnten Probleme bekommen, so die ADAC Juristen: "Den Fluglinien steht es im Rahmen ihres Hausrechts frei, eine entsprechende Vorgabe an Bord ihrer eigenen Flugzeuge zu erlassen. Wird Fluggästen, die keine Maske tragen, die Beförderung verweigert, so stehen diesen nur dann Ansprüche zu, wenn die Beförderungsverweigerung unberechtigt erfolgte."

Im Streitfall müsse ein Gericht klären, ob die von der Airline angeordnete Pflicht zum Tragen eines Schutzes zur Aufrechterhaltung der Sicherheit an Bord gerechtfertigt war.

Schutz- und Fürsorgepflichten der Fluggesellschaft

Sollte es während des Flugs dazu kommen, dass Mitreisende sich weigern, ihre Maske zu tragen, muss das Personal dafür sorgen, dass sie sich an die Hygienevorschriften halten. Laut der ADAC Juristen hat die Fluggesellschaft sogenannte Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber ihren Passagieren zu beachten.

Unter diese Schutz- und Fürsorgepflichten kann auch fallen, dass die Fluggesellschaften dafür sorgen, dass die Ansteckungsgefahr mit dem Covid-19-Virus während der Beförderung möglichst gering gehalten wird. Dies kann beispielsweise durch die Sicherstellung der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sowie die Beachtung der sonstigen geltenden Regelungen durch die Passagiere erfolgen.

Sollte eine Fluggesellschaft solche Pflichten verletzen, kann hieraus ein Schadensersatzanspruch von Passagieren folgen, wenn diesen wegen der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist. Aber Vorsicht: Die Beweislast liegt dann beim Passagier und kann unter Umständen schwierig sein.

Handgepäck beim Fliegen: Weniger ist mehr

Die Luftaufsichtsbehörden in Deutschland bitten alle Gäste, lediglich ein Handgepäckstück mit durch die Sicherheitskontrolle zu nehmen. Wer nach Italien fliegt, muss wissen, dass maximal ein Handgepäckstück mit an Bord genommen werden darf, welches unter dem Vordersitz verstaut werden muss.

Lufthansa: Bordservice wegen Corona eingeschränkt

Die Lufthansa Group, zu der unter anderem die Fluggesellschaften Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines gehören, hat wieder die Hälfte ihrer Flugzeuge in die Luft gebracht. Dort ist der Bordservice eingeschränkt, so dass es beispielsweise keine offenen Speisen, bei Flügen unter 50 Minuten auch keinen Getränkeservice gibt. Die Crews geben Desinfektionstücher aus.

Die Flugzeuge werden vermehrt intensiv gereinigt und desinfiziert. Eine gute Luftqualität wird nach Angaben des Unternehmens dadurch erreicht, dass die Luft im Innenraum etwa alle drei Minuten komplett ausgetauscht wird. Alle Flugzeuge sind mit modernen HEPA-Filtern (Hochleistungs-Partikelfiltern) ausgerüstet. In Kombination mit einer Mund-Nasen-Bedeckung muss ein Mindestabstand zum Sitznachbarn daher nicht zwingend eingehalten werden.

Heimfluggarantie von Lufthansa innerhalb Europas

Neben flexiblen Umbuchungsmöglichkeiten macht die deutsche Fluglinie ihren Passagieren ein grundsätzliches Rückflugversprechen auf allen europäischen Strecken. Dies gilt unabhängig vom gebuchten Tarif für alle Kunden. Sie werden mit den Airlines der Lufthansa Group nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz zurückgebracht – notfalls per Sonderflug. Der Service ist Bestandteil der aktuellen Tarife.

Ryanair: Keine Schlangen vor Toiletten

An Bord ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Es gibt einen begrenzten Bordservice mit vorverpackten Snacks und Getränken. Barbezahlung ist nicht möglich. Das Anstehen in einer Schlange vor den Toiletten an Bord ist nicht erlaubt, auf Anfrage wird einzeln Zugang zu den Toiletten gewährt. Auch bei Ryanair sorgen die Hochleistungs-Partikelfilter für regelmäßigen Luftaustausch.

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammen. Im Oktober wird Ryanair voraussichtlich nur rund 40 Prozent so viele Sitzplätze anbieten wie ein Jahr zuvor. Zuletzt hatte die Airline noch ein Niveau von 50 Prozent angepeilt - und das war bereits weniger als nach dem Neustart des Flugverkehrs im Juli geplant.

Easyjet fliegt zur Zeit nicht innerhalb Deutschlands

Easyjet fliegt seit 15. Juni wieder, allerdings hauptsächlich Inlandsflüge in Großbritannien und Frankreich sowie eine minimale Anzahl an internationalen Flügen. Direktverbindungen in Deutschland gibt es weiterhin nicht. An Bord der meisten Flüge gibt es einen eingeschränkten Bistro-Service. Bezahlen können die Passagiere nur mit der Kreditkarte. Alle Flugzeuge sind ebenfalls mit HEPA-Filtern ausgerüstet, die Kabinenluft wird alle drei bis vier Minuten ausgetauscht. Die Kabine wird täglich gründlich desinfiziert.

Freier Mittelsitz bei Eurowings buchbar

Wer mehr Abstand zum Sitznachbarn haben möchte, kann sich diesen bei Eurowings erkaufen. Die Billigfluggesellschaft der Lufthansa bietet ab 18 Euro Aufpreis an, dass der Mittelsitz frei bleibt.

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