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- ADAC Test Multikollisionsbremse -

Crash nach dem Crash verhindern

Die ADAC Unfallforschung zeigt: in etwa 25 Prozent der Unfälle kam es nach einem ersten Zusammenstoß zu mindestens einer weiteren Kollision des oder der Unfallautos. Eine automatische Notbremse, die nach der ersten Kollision auslöst, kann weitere Zusammenstöße verhindern. VW verbaut diese sogenannte Multikollisionsbremse im neuen Golf VII. Der ADAC hat sie genau unter die Lupe genommen.

Die Multikollisionsbremse

Die Ergebnisse bei Crashtests heutiger Fahrzeuge fallen äußerst positiv aus, hier sind die erhebliche Fortschritte in der passiven Sicherheit über die letzten zehn Jahre erkennbar. Weitere Verbesserungen sind aber noch möglich. Ein nächster Schritt ist die Multikollisionsbremse. 

Denn kommt es zu einer Kollision, bleiben die Fahrzeuge nicht zwangsläufig an der Unfallstelle stehen. Häufig kommt es nach einem Zusammenstoß noch zu weiteren Kollisionen, dem sogenannten Sekundär- oder Zweitaufprall. Man spricht hier auch von Mehrfachkollisionen. 

Streifen sich die Gegner nur, hat das Fahrzeug nach dem Crash noch immer eine hohe Restgeschwindigkeit. Lösen zudem die Airbags bei der Kollision aus, muss davon ausgegangen werden, dass der Fahrer durch den heftigen Zusammenstoß kurzzeitig die Orientierung verliert und das Fahrzeug manövrierunfähig ist. 

Aus den Daten der ADAC Unfallforschung geht hervor, dass sich Mehrfachkollisionen häufen bei Unfällen im Längsverkehr, bei „Alleinunfällen“ und bei Kreuzungsunfällen. Die vom ADAC seit mehreren Jahren geforderte Notbremsfunktion nach einem Verkehrsunfall wurde nun erstmals in Serienfahrzeuge implementiert. 

Die sogenannte „Multifunktionsbremse“ von Volkswagen, verbaut im aktuellen Golf VII, musste nun im ADAC Crashtest ihre Vorteile unter Beweis stellen. Diese Funktion bremst das Fahrzeug nach einem Zusammenstoß ab, um einen weiteren Aufprall zu verhindern beziehungsweise dessen Intensität zu minimieren. Ähnliche Systeme kommen auch im neuen Audi A3, dem aktuellen BMW 3er und im neuen Skoda Octavia zum Einsatz.


  • Test mit und ohne automatische Bremse

    Das Testfahrzeug mit Multikollisionsbremse (Golf VII) trifft mit 60 km/h im Kreuzungsbereich auf den Unfallgegner. Dabei werden der Fahrerairbag und die Rückhaltesysteme ausgelöst. Auch die Multikollisionsbremse des Fahrzeugs greift ein, Bremsleuchten und Warnblinkleuchten werden aktiviert. Durch den Aufprall wird das getroffene Fahrzeug um 180° gedreht. Die Fahrtrichtung des Golf VII wird durch diesen Crash nur geringfügig verändert. Die Geschwindigkeit des Golf VII reduziert sich durch den Aufprall von 60 km/h auf 30 km/h. Nach der Aktivierung der Multikollisionsbremse kommt der Unfallverursacher 20 Meter nach dem Zusammenstoß mit dem kreuzenden Fahrzeug zum Stehen. Der Golf VII hat sich mit Hilfe seiner ESP-Steuerung (= Notbremsfunktion) abgebremst. Bei einer Restgeschwindigkeit von 10 km/h wird die Bremse wieder gelöst. 

    Diese Eckdaten (konform mit ISO 26262, Funktionale Sicherheit) wurden so gewählt, dass bei einer sehr unwahrscheinlichen Fehlfunktion keine Vollverzögerung ausgelöst wird und wiederum nach einem Zusammenstoß das Fahrzeug aus dem Gefahrenbereich bewegt werden kann. 

    Im zweiten Versuch unter gleichen Rahmenbedingungen fährt der Unfallverursacher ohne Multikollisionsbremse (Golf VI) nach dem Aufprall mit etwa 34 km/h weiter. Aufgrund des fehlenden Bremseingriffs reduziert sich die Geschwindigkeit nur durch den Rollwiderstand des Fahrzeuges. Die Folge: Nach einer Wegstrecke von 30 m kollidiert das Fahrzeug mit einer Betonbarriere. Die Aufprallgeschwindigkeit liegt dabei noch über 25 km/h.


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