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– Studie Intelligent Speed Adaptation (2018) –

Fünf Fahrzeuge mit intelligenten Geschwindigkeitsassistenten

Während die bereits ausgereiften und etablierten Abstandsregeltempomaten (ACC) die eingestellte Fahrgeschwindigkeit und den korrekten Abstand zum Vordermann halten, kommen zunehmend Assistenten auf den Markt, die darüber hinaus auch Tempolimits und Straßenverlauf berücksichtigen – Technik, die besonders im Hinblick auf das autonome Fahren einen Schlüsselfaktor darstellt. 

Da die EU-Kommission aktuell über eine verpflichtende Einführung dieser Systeme nachdenkt, um die Zahl der Verkehrstoten weiter zu reduzieren, die Verbraucher jedoch eine „Zwangsbremse“ fürchten, wurden die neusten elektronischen Helfer getestet.

Laut ADAC Unfallforschung sind rund ein Viertel aller PKW-Unfälle auf nicht angepasste Geschwindigkeit und zu geringem Abstand zurückzuführen. Unfallursachen, die ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent verhindern soll. Aus einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen geht hervor, dass ca. 30% der gesamten BAB-Netzlänge mit Tempolimits versehen ist. Die visuelle Erfassung und Berücksichtigung der häufig wechselnden Tempolimits ist ermüdend und fehlerträchtig. Durch die vorausschauende Regelung tragen gute ISA-Systeme zu einer komfortablen und kraftstoffsparenden Fahrweise bei – positive Effekte, die der ADAC befürwortet.

Der Mehrwert von ISA-Systemen soll anhand objektiver Messgrößen und subjektiver Eindrücke ermittelt werden, um Empfehlungen an die Hersteller sowie Tipps für den Verbraucher ableiten zu können. Bei den getesteten Produkten handelt es sich um aktuelle Modelle, die teilweise unterschiedliche Auslegungskonzepte verfolgen.


Aus heutiger Sicht lassen sich zwei grundlegende Systemtypen erkennen: regelnde und limitierende Assistenten.

Regelnde Assistenten versorgen den Abstandsregeltempomaten mit weiteren geschwindigkeitsrelevanten Informationen für die Längsregelung (Geschwindigkeit und Abstand), wie z.B. Tempolimits, Kurvenverläufe, Topologie und Kreuzungen. Diese Informationen werden genutzt, um die vom Fahrer eingestellte Geschwindigkeit an die entsprechende Verkehrs- und Straßenlage anzupassen. Das Fahrzeug übernimmt die Längsregelung, beschleunigt also selbsttätig und bremst.

Limitierende Systeme der Längsregelung drosseln das Fahrzeug lediglich beim Überschreiten der maximal zulässigen Geschwindigkeit. Der Fahrer ist der Akteur, gibt Gas und bremst. Diese Assistenten sind übersteuerbar und können vom Fahrer deaktiviert werden. Auf Basis von Probandenversuchen und Expertenmeinungen wurden abgestimmte Systemempfehlungen erarbeitet.


Untersucht werden fünf aktuelle Fahrzeuge mit intelligenten Geschwindigkeitsassistenten: Audi A4, BMW 7er, Ford Galaxy, Mercedes S-Klasse und VW Arteon.

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Ein Hauptaugenmerkt der Studie ist es, die technische Zuverlässigkeit zu überprüfen. In diesem Zusammenhang ist besonders die Erkennungsrate von Tempolimits relevant. Aus diesem Grund werden die Fahrzeuge im Realverkehr geprüft und die Systemanzeige dokumentiert. Dabei werden sowohl stationäre und temporäre Verkehrszeichen überprüft, als auch Spielstraßen, Ortsein- und  ausfahrten, bedingte Limits (z.B. 100 km/h bei Nässe) und elektronische Wechselverkehrszeichen. Wird eines der Schilder nicht oder falsch interpretiert (z.B. 60 km/h statt 80 km/h), gibt es dafür einen Abzug.

Nicht bewertet werden Anpassungen auf Grundlage des Straßenverlaufs (z.B. Geschwindigkeitsreduzierung vor einer engen Kurve).


Begriffserklärung:
  • ACC
    Adaptive Cruise Control hält, genauso wie der Tempomat, die eingestellte Geschwindigkeit. Bei Bedarf wird zusätzlich vom System leicht gebremst, um den notwendigen Sicherheitsabstand zum Vordermann einzuhalten. Oft auch bezeichnet als Abstandsregeltempomat.

  • ISA
    Intelligent Speed Adaptation passt die Fahrgeschwindigkeit intelligent an, in dem z.B. Tempolimits oder Straßenverläufe berücksichtigt werden. Aktuelle Systeme arbeiten mit dem Limiter oder dem ACC zusammen.

  • Limiter
    Der Assistent begrenzt die Fahrgeschwindigkeit auf das eingestellte Limit, oder gibt eine Warnung aus. Oft auch bezeichnet als Geschwindigkeitsbegrenzer (MSA).

  • Tempomat
    Das Fahrzeug fährt automatisch die vom Fahrer eingestellte Wunschgeschwindigkeit. Oft auch bezeichnet als Geschwindigkeitsregelanlage (GRA).

  • Notbremsassistent
    Der Notbremsassistent arbeitet unabhängig von Tempomat, ACC und ISA. Wird erkannt, dass ein Unfall ohne Eingriff nicht zu vermeiden ist, wird automatisch eine Vollbremsung durchgeführt, um zumindest die Aufprallenergie abzumildern. Das schützt eigene Insassen wie andere Verkehrsteilnehmer erheblich. Die englische Bezeichnung ist Autonomous Emergency Breaking System (AEBS).

 


Fotos: Uwe Rattay / ADAC

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