Fliegen im Sommer 2022: Corona-Regeln, Maskenpflicht, Wartezeiten

Urlaub in Reichweite: Die Zahl der Flugpassagiere ist wieder auf hohem Niveau
Urlaub in Reichweite: Die Zahl der Flugpassagiere ist wieder auf hohem Niveau© iStock.com/2K Studio

Flugzeuge heben wieder zu vielen beliebten Ferienzielen ab. Trotzdem benötigen Reisende Geduld und müssen gewisse Corona-Regeln beachten. So ist die aktuelle Lage.

  • Update: Airlines streichen zahlreiche Flüge wegen Personalmangels

  • Im Flugzeug vorerst noch Maskenpflicht

  • Viele deutsche Flughäfen geben für Terminals nur noch Masken-Empfehlung

  • Keine 3G-Regel mehr bei Inlandsflügen

+++ Nach der Lockerung der EU-Empfehlungen für die Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen entfällt diese längst nicht auf allen Flügen in Europa. Rund 15 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, haben nationale Gesetze, durch die das Tragen von Gesichtsmasken zur Corona-Prävention weiter gilt. Hier greift die noch immer bestehende Regel, dass in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. +++

Lufthansa streicht Tausende Flüge

Viele Airlines in Europa, etwa Lufthansa, Eurowings, Easyjet, KLM und Swiss, reduzieren derzeit ihren Sommerflugplan und streichen zahlreiche Flüge. Der Grund: Personalengpässe bei den Fluggesellschaften beziehungsweise bei externen Dienstleistern. Diese hatten in Zeiten des wegen der Corona-Pandemie eingeschränkten Flugverkehrs die Zahl der Beschäftigten verringert.

Allein bei Lufthansa sind es im Juli und August mehr als 3000 Flüge. Laut Unternehmen sind vor allem innerdeutsche und europäische Verbindungen betroffen, jedoch kaum die in den Ferienzeiten gut ausgelasteten Urlaubsziele.

Die Lufthansa-Tochter Swiss verringert ihr Angebot von August bis Oktober um 676 Flüge, das sind rund zwei Prozent des geplanten Flugprogramms.

Betroffene werden in der Regel zeitnah von der Airline kontaktiert und erhalten das Angebot, auf andere Flüge umzubuchen. Wer einen Flug gebucht hat, sollte sich dennoch rechtzeitig bei seiner Fluggesellschaft oder seinem Veranstalter darüber informieren, ob seine Maschine planmäßig abhebt.

Das sind Ihre Rechte bei Flugausfall oder Verspätung.

Vor der Reise: Corona-Test einplanen

Wer aus Deutschland ins Ausland fliegt, muss die Einreisebestimmungen des Ziellands* beachten. Für manche Destinationen ist weiterhin ein 3G-Nachweis erforderlich, einige Länder verlangen auch zwingend einen Impfnachweis.

Die meisten Flughäfen in Deutschland haben Stationen eingerichtet, an denen Passagiere sich auf Covid-19 testen lassen können. Wer sich am Flughafen testen lassen möchte, sollte aber beachten, dass es auch da zu Wartezeiten kommen kann.

Auf innerdeutschen Flugverbindungen gibt es keine gesetzliche Verpflichtung mehr für einen 3G-Nachweis. Fluggesellschaften können allerdings im Rahmen ihres Hausrechts weiterhin auch bei innerdeutschen Flügen den Nachweis einer Impfung, einer Genesung oder eines negativen Corona-Tests verlangen: Reisende sollten sich deshalb vorab bei der jeweiligen Airline informieren.

Einige Fluggesellschaften bieten einen extra Service rund um das Thema Corona. Passagiere der Lufthansa können zum Beispiel ihre coronabezogenen Reisedokumente bereits vor Abflug digital prüfen lassen. Über das Health Entry Support Center* wird man online informiert, ob die Dokumente vollständig und für die Einreise gültig sind oder ob es noch Handlungsbedarf gibt.

Anfahrt zum Flughafen: Diese Regeln gibt es

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen unterwegs ist, sollte beachten, dass in Deutschland in Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen und Bahnhöfen das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Gesichtsmaske Pflicht ist.

Im Flughafen-Terminal: Keine Maske mehr

An deutschen Flughäfen gibt es keine generelle Maskenpflicht mehr. Die großen Airports wie Frankfurt, München, Köln oder Düsseldorf sprechen jedoch trotzdem weiterhin eine Empfehlung aus, den Mund-Nasen-Schutz während des Aufenthalts im Terminal zu tragen. Dies gilt insbesondere für hochfrequentierte Bereiche wie Check-in, Sicherheitskontrollen, oder Flughafenbusse.

Check-in: Mehr Zeit einplanen

Achtung: Aufgrund von Corona-Regeln, etwa durch Kontrollen von Corona-Tests, kann der Check-in oder auch das Boarding länger dauern, als es Flugreisende gewohnt sind. Man sollte daher vor dem Abflug mehr Zeit einplanen und außerdem die aktuellen Fluganzeigen für den Check-in-, Abflug- und Ankunftsbereich beobachten.

Viele Fluggesellschaften bieten einen sogenannten kontaktlosen Check-in an. Online kann man seine mobile Bordkarte auf das Handy laden. Die genauen Bedingungen für das Web- oder App-Check-in sind allerdings je nach Fluggesellschaft unterschiedlich.

Handgepäck: Mitnahme kann reduziert werden

Einzelne Behörden und Flughäfen schränken die Mitnahme von Handgepäckstücken ein. Das soll die Wartezeit an der Sicherheitskontrolle verringern und das Boarding und Deboarding beschleunigen. Reisende sollten sich bei der Fluglinie bzw. beim Abflug- oder Ankunftsflughafen nach den Regelungen erkundigen.

Viele Fluggesellschaften wie beispielsweise die Lufthansa oder Austrian Airlines bieten an manchen Flughäfen eine kontaktlose Gepäckaufgabe.

Maskenpflicht im Flugzeug bleibt

Eine medizinische bzw. FFP2-Maske ist im Flugzeug Pflicht © Shutterstock/Jaromir Chalabala

Die Maskenpflicht im Flugzeug gilt weiterhin auf allen innerdeutschen Strecken sowie auf Flügen, die in Deutschland starten oder landen. Es ist daher beim Ein- und Aussteigen sowie während des gesamten Fluges eine FFP2- oder eine medizinische Maske zu tragen. Diese darf nur beim Essen und Trinken abgenommen worden.

Tipp: Für Langstreckenflüge mehrere Masken zum Wechseln mitnehmen.

Hygiene während des Fluges

In Deutschland hat sich der Flugverkehr normalisiert © Shutterstock/joyfull

Um die Infektionsgefahr an Bord zu minimieren, geben alle Fluglinien an, ihre Maschinen intensiv zu reinigen und zu desinfizieren. Zudem setzen die Fluggesellschaften unter anderem Schwebstofffilter ein (auch Hepa-Filter genannt), die auch Aerosole filtern.

Dazu ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer: "Die Infektionsgefahr mit Blick auf Sars-CoV-2 wird durch Hepa-Filter im Vergleich zu Räumen, die solche Anlagen nicht haben, vermindert, aber keineswegs auf null reduziert. Je näher man bei einer infizierten Person sitzt und je länger man dort bleibt, desto höher ist das Risiko, selbst angesteckt zu werden."

Schutz- und Fürsorgepflicht der Airlines

Sollten sich während des Fluges Mitreisende weigern, ihre Maske zu tragen, muss das Personal dafür sorgen, dass sie sich an die Hygienevorschriften halten. Laut ADAC Juristen hat die Fluggesellschaft sogenannte Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber ihren Passagieren zu beachten.

Das heißt auch, dass die Fluggesellschaft dafür sorgen muss, dass die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 an Bord möglichst gering gehalten wird. So muss z.B. sichergestellt werden, dass Abstands-, Hygiene- und sonstige Regeln eingehalten werden. Sollte eine Airline solche Pflichten verletzen, können Passagiere Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn ihnen wegen der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist. Aber Vorsicht: Die Beweislast liegt dann beim Passagier, und das kann unter Umständen schwierig sein.

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