Fahranfänger: Probezeit soll verlängert werden

Fahranfängerin am Steuer eines Autos
Fahranfängerinnen und -anfänger am Steuer sollen durch neue Regeln besser geschützt werden ∙ © iStock.com/MarioGuti

Die Probezeit für Fahranfänger soll verlängert werden, so die Empfehlung der Verkehrsministerkonferenz. Durch die Teilnahme an bestimmten Maßnahmen könnten die jungen Fahrer sie aber verkürzen.

  • Feedbackfahrten und Fahrtrainings für Anfänger

  • ADAC begrüßt Verlängerung des Lernzeitraums

  • Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll Konzept erarbeiten

Mehr Sicherheit für junge Autofahrende: Dazu soll eine Reform der Regeln für Fahranfängerinnen und -anfänger beitragen, die sich die Verkehrsministerkonferenz wünscht. Vor dem Hintergrund des sehr hohen Unfallrisikos der Zielgruppe empfiehlt die Konferenz dem Bundesverkehrsministerium die Einsetzung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die bis Frühjahr 2022 konkrete Vorschläge für eine Reform erarbeiten soll.

Fahranfänger: Feedbackfahrten und Sicherheitstraining

Vorschläge, wie das Unfallrisiko von jungen Autofahrenden gesenkt werden kann, hat eine Projektgruppe von Fachleuten unter Führung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) entwickelt. Neben einer Verlängerung der Probezeit von derzeit zwei auf drei Jahre schlägt die Projektgruppe „Hochrisikophase Fahranfänger“ eine Reihe von freiwilligen Angeboten vor. So sollen Anfängerinnen und Anfänger ihre Probezeit auf zwei Jahre verkürzen können, wenn sie wenige Monate nach der Fahrprüfung zwei 90-minütige Feedbackfahrten oder ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.

ADAC: „Wir wollen Fahranfänger schützen“

Der ADAC begrüßt die Reform-Impulse. „Wir wollen junge Autofahrerinnen und -fahrer nicht bestrafen, sondern sie schützen, ihre Sicherheit erhöhen“, sagt ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino, Mitglied der BaSt-Projektgruppe. „Gerade die ersten Monate ohne Begleitung am Steuer“, so Chiellino, „sind sehr risikoreich, da hier ein Gefühl der Sorglosigkeit einsetzt.“

Daher sei es wichtig, den Lernzeitraum durch Angebote außerhalb der Ausbildung in der Fahrschule zu verlängern. Durch Feedbackfahrten und Trainings, bei denen man in einem geschützten Umfeld das Reagieren in kniffligen Situationen üben kann.

Die Pläne der neuen Bundesregierung, das Begleitete Fahren künftig schon ab 16 statt aktuell ab 17 Jahren zu ermöglichen, unterstützt der ADAC. „Auch das verlängert den Lernzeitraum und verringert das Unfallrisiko von Fahranfängerinnen und Fahranfänger dank der größeren Fahrpraxis", sagt Chiellino.

Christof Henn
Redakteur
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