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Einheitliche Kraftstoffkennzeichnung

Das Ende der Verwirrung an der Zapfsäule

Benzin oder Diesel? Diese bedeutsame Frage stellt sich dem Autofahrer oft auf der Tankstelle -einerseits am Einfüllstutzen eines eben mal schnell ausgeliehenen und deshalb unbekannten Fahrzeuges und andererseits beim Anblick des großen Arsenals unterschiedlich beschrifteter Zapfpistolen. Ein Fehlgriff bzw. eine Fehlbetankung hat grundsätzlich ungute Folgen: Mindestens bleibt der Motor stehen und bei modernen Dieselfahrzeugen kann auch die empfindliche Einspritzanlage kostspieligen Schaden nehmen.

Leider schützen nicht alle Autohersteller ihre Kunden mit einem wirksamen Fehlbetankungs-schutz im Einfüllstutzen, der das Einführen einer falschen Zapfpistole verhindert. Zudem sind bei vielen Fahrzeugen die Angaben zur verwendbaren Kraftstoffsorte in den Bedienungsanleitungen und Tankklappen wenig hilfreich oder sie fehlen. 

Des Weiteren verwirren Mineralölgesellschaften ihre Kunden durch wunderliche Sortenbezeichnungen wie etwa Excellium, FuelSave, MaxxMotion, Supreme, Ultimate und V-Power. Im Ausland wird es für den Autofahrer besonders schwierig, die richtige Kraftstoffsorte zu wählen. Dort steht beispielsweise an den Säulen für Dieselkraftstoff etwa Gasóleo, Nafta, Mazot und Gazole.

Nach dem Willen der Europäischen Kommission, der Richtlinie 2014/94/EU, soll dem Verbraucher bald mit einer sinnfälligen Kennzeichnung der Kraftstoffarten geholfen werden. Die gleichartige Kennzeichnung des richtigen Kraftstoffes wird der Autofahrer bald in der Bedienungsanleitung und dem Tankdeckel des Fahrzeuges sowie an der Zapfsäule und Zapfpistole der Tankstelle finden.


  • Wie sieht die neue Kennzeichnung der Kraftstoffarten aus?
    Gemeinsam mit der europäischen Verbrauchervertretung in der Normung (ANEC) sowie des DIN-Verbraucherrates haben Fachleute (unter anderem von Mineralöl- und Kfz-Herstellern, Behörden, Verbänden und der Europäischen Kommission) in knapp 18 Monaten die DIN EN 16942 „Kraftstoffe – Identifizierung der Fahrzeug-Kompatibilität – Graphische Darstellung zur Verbraucherinformation“ erarbeitet. Die Norm unterscheidet zwischen Benzin, Diesel und gasförmigen Kraftstoffen. Jeder der drei Kraftstoffarten ist eine geometrische Form zugeordnet: Benzin ein Kreis, Diesel ein Quadrat und gasförmigen Kraftstoffen eine 90-Grad-Raute. Die Wort-/Bildmarke im Zentrum der Form zeigt die Sorte an. Wenn die Symbole an der Zapfsäule mit denen im Fahrzeug identisch sind, kann der Fahrer bedenkenlos tanken.
      
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    Abbildung 1: Neue DIN EN 16942- Jeder der drei Kraftstoffarten ist eine geometrische Form zugeordnet – Benzin ein Kreis, Diesel ein Quadrat und gasförmigen Kraftstoffen eine 90-Grad-Raute. Die Symbole am Fahrzeug müssen mit denen an der Tanksäule übereinstimmen. Bild: DIN
  • Wo findet sich die neue Kennzeichnung?

    Die EU-Direktive 2014/94/EU schreibt die Kennzeichnung an Zapfsäulen, auf Zapfpistolen, im Tankdeckel, im Fahrzeughandbuch und beim Kraftfahrzeughandel vor.
      
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    Abbildung 2: Zapfpistolen mit der neuen, zusätzlichen Kennzeichnung gemäß DIN EN 16942 „E10“ und „B7“ . Bild: Elaflex


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    Abbildung 3: Entwurf der Kennzeichnung einer Kraftstoffsorte an Zapfsäulen
      
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    Abbildung 4: Tankklappe mit Kennzeichnung gemäß DIN EN 16942 „B7“ . Bild: ADAC


  • Wann wird die Kennzeichnung eingeführt?
    Die Kennzeichnung für neue Fahrzeuge (Tankklappe und Bedienungsanleitung) und für Tankstellen (Zapfsäulen und Zapfpistolen) wird voraussichtlich im Jahre 2018 eingeführt. Die Umsetzung der „Richtlinie 2014/94/EU des Europäischen Parlaments und Rates“ ist Sache der nationalen Gesetzgebung. Für die Bundesrepublik Deutschland wird die konkrete Spezifizierung mittels einer Fortschreibung der 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung (10. BImSchV) im Frühjahr 2018 erwartet.
  • Welche Länder machen bei der Kraftstoffkennzeichnung mit?
    Die EU-Direktive 2014/94/EU muss von allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft umgesetzt werden. Deshalb wird die einheitliche Kraftstoffkennzeichnung auch Reisenden in Europa nützen.

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