Fliegen während der Corona-Pandemie: Was Reisende wissen müssen

Mutter, Kind und Großmutter am Flughafen Check-in, das Kleinkind sitzt auf dem Gepäckwagen
Urlaub in Reichweite: Die Zahl der Flugpassagiere ist wieder deutlich angestiegen ∙ © iStock.com/2K Studio

Flugzeuge heben wieder zu beliebten Ferienzielen ab. Diese Corona-Regeln müssen Flugreisende bei der Anfahrt zum Flughafen, im Terminal und an Bord beachten.

  • Update: 3G auch beim Abflug aus Deutschland

  • Mehr Zeit für Check-in und Boarding einplanen

  • Handgepäck: Mitnahme kann eingeschränkt werden

+++ Im Rahmen des neuen Infektionsschutzgesetz wurde am 19. November vom Bundesrat auch die Einführung der 3G-Regel für den öffentlichen Personenverkehr beschlossen: Diese gilt unter anderem bei Flügen, die in Deutschland starten. Das Gesetz gilt ab sofort. +++

Vor der Reise: Corona-Test einplanen

Da ein negativer Corona-Test auch Voraussetzung für die Einreise in viele Länder ist, haben die meisten Flughäfen in Deutschland Stationen eingerichtet, an denen Passagiere sich auf Covid-19 testen lassen können.

Wer sich am Flughafen testen lassen möchte, sollte aber beachten, dass es auch da zu Wartezeiten kommen kann, Außerdem gilt: je schneller man das Ergebnis eines PCR-Tests braucht, desto teurer wird es.

Wichtig für alle, die mit dem Flugzeug nach Deutschland zurückkehren: Sie müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nichtrisikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Ohne negativen Test ist kein Mitflug möglich. Ausgenommen sind vollständig Geimpfte oder Genesene.

Infos zu Kosten, Wartezeiten und Adressen von Corona-Tests an Flughäfen

Einige Fluggesellschaften bieten einen extra Service rund um das Thema Corona. Passagiere der Lufthansa können zum Beispiel ihre coronabezogenen Reisedokumente bereits vor Abflug digital prüfen lassen. Über das Health Entry Support Center* wird man online informiert, ob die Dokumente vollständig und für die Einreise gültig sind oder es noch Handlungsbedarf gibt. Ähnlich funktioniert auch das digitale Travel Ready Center von United*.

Anfahrt zum Flughafen: Diese Regeln sind zu beachten

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen unterwegs ist, sollte beachten, dass das Infektionsschutzgesetz in Deutschland in Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen und Bahnhöfen das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Gesichtsmaske vorsieht. Darüber hinaus haben einige Bundesländer auch dies bezüglich die Regeln verschärft. Dort sind im ÖPNV nur noch FFP2-Masken erlaubt.

Im Flughafen-Terminal: Überall Maskenpflicht

Schutzmasken müssen an allen deutschen Flughäfen getragen werden. Erlaubt sind OP-Masken, FFP2-Masken und Masken mit dem Standard KN95/N95 ohne Ausatemventil. Einfache Stoff- bzw. Alltagsmasken reichen nicht. Ebenfalls nicht erlaubt sind Gesichtsvisiere oder einfache Mund-Nase-Bedeckungen wie Schals. Auch hier kann es zu verschärften Bedingungen kommen. Im Flughafen München gilt beispielsweise aufgrund der hohen örtlichen Inzidenzwerte eine FFP2-Maskenpflicht.

In allen Terminals sind die üblichen Corona-Abstandsregeln von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten.

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Check-in: Mehr Zeit einplanen

Achtung: Aufgrund der derzeit geltenden Corona-Beschränkungen, etwa durch Kontrollen von Corona-Tests, kann der Check-in oder auch das Boarding länger dauern, als es Flugreisende gewohnt sind. Man sollte daher vor dem Abflug mehr Zeit einplanen und außerdem die aktuellen Fluganzeigen für den Check-in-, Abflug- und Ankunftsbereich beobachten.

Viele Fluggesellschaften bieten einen sogenannten kontaktlosen Check-in an. Online kann man seine mobile Bordkarte auf das Handy laden. Die genauen Bedingungen für das Web- oder App Check-in sind allerdings je nach Fluggesellschaft unterschiedlich.

Handgepäck: Mitnahme kann reduziert werden

Einzelne Behörden und Flughäfen schränken aktuell die Mitnahme von Handgepäckstücken ein. Das soll die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle verringern und das Boarding und Deboarding beschleunigen. Reisende sollten sich bei der Fluglinie bzw. beim Abflug- oder Ankunfts-Flughafen nach den Regelungen erkundigen.

Viele Fluggesellschaften wie beispielsweise die Lufthansa oder Austrian Airlines bieten an manchen Flughäfen eine kontaktlose Gepäckaufgabe.

Beim Boarding und im Flugzeug: Maskenpflicht

Ein Mann sitzt im flugzeug mit einer vorgeschriebenen OP Maske als Mund Nasenschutz
Eine medizinische bzw. FFP2-Maske ist im Flugzeug Pflicht ∙ © Shutterstock/Jaromir Chalabala

Sowohl beim Boarding als auch an Bord sowie beim Verlassen des Flugzeugs gilt auf allen Flügen von und nach Deutschland die Pflicht: Reisende ab sechs Jahren müssen eine medizinische Schutzmaske oder FFP2-Maske tragen.

Lufthansa und Eurowings haben diese Pflicht mittlerweile dahingehend verschärft, dass für eine Befreiung von der Gesichtsmaskenpflicht ein ärztliches Attest nicht ausreicht: Zusätzlich ist ein aktueller negativer Corona-Test vorzulegen.

Wer von oder nach Österreich sowie der Schweiz fliegt, sollte beachten, dass auf diesen Flugstrecken eine FFP2-Maskenpflicht gilt.

Tipp: Für Langstreckenflüge mehrere Masken mitbringen.

Fliegen ohne Mundschutz: Das droht Maskenverweigerern

Passagiere, die ohne oder mit der falschen Gesichtsmaske ihren Flug antreten wollen, können Probleme bekommen, so die ADAC Juristen: "Den Fluglinien steht es im Rahmen ihres Hausrechts frei, eine entsprechende Vorgabe an Bord ihrer eigenen Flugzeuge zu erlassen.

Wird Fluggästen, die keine Maske tragen, die Beförderung verweigert, so stehen diesen nur dann Ansprüche zu, wenn die Beförderungsverweigerung unberechtigt erfolgte." Im Streitfall müsse ein Gericht klären, ob die von der Airline angeordnete Pflicht zum Tragen eines Schutzes zur Aufrechterhaltung der Sicherheit an Bord gerechtfertigt war.

Während des Flugs: Hygiene und Verpflegung

Flugzeuge stehen auf Rollfeld am Flughafen
Ende des Stillstands: In Deutschland heben wieder mehr Flugzeuge ab ∙ © Shutterstock/joyfull

Um die Infektionsgefahr an Bord zu minimieren, geben alle Fluglinien an, ihre Maschinen intensiv zu reinigen und zu desinfizieren. Zudem setzen die Fluggesellschaften unter anderem Schwebstofffilter ein (auch Hepa-Filter genannt), die auch Aerosole filtern.

Dazu ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer: "Die Infektionsgefahr mit Blick auf Sars-CoV-2 wird durch Hepa-Filter im Vergleich zu Räumen, die solche Anlagen nicht haben, vermindert, aber keineswegs auf null reduziert. Je näher man bei einer infizierten Person sitzt und je länger man dort bleibt, desto höher ist das Risiko, selbst angesteckt zu werden."

Schutz- und Fürsorgepflicht der Airlines

Sollten sich während des Fluges Mitreisende weigern, ihre Maske zu tragen, muss das Personal dafür sorgen, dass sie sich an die Hygienevorschriften halten. Laut der ADAC Juristen hat die Fluggesellschaft sogenannte Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber ihren Passagieren zu beachten.

Das heißt auch, dass die Fluggesellschaft dafür sorgen muss, dass die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 an Bord möglichst gering gehalten wird. So muss z.B. sichergestellt werden, dass Abstands-, Hygiene- und sonstige Regeln eingehalten werden. Sollte eine Airline solche Pflichten verletzen, können Passagiere Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn ihnen wegen der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist. Aber Vorsicht: Die Beweislast liegt dann beim Passagier, und das kann unter Umständen schwierig sein.

Die Lufthansa, Deutschlands größte Fluggesellschaft, hat ihre Bordverpflegung reduziert. So gibt es etwa in der Economy Class auf Flügen unter 50 Minuten keinen Getränkeservice mehr. Auf Langstreckenflügen gibt es hier ein warmes vegetarisches Gericht und das volle Getränkeangebot.

Das sind Ihre Rechte bei Flugausfall oder Verspätung.

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