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Der ADAC

Carsharing-Statistik: Corona-Krise bremst 2020 das Wachstum

Frau und Kind nutzen Carsharing Auto
We share zählt zu den größten Free-Floating-Anbietern in Deutschland ∙ © Volkswagen

Carsharing in Deutschland wurde 2020 auch von der Corona-Krise getroffen, hat sich aber nach holprigem Start positiv entwickelt. Anfang 2021 gibt es Carsharing in 855 Städten und Gemeinden. Welche Carsharing-Modelle besonders beliebt sind.

  • Rund 2,9 Millionen Deutsche nutzen Carsharing

  • Gut 26.000 Fahrzeuge kann man bundesweit kurzfristig ausleihen

  • Free-Floating-Carsharing wuchs im Jahresverlauf 2020 um 36 Prozent

  • Nur wenige neue Orte bieten Carsharing an

Laut neuester Carsharing-Statistik des Bundesverbands CarSharing e.V. (BCS) hat die Corona-Krise auch die Carsharing-Anbieter in Deutschland zumindest in den ersten Monaten getroffen. "Vor allem im März und im April 2020 hatten wir einen deutlichen Rückgang der Buchungen und der Auslastung der Fahrzeuge", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing (BCS), Gunnar Nehrke.

Bei den Anbietern hat das an einigen Stellen zu Rückgängen von bis zu 80 Prozent geführt. Im weiteren Verlauf der Pandemie hat sich die Nachfrage jedoch erholt.

Stationsbasiertes versus Free-Floating-Carsharing

Anfang 2021 gab es 228 Carsharing-Anbieter (Unternehmen, Genossenschaften und Vereine), Anfang 2019 waren es 226. Während die Zahl der Carsharing-Orte 2019 noch um 100 zunahm, kamen 2020 nur 15 neue Orte hinzu.

855 Städte und Gemeinden boten diesen Service zum Jahresanfang an. Und das fast vollständig als stationsbasiertes Carsharing. Bei diesem Modell müssen die Autos an festen Stationen abgeholt und dorthin zurückgebracht werden.

Free-Floating-Carsharing, bei dem das Fahrzeug mithilfe einer Smartphone-App dort abgeholt wird, wo der letzte Kunde es abgestellt hat, wächst auf bestehender Fläche in den großen Metropolregionen. Neue Orte kamen 2020 hier nicht hinzu. An zwei Orten wurde der Service sogar wieder eingestellt.

Fahrzeugbestand wächst: Mehr Free-Floating-Fahrzeuge

Stabil zeigt sich die Carsharing-Branche im Hinblick auf den Fahrzeugbestand. Die Zahl der in Deutschland bereitgestellten Carsharing-Fahrzeuge stieg leicht auf jetzt 26.220. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am stärksten profitiert hat dabei Free-Floating-Carsharing. Dessen Fahrzeugflotten sind um 800 auf jetzt 14.200 angewachsen. Mit 12.020 Fahrzeugen blieb der Bestand der stationsbasierten Fahrzeuge nahezu gleich.

Free-Floating gewinnt viele Kunden

Sowohl das stationsbasierte als auch das Free-Floating-Carsharing konnten 2020 neue Nutzer gewinnen. Insgesamt stieg die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um 25,5 Prozent auf 2.874.400. Für Free-Floating-Carsharing entschieden sich 2.150.300 Kunden. Das ist ein Anstieg um 36,1 Prozent.

Da dieses Modell vor allem in den Innenstädten der großen Metropolen angeboten wird, vermutet der BCS, dass dieses dynamische Wachstum auch mit dem vorübergehenden Umstieg von Fahrgästen des ÖPNV in der Pandemie auf das Carsharing zu tun hat.

Das Neukundenwachstum beim stationsbasierten Carsharing fiel hingegen deutlich geringer aus. Hier stieg die Zahl der Kunden im Vergleich zum Vorjahr lediglich um zwei Prozent auf jetzt 724.100.

Im Kommen: Carsharing-Kombinationen

Sogenannte kombinierte Carsharing-Systeme, bei denen stationsbasierte und stationsungebundene Fahrzeuge vom selben Unternehmen angeboten werden, sind im Kommen. Die Zahl der Orte mit einem solchen Carsharing-Angebot erhöhte sich 2020 von 14 auf jetzt 20. Mittlerweile fahren 1020 der insgesamt 14.200 Free-Floating-Autos in Deutschland in kombinierten Systemen.

Das sagt der ADAC zum Carsharing

Carsharing stellt für Wenigfahrer bis etwa 10.000 Kilometer pro Jahr, die überwiegend den ÖPNV benutzen und somit das Auto nur gelegentlich benötigen, eine kostengünstige Alternative zum Pkw-Besitz dar, ist aber auch für Familien interessant, die aus Kostengründen auf einen Zweit- oder Drittwagen verzichten wollen.

Stationsbasiertes Carsharing ist ein sinnvoller Baustein eines nachhaltigen Stadtverkehrs. In Kombination mit einem leistungsfähigen ÖPNV und einer guten Radinfrastruktur schafft es die Voraussetzung, auf das eigene Auto verzichten zu können und damit den öffentlichen Parkraum zu entlasten.

Die verkehrlichen und ökologischen Wirkungen sind allerdings als gering einzustufen, wenn man die wenigen Carsharing-Fahrzeuge ins Verhältnis zur gesamten Pkw-Flotte setzt.

Noch geringer sind die Effekte beim Free-Floating-Modell, weil es nur in wenigen Städten verfügbar ist. Zudem wird es primär auf Kurzstrecken in der City genutzt, oft als Ersatz für die Fahrt mit dem ÖPNV oder Fahrrad. Weil das Free-Floating-Carsharing nahezu keine Auswirkungen auf die Abschaffung von privaten Pkw hat, führt es auch nicht zu einer Parkraumentlastung.

Carsharing – Fahrzeuge gemeinschaftlich nutzen

Anzeige: Vorteile für ADAC Mitglieder bei Flinkster und ShareNow

  • Beim größten deutschen Carsharing-Netzwerk Flinkster mit über 4500 Fahrzeugen an rund 2500 Stationen in ca. 400 Städten erhalten ADAC Mitglieder ein Fahrtguthaben von 15 Euro. Für sie beträgt außerdem die Anmeldegebühr 15 Euro statt 29 Euro.

  • Auch beim Anbieter ShareNow, den es inzwischen in 16 deutschen Städten gibt, profitieren Mitglieder. Sie erhalten dort zehn Euro Startguthaben, und die Registrierung ist kostenlos.