Rückruf bei Opel: Gefahr durch Airbag von Takata

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Von Regina Ammel

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Ein Opel Astra H stehend auf einer Landstraße
Weltweit werden mehr als 900.000 Opel-Fahrzeuge zurückgerufen. Grund dafür ist wieder einmal der Takata-Airbag© Opel

Lebensgefahr durch fehlerhafte Airbags von Takata: Opel ruft Tausende Fahrzeuge zurück und rät dazu, mit den Autos ab sofort nicht mehr zu fahren. Diese Modelle müssen jetzt in die Werkstatt.

  • Betroffen sind u.a. Astra, Cascada, Meriva, Mokka, Vectra, Zafira und Signum

  • Weltweit über 900.000 Fahrzeuge betroffen

  • Takata-Airbags sind ernsthaftes Sicherheitsrisiko

Viele namhafte Autohersteller mussten bereits Fahrzeuge ihrer Flotte zurückrufen, weil sie mit einem fehlerhaften Airbag der Marke Takata ausgestattet waren. Das Problem ist bekannt und beschäftigt die Autohersteller seit vielen Jahren.

Über 100 Millionen betroffene Autos mussten seit 2013 umgerüstet werden. Diesmal trifft es Opel. Der Rüsselsheimer Autohersteller ruft aktuell deutschlandweit 8705 Fahrzeuge zurück, weltweit sind es über 900.000.

Diese Opel-Modelle sind vom Rückruf betroffen

Opel beordert Fahrzeuge der folgenden Modelle zum Fahrer-Airbag-Austausch in die Werkstatt:

Für gewisse Modelle gilt ein Fahrstopp

Das Verletzungspotenzial ist hoch, und deshalb weist Opel darauf hin, dass manche Fahrzeuge einem sofortigen Fahrstopp unterliegen. Das bedeutet, dass mit ihnen nicht mehr gefahren werden darf.

Aus der Opel-Pressestelle heißt es dazu: "Der Rückruf 'KU3' (Stop-Drive) betrifft bestimmte Opel-Fahrzeuge in mehreren südeuropäischen Ländern. Deutschland selbst ist nicht von der Stop-Drive-Anweisung 'KU3' betroffen. Allerdings wurden einige der betroffenen Fahrzeuge inzwischen aus anderen Ländern als Gebrauchtwagen nach Deutschland importiert und hier zugelassen. Daher informieren wir diese Kunden darüber, dass sie ihr Fahrzeug bis zur Durchführung der Reparatur nicht weiter fahren dürfen."

Wichtig: Fahrzeughaltende, deren Adresse oder Kontaktdaten sich geändert haben, sollten ihre Daten in den lokal geltenden Datenbanken auf dem neuesten Stand halten, damit sie zeitnah und effizient erreicht werden können. Das bedeutet: Die Adresse im Fahrzeugschein sollte unbedingt korrekt sein, sonst sollte man die Daten bei der Zulassungsstelle aktualisieren lassen.

Rund zehn Rückrufe pro Woche veröffentlicht der ADAC auf seiner Homepage. Hier erfahren Sie Wissenswertes rund um die Thematiken Reparatur, Serviceaktion und Rückruf.

Rückruf: Hersteller empfiehlt Fahrstopp – und nun?

Empfiehlt ein Automobilhersteller im Rahmen eines Rückrufs, ein Fahrzeug aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu bewegen, so hat der Halter nach aktueller Rechtslage keinen Anspruch darauf, die Transportkosten in die Werkstatt vom Hersteller als Schadenersatz erstattet zu bekommen.

Dies ergibt sich aus einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach keine Kostentragungspflicht für die Beseitigung des Produktfehlers besteht. Bei der Empfehlung steht lediglich die Warnpflicht des Herstellers im Vordergrund, wie die vom Produkt ausgehende Gefahr verhindert werden kann.

Die für Kraftfahrzeuge zuständige Marktüberwachungsbehörde – das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) – kann bei akuterer Gefahrenlage auch weiter gehende Schritte veranlassen, etwa den Hersteller zur Rücknahme bzw. zum Rückkauf seines Produkts vom Markt verpflichten.

ADAC: Ihre Rechte bei Rückruf und Produkthaftung

So finden Sie heraus, ob Ihr Opel betroffen ist

Betroffene Fahrzeughalterinnen und -halter werden jetzt direkt durch den Automobilhersteller kontaktiert. Zudem können sie auch mithilfe der Fahrgestellnummer (VIN) auf der Opel-Website, bei ihrem Händler oder unter der gebührenfreien Telefonnummer 008000 825 10 01 prüfen, ob ihr Fahrzeug von der Aktion betroffen ist. Der Rückrufcode des Herstellers lautet KU3 (Erweiterung).

Auf der Seite des Kraftfahrt-Bundesamts wird der Grund für den Rückruf wie folgt beschrieben: "Fehler im Gasgenerator des Fahrerairbags kann bei Airbag-Auslösung zu unkontrollierter Entfaltung und zum Lösen von Metallfragmenten führen, die die Insassen verletzen können." Die KBA-Referenznummer lautet 16105R.

Takata-Airbag: Zu hoher Druck beim Zünden

Die Firma Takata hat über Jahre hinweg Airbags mit fehlerhaften Gasgeneratoren an die Automobilindustrie geliefert, die sich aufgrund von Alterung durch bestimmte Klimaeinflüsse (Hitze und Feuchtigkeit) verändern und damit für Fahrer und Mitfahrer bei einem Unfall ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko darstellen.

Wird bei einem Unfall der Airbag ausgelöst, entsteht beim Zünden des Gasgenerators womöglich ein deutlich zu hoher Druck. Das kann dazu führen, dass Metallstücke in den Fahrzeuginnenraum geschleudert werden. Dies kann zu schweren Verletzungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Die Takata-Airbags haben bereits in den letzten Jahren bei mehreren Automobilherstellern Rückrufaktionen ausgelöst. In den vergangenen 20 Jahren waren schon mehrere Millionen Fahrzeuge weltweit betroffen – darunter Autos von Citroën, Audi, VW und Mercedes.

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