Impfzertifikat: So lange gilt die Corona-Impfung in Deutschland

Eine junge Frau, die in ihrem Auto sitzt und ein Smartphone mit gültigem digitalem Impfausweis für COVID-19 zeigt.
Die Eintrittskarte in viele Bereiche: Das aktuelle Covid-Zertifikat ∙ © iStock.com/VioletaStoimenova/ADAC [M]

Ohne gültiges Impfzertifikat kommt man derzeit nicht weit. Innerhalb Deutschlands, aber auch bei Reisen ins Ausland ist mittels Covid-Zertifikat der Impf- oder Genesungsstatus nachzuweisen. Dabei spielt die Gültigkeitsdauer eine große Rolle. Ein Überblick.

  • Wo in Deutschland das Impfzertifikat benötigt wird

  • So lange gelten Impfnachweise in Deutschland

  • Einheitliche Regeln für Reisen innerhalb der EU

Aufgrund der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen gilt in Deutschland für viele öffentliche Bereiche die 2G-Regel (geimpft oder genesen). Für viele Kultur- und Freizeitaktivitäten (Kinobesuch, Theater, Gaststätten etc.) sowie den Besuch von überregionalen Sport-, Kultur- und vergleichbaren Großveranstaltungen benötigt man einen Impf- oder Genesenennachweis, also ein digitales Impfzertifikat. Auch im Einzelhandel gilt vielerorts die 2G-Regel, ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs. 

Wer gilt als geimpft oder genesen?

Die vollständige Impfung (Grundimmunisierung) erlangt man entweder mit zwei Impfdosen oder einer Dosis plus einer überstandenen Infektion. Als Beleg für eine vollständige Impfung wird ein ärztlicher Nachweis auf Papier oder digital (z.B. CoV-Pass-App fürs Smartphone) auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch anerkannt. Eine Übersicht, welche Impfstoffe in Deutschland und im Ausland zugelassen* sind, gibt es beim Paul-Ehrlich-Institut.

Ab wann die Grundimmunisierung vorliegt:
- nach zwei Impfdosen: nach 14 Tagen
- nach Infektion und anschließend einer Dosis: sofort
- nach einer Dosis und anschließender Infektion: nach 28 Tagen

Achtung: Wer mit Johnson & Johnson (Janssen) geimpft wurde, benötigt ab sofort eine zweite Impfung, um als vollständig geimpft zu gelten.

Als Beleg für eine Genesung wird ebenfalls ein ärztlicher Test-Nachweis (z.B. ein PCR-Labortest) auf Papier oder digital (z.B. CoV-Pass-App fürs Smartphone) auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch akzeptiert. Die Infektion muss mindestens 28 Tage und darf ab sofort nur noch drei Monate zurückliegen.

2G plus und Booster: Landesweit unterschiedliche Regeln

In vielen Bundesländern ist außerdem für Bereiche wie Kultur oder Restaurants 2G plus vorgeschrieben. Diesen Status erlangt man in der Regel durch folgende Nachweise:

  • Grundimmunisierung + negativer Antigenschnelltest (max. 24 Stunden alt)

  • Grundimmunisierung + Auffrischungsimpfung (Booster)

Hierbei ist zu beachten: Nicht in allen Bundesländern ist die Auffrischungsimpfung bereits ab dem Tag des Stichs gültig, in einigen gilt eine Frist von 14 Tagen.

Zudem gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen, wie der Booster-Status in Verbindung mit einer Genesung erlangt werden kann, also beispielsweise

  • genesen-geimpft-geimpft

  • geimpft-genesen-geimpft

  • geimpft-geimpft-genesen

Die Fristen, nach welchem zeitlichen Ablauf dann ein Booster gültig ist, unterscheiden sich ebenfalls. Hier ist es ratsam, sich im jeweiligen Bundesland nach der aktuellen Verordnung zu erkundigen. In manchen Bundesländern können auch Personen als "geboostert" die 2G-Regel erfüllen, deren Zweitimpfung weniger als drei Monate zurückliegt.

Personen, die mit der Einmaldosis von Johnson & Johnson (Janssen) geimpft wurden, müssen ab sofort in vielen Bundesländern eine dritte Impfung nachweisen, um den Booster-Status zu erlangen.

Deutschland: Corona-Impfung gilt bald nur noch neun Monate

In Deutschland gilt das digitale Impfzertifikat für Personen mit Grundimmunisierung derzeit zwölf Monate lang. Ab 1. Februar wird die Gültigkeit auf 270 Tage (neun Monate) verkürzt. Die Zertifikate von Menschen, die bereits eine dritte Impfung (Booster) bekommen haben, gelten ab dem Tag der Auffrischungsimpfung derzeit für zwölf Monate, wie das in CovPass- und Corona-Warn-App hinterlegte technische Ablaufdatum zeigt.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt mittlerweile eine Auffrischungsimpfung (Booster) drei Monate nach der Grundimmunisierung.

Impfzertifikat: Neun Monate gültig für Einreisen in EU-Länder

Bei Reisen ins Ausland greift ab 1. Februar zumindest innerhalb der EU-Länder eine einheitliche Regelung: Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate für Einreisen in EU-Länder dann statt bislang zwölf nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gültig. Bei Einreisen in die Schweiz ist das Zertifikat zwölf Monate nutzbar, ab 31. Januar nur noch neun Monate.

Trotz der vereinheitlichten Regelung können die Länder für Einreisen von Personen ohne dritte Impfung aber weiterhin zusätzliche Tests verlangen. Wer bereits geboostert ist, hat etwa in Ländern wie Österreich erleichterte Einreisemöglichkeiten. Wie lange mit einer Booster-Impfung vereinfachtes Reisen in der EU garantiert wird, ist noch nicht geregelt.