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Basisinfo Navigationsgeräte

Was ist beim Kauf und Betrieb von Navigationssystemen zu beachten? Wie funktionieren sie? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Einstieg in die Welt der elektronischen Lotsen.


  • So orientiert sich ein Navigationssystem
    Anhand der Signale von 27 Satelliten des amerikanischen Global Position Systems (GPS) können Navigationsgeräte den aktuellen Standpunkt bestimmen. In den nächsten Jahren sollen die Satelliten des europäischen Systems Galileo hinzukommen. Neue Navis können dann sowohl GPS- als auch Galileo-Signale empfangen, was die Genauigkeit (derzeit rund 20 Meter) verbessert. Mit Hilfe von digitalen Landkarten (auf CD, DVD, Speicherkarte oder Festplatte) errechnen sie den Weg zu dem vom Benutzer eingegebenen Ziel.
  • So funktioniert die Zieleingabe
    Je nach Anbieter lassen sich Straßen, Hausnummern, Kreuzungen zweier Straßen, Orte und Postleitzahlen eingeben, zum Teil auch geographische Längen- und Breitengrade sowie Sonderziele (von Autowerkstatt über Krankenhaus bis hin zur Tankstelle). Meist gegen Aufpreis ist auch Kartenmaterial mit Restaurants und Freizeitangeboten (von Golfplatz bis Kino) sowie mehr oder weniger umfangreichen Beschreibungen, Fotos, Kontaktdaten etc. erhältlich. Solche Informationen sollten während der Fahrt nur vom Beifahrer genutzt werden; sie lenken den Fahrer vom Verkehrsgeschehen ab.
  • Routenführung
    Abbiegehinweise werden zusätzlich zur Sprachausgabe als Karte, Pfeile oder perspektivische Darstellung der Straßen im Display dargestellt. Viele Geräte zeigen darüber hinaus Verkehrsbehinderungen an. Die hierzu nötigen Daten werden entweder gratis per TMC (Traffic Message Channel", unhörbar im Radio-Programm verborgen) übermittelt - oder kostenpflichtig, dann entweder per TMC pro oder über das Mobiltelefonnetz. Top ausgestattete Systeme dienen gleichzeitig als Freisprecheinrichtung oder MP3-Player. Preis: ab etwa 100 Euro. Billige Geräte verfügen oft nur über die Grund-Funktionen, teurere dagegen sind häufig überfrachtet mit Extras, die eher vom Verkehr ablenken und nichts mit Zielführung zu tun haben.
  • Digitale Straßenkarten

    Die digitalen Karten befinden sich meist auf Speicherkarte (s. Foto) oder Festplatte. Fest eingebaute Systeme benutzen auch CD oder DVD. Bei Geräte- oder Fahrzeugkauf sollte darauf geachtet werden, dass die elektronischen Straßenkarten auf neuestem Stand sind. Vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich oft als Ladenhüter mit veraltetem Kartenmaterial. Navigationsfehler können die Folge sein, weil sich das Straßennetz ständig verändert.

    Manche Geräte zeigen die im aktuellen Streckenabschnitt gültige Höchstgeschwindigkeit an und warnen, wenn diese überschritten wird. Dies kann hilfreich sein, enthebt den Fahrer aber nicht der Verantwortung und Aufmerksamkeit gegenüber dem Verkehrsgeschehen und gegenüber Beschränkungen, die vom Navi nicht angezeigt werden (etwa in Baustellen).

    Wenn sich ein Navi-Hersteller vom Markt zurückzieht, gibt es für die von ihm gelieferten Navigationsgeräte meist keine neuen Karten-Updates mehr. Dennoch sollte man bei den Anbietern von Navigationsdaten nachsehen, ob dort neueres Kartenmaterial verfügbar ist. Für andere Geräte bieten die Hersteller vielfach im Internet die Möglichkeit an, neues Kartenmaterial gegen Gebühr herunter zu laden. Dazu ist es erforderlich, über einen Computer mit Internet-Anschluss zu verfügen, von dem aus die Kartendaten dann auf eine Speicherkarte oder direkt auf das Navigationsgerät übertragen werden.


  • Kartenfehler

    Auch in den aktuellsten Updates finden sich aufgrund der Fülle von Daten Kartenfehler. Das reicht von fehlenden oder falschen Geschwindigkeitsangaben über fehlende Straßen oder Kreisverkehre und falsche Einbahnregelungen bis zu total falschen Straßenführungen. Auch die Hausnummern sind oft nicht komplett hinterlegt, sondern nur Anfang und Ende eines Straßenblocks in der Karte enthalten. Die Position dazwischen liegender Hausnummern wird dann vom Gerät geschätzt.
    Solche Fehler lassen sich nicht völlig ausschließen und sind – so lange sie nur vereinzelt auftreten – kein Grund für eine Rückgabe des Gerätes. Verantwortlich für die Karten sind die Anbieter Navteq und Teleatlas, die ihre Daten an alle Gerätehersteller liefern.


    Wer offenkundige Kartenfehler entdeckt, sollte sie per Internet an den jeweiligen Kartenhersteller melden. Bis die Korrektur Eingang in das nächste Update gefunden hat, kann freilich über ein Jahr vergehen. Anbieter wie TomTom bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, Fehler via Internet zu melden. Die so erfassten Korrekturen – teilweise vom Anbieter geprüft  – können sich andere Nutzer dieser Marke wieder auf das Gerät laden.


  • Navigieren im Ausland

    Zumindest von Deutschland und einigen Ländern Zentral-Europas liegt das Straßennetz vollständig in digitaler Form vor. Bei weiter entfernten Ländern sind bislang manchmal jedoch nur die Fernverbindungen und die Straßen einiger größerer Städte verfügbar. Vor dem Kauf daher unbedingt prüfen, ob für das ausgewählte Gerät auch Karten mit den gewünschten Ländern verfügbar sind und diese über die geforderte Detailtiefe verfügen – insbesondere dann, wenn es sich um überseeische Länder handelt. Dazu am besten probeweise einige bekannte Ziele eingeben und prüfen, ob diese erkannt werden.

    Weitere Länder müssen separat auf das Navi überspielt werden – entweder von einer DVD bzw. Speicherkarte oder nach Download aus dem Internet (Computer erforderlich). Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Geräte mit den neueren Speicherkarten hoher Kapazität (Zusatz „HC“) zusammen arbeiten. Bei einigen Herstellern kann man zusätzliche Länder auch fertig vorinstalliert auf Speicherkarten erwerben.


    Die Zielführung in deutscher Sprache funktioniert auch in Ländern mit einem abweichenden Zeichensatz auf den Straßenschildern (etwa Griechenland oder ehemalige Staaten der Sowjetunion). Prinzipiell sollte man sich von der Sprach-Ausgabe führen lassen und während der Fahrt den Blick auf den kleinen Monitor vermeiden, denn dies lenkt vom Straßenverkehr ab. Geräte mit Reality View (realitätsnahe Darstellung u. a. von Straßenschildern) zeigen zum Teil die Straßenschilder in Landessprache. Man sollte jedoch vermeiden, diese während der Fahrt zu entziffern und auf Übereinstimmung mit der Navi-Anzeige zu kontrollieren, denn dies lenkt noch viel stärker vom Verkehr ab - Unfallgefahr! Selbst wenn man einmal eine Ausfahrt oder Abbiegung verpasst hat, führt das Navigationsgerät wieder auf die richtige Route zurück. Eher kleine Abbiegefehler in Kauf nehmen als die ständige Ablenkung vom Straßenverkehr.


  • Navigation in Tiefgarage und Tunnel

    Insbesondere nach mehrstündigen Standzeiten in einer Tiefgarage (oder an anderen Orten ohne Satelliten-Empfang) sind mobile Navigationsgeräte orientierungslos. Unter Umständen muss minutenlang auf die erste Anweisung gewartet werden. In solchen Fällen sollte man erst einmal auf Gutdünken losfahren. Denn während der Fahrt kann das Navigationsgerät die Position besser bestimmen als im Stand.

    Nach einer Tunneldurchfahrt brauchen die meisten mobilen Geräte einige Sekunden, bis sie wieder Satellitenkontakt haben. So können Abzweigungen im oder unmittelbar nach dem Tunnel nicht immer erkannt werden. Einige neuere Geräte haben Sensoren eingebaut, die den Fahrt-Fortschritt im Tunnel simulieren und so auch Abzweigungen finden, was aber bei längeren Tunnels nicht mehr funktioniert. Festeinbau-Navis mit Gyro-Sensor und Anbindung an die Radsensoren kennen dieses Problem nicht.


  • Stau-Umfahrung
    Dynamische Navigationssysteme können Staus auf Autobahnen anzeigen – und entweder automatisch oder auf Wunsch eine Alternativ-Route vorschlagen. Die hierfür nötigen Informationen werden unhörbar mit dem UKW-Radioprogramm im kostenlosen „Traffic Message Channel“ (TMC) übertragen - oder kostenpflichtig per Handy. TMC ist in vielen europäischen Ländern verfügbar. Eine bessere Datenqualität liefert TMC pro, das aber teilweise extra kostet. Freilich sollte man den dabei vorgeschlagenen Umfahrungen nicht blind folgen, denn zumeist führen sie von der Autobahn auf weniger aufnahmefähige Landstraßen. Dort gerät der Verkehr dann erfahrungsgemäß ebenfalls ins Stocken. Empfehlenswert ist, sich zwar die Umleitungen anzeigen zu lassen, die Autobahn aber nur dann zu verlassen, wenn sie total gesperrt oder aber der Stau länger als fünf Kilometer ist. Stau-Meldungen für Landstraßen und Stadtgebiete sind meist mangels Datenerfassung nicht verfügbar, ebenso bei Baustellen und gesperrten Pass-Straßen.
  • Ungewohnte Routenvorschläge
    Manche Geräte navigieren in bekannten Gegenden anders, als man selbst fahren würde. Denn die Geräte denken nicht wie ein Mensch, der sich vor Ort auskennt, sondern legen die Routen nach den gewählten Vorgaben und den hinterlegten Karteninformationen anhand von mathematischen Regeln („Algorithmen“) fest. Ein Fahrer, der sich vor Ort gut auskennt, kann unter Umständen eine bessere Routenführung finden oder würde aufgrund von Gewohnheit anders fahren. Ist man jedoch fremd, kommt es in erster Linie auf eine zuverlässige Führung zum Ziel an. Sinnvoll ist in der Regel, die Option „schnellste Route“ zu wählen. Dann wird man nicht Zeit raubend durch Wohnstraßen gelotst.
  • Positionsfehler und Sonnenstürme
    Verfälschte Satellitensignale (etwa durch Reflexion an Hochhaus-Wänden, durch Sonnenstürme oder Störungen der Ionosphäre) können dazu führen, dass manche mobile Navigationsgeräte das Fahrzeug am falschen Standort vermuten und dann beispielsweise auf einer parallel verlaufenden Landstraße anzeigen, obwohl man auf der daneben liegenden Autobahn unterwegs ist. Das kann sogar auf Autobahnen zu unsinnigen Anweisungen wie „links abbiegen“ oder „bitte umdrehen“ führen. Treten solche Fehler von Anfang an und häufig auf, sollte man die Platzierung der GPS-Antenne am Gerät prüfen. Wenn sie durch Holme (A-Säule) oder metallbedampfte Scheiben verdeckt ist, kann der Empfang darunter leiden.

 

Kartenhersteller


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