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Der ADAC

Fliegen während der Corona-Pandemie: Was Sie wissen müssen

Flugzeuge stehen auf Rollfeld am Flughafen
Wegen der Corona-Pandemie bleiben viele Flugzeuge am Boden ∙ © Shutterstock/joyfull

Wegen der Corona-Pandemie heben nicht nur in Deutschland, sondern weltweit nach wie vor deutlich weniger Flugzeuge ab als früher. Was wichtig ist, wenn man jetzt trotzdem fliegen möchte.

  • Update: Ab Februar nur noch medizinische oder FFP2-Masken erlaubt

  • Fluggästen ohne Gesichtsmaske kann der Mitflug verweigert werden

  • Eingeschränkter Bordservice bei vielen Airlines

Im Luftverkehr von und nach Deutschland dauert die Corona-Flaute weiter an. Die aktuellen Reisewarnungen, die fast alle Länder in Europa zumindest in Teilregionen betreffen, und auch der neuerliche Lockdown in Deutschland sorgen weiterhin für eine geringe Nachfrage bei den Flugbuchungen.

Nichtsdestotrotz haben die Fluglinien zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Fliegen auch während der Corona-Pandemie so sicher wie möglich zu gestalten.

Corona-Tests an vielen Flughäfen möglich

Da ein negativer Corona-Test auch Voraussetzung für die Einreise in viele Länder ist, haben die meisten Flughäfen in Deutschland Teststationen eingerichtet, an denen Passagiere einen Rachenabstrich durchführen lassen können.

An diesen Flughäfen gibt es Corona-Tests: Alle Infos, Kosten, Wartezeiten.

Maskenpflicht für Passagiere ab sechs Jahren

Ein Mann sitzt im flugzeug mit einer vorgeschriebenen OP Maske als Mund Nasenschutz
Eine medizinische bzw. FFP-2-Maske ist ab Februar im Flugzeug Pflicht ∙ © Shutterstock/Jaromir Chalabala

Alle Fluggäste ab sechs Jahren müssen im Flugzeug einen Mund-Nasen-Schutz tragen, so die EU-weit gültige Vorschrift. Lufthansa und Eurowings haben diese Pflicht mittlerweile dahingehend verschärft, dass für eine Befreiung von der Gesichtsmaskenpflicht ein ärztliches Attest nicht ausreicht. Zusätzlich ist ein aktueller negativer Corona-Test vorzulegen.

Noch weiter geht Qatar Airways: In allen Maschinen der katarischen Fluglinie müssen die Passagiere neben dem Mund- und Nasenschutz auch ein "Face Shield", einen (von der Airline zur Verfügung gestellten) Gesichtsschutz mit einer Plexiglas- oder Plastikscheibe, tragen.

Medizinische oder FFP2-Masken ab Februar

Ab 1. Februar müssen an den Flughäfen und in Flugzeugen medizinische Masken oder solche mit der FFP2-Norm getragen werden, so der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Einfache Stoffmasken sind dann nicht mehr erlaubt. Dasselbe gilt für Gesichtsvisiere oder andere Mund-Nasen-Bedeckungen wie etwa Schals. Auch die Lufthansa will ihre Vorschriften dementsprechend anpassen.

Fliegen ohne Mundschutz: Das droht Maskenverweigerern

Passagiere, die ohne oder mit der falschen Gesichtsmaske ihren Flug antreten wollen, können Probleme bekommen, so die ADAC Juristen: "Den Fluglinien steht es im Rahmen ihres Hausrechts frei, eine entsprechende Vorgabe an Bord ihrer eigenen Flugzeuge zu erlassen. Wird Fluggästen, die keine Maske tragen, die Beförderung verweigert, so stehen diesen nur dann Ansprüche zu, wenn die Beförderungsverweigerung unberechtigt erfolgte." Im Streitfall müsse ein Gericht klären, ob die von der Airline angeordnete Pflicht zum Tragen eines Schutzes zur Aufrechterhaltung der Sicherheit an Bord gerechtfertigt war.

Schutz- und Fürsorgepflicht der Airlines

Sollten sich während des Fluges Mitreisende weigern, ihre Maske zu tragen, muss das Personal dafür sorgen, dass sie sich an die Hygienevorschriften halten. Laut der ADAC Juristen hat die Fluggesellschaft sogenannte Schutz- und Fürsorgepflichten gegenüber ihren Passagieren zu beachten.

Das heißt auch, dass die Fluggesellschaft dafür sorgen muss, dass die Ansteckungsgefahr mit Covid-19 an Bord möglichst gering gehalten wird. So muss z.B. sichergestellt werden, dass Abstands-, Hygiene- und sonstige Regeln eingehalten werden. Sollte eine Airline solche Pflichten verletzen, können Passagiere Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn ihnen wegen der Pflichtverletzung ein Schaden entstanden ist. Aber Vorsicht: Die Beweislast liegt dann beim Passagier und kann unter Umständen schwierig sein.

Freier Mittelsitz bei Eurowings und Lufthansa buchbar

Wer mehr Abstand zum Sitznachbarn haben möchte, kann sich diesen bei Lufthansa, Eurowings, Austrian Airlines und Swiss erkaufen. Eurowings, die Billigfluggesellschaft der Lufthansa, bietet ab 18 Euro Aufpreis an, dass der Mittelsitz frei bleibt. Bei Lufthansa, Austrian und Swiss kostet das ab 35 Euro pro Strecke auf Europa-Flügen.

Bordservice wegen Corona eingeschränkt

Sowohl bei Lufthansa, Ryanair als auch Eurowings ist der Bordservice stark eingeschränkt. Teilweise werden verpackte Snacks und Getränke angeboten. Auf Flügen unter 50 Minuten bietet Lufthansa keine Getränke mehr an.

Hygienemaßnahmen in Flugzeugen

Um die Infektionsgefahr an Bord zu minimieren, geben alle Fluglinien an, ihre Maschinen vermehrt intensiv zu reinigen und zu desinfizieren. Zudem setzen die Fluggesellschaften unter anderem Schwebstoff-Filter ein (auch Hepa-Filter genannt), die auch Aerosole filtern.

Dazu ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer: "Die Infektionsgefahr mit Blick auf Sars-CoV-2 wird durch Hepa-Filter im Vergleich zu Räumen, die solche Anlagen nicht haben, vermindert, aber keineswegs auf null reduziert. Je näher man bei einer infizierten Person sitzt und je länger man dort bleibt, desto höher ist das Risiko, selbst angesteckt zu werden."

Ryanair, Lufthansa & Co.: Ausgedünntes Flugangebot

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammen. Zahlreiche Verbindungen ab Deutschland wurden bereits gestrichen bzw. entgegen früherer Pläne nicht in den Flugplan aufgenommen.

Die Lufthansa Group korrigierte ihr Flugangebot erneut und wird im Winterflugplan 2020/21 maximal ein Viertel ihrer Vorjahreskapazität fliegen, die Zahl der Fluggäste werde voraussichtlich bei weniger als einem Fünftel des Vorjahreswerts liegen, heißt es seitens der Airline.

Easyjet fliegt aktuell hauptsächlich Inlandsflüge in Großbritannien und Frankreich sowie eine minimale Anzahl an internationalen Flügen. Direktverbindungen in Deutschland gibt es weiterhin nicht.

Fluggäste: Das sind ihre Rechte bei Flugausfall oder Verspätung.