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- Wissenswertes -

Neu in 2018 



Diverse Gesetzgebungen bringen auch in 2018 eine Vielzahl an Neuerungen für den Autofahrer mit sich. Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Änderungen.
Abgas-/Kraftstoffverbrauchsmessung: WLTP ab 1. September 2018 für Erstzulassung neuer Pkw Pflicht

Um realitätsnähere Verbrauchsangaben zu erhalten, hat die UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) im Auftrag der EU-Kommission einen neuen Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light-Duty Test Cycle) und ein neues Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches entwickelt.

Zur Übernahme des neuen Prüfverfahrens in das Typgenehmigungsverfahren wurde die „Verordnung (EU) 2017/1151 der Kommission vom 1. Juni 2017 zur Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Fahrzeugreparatur- und -wartungsinformationen, zur Änderung der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission sowie der Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 der Kommission und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission“ erlassen. Die neue Verordnung wurde am 7. Juli 2017 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und trat zwanzig Tage später in Kraft (27. Juli 2017).

Mit dieser Verordnung wurde der neue WLTC/WLTP für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle zum 1. September 2017 verbindlich festgeschrieben, um somit den NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) als Grundlage zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches abzulösen.

Für die Erstzulassung neuer Pkw gilt der neue WLTC/WLTP ab 1. September 2018. D.h. Pkw mit Abgasnorm Euro 6b (OBD-Norm 6-1), Euro 6c, Euro 6d-TEMP und Euro 6d mit Prüfung nach NEFZ können nur noch bis 31. August 2018 erstmalig zugelassen werden. Darunter fallen Pkw mit den Emissionsschlüssen-Nummern 36W0, 36ZA, 36ZD, 36ZG und 36ZJ.

Für Lagerfahrzeuge (End-of-Series) besteht für den Fahrzeughersteller die Möglichkeit bei der zuständigen Typgenehmigungsbehörde eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Mit dieser können die der Typgenehmigungsbehörde gemeldete Fahrzeuge noch bis 31. August 2019 erstmalig zugelassen werden.

Ausführliche Informationen siehe unter


Abgasnachbehandlungssysteme und mehr
  • Kfz-Steuer: Ab 1. September 2018 gilt der CO2-Wert nach WLTP als Bemessungsgrundlage

    Seit 1. Juli 2009 (Erstzulassung neuer Pkw) wird zur Berechnung der Kfz-Steuer neben dem Motor-Hubraum der CO2-Wert herangezogen.

    Zum hubraumbezogenen „Sockelbetrag“ (Ottomotor: 2,00 Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum, Dieselmotor: 9,50 Euro je angefangene 100 cm³ Hubraum) kommt der CO2-abhängige Steuerbetrag hinzu (2,00 Euro je Gramm CO2 pro Kilometer oberhalb eines steuerfreien Grenzwertes von 95 g/km.

    Basis für die Berechnung ist der in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld V.7) eingetragene CO2-Wert (g/km).

    Zur Berücksichtigung der Umstellung der Prüfbedingungen der Abgasemissionen und des Kraftstoffverbrauchs im Rahmen der Pkw-Typgenehmigung von NEFZ zu WLTP wurde das Kfz-Steuergesetz entsprechend angepasst. So sieht das „Sechste Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes vom 6. Juni 2017“ vor, dass mit Erstzulassung ab 1. September 2018 der CO2-Wert nach WLTP bei der Berechnung der Kfz-Steuer zu Grunde gelegt wird.

    Da der WLTP-Messwert i.d.R. höher ist als der NEFZ-Wert des gleichen Modells, wird die Kfz-Steuer bei Erstzulassung eines Fahrzeuges ab 1. September 2018 höher sein als für Fahrzeuge des gleichen Modells, die vor diesem Stichtag zugelassen wurden.

    Für Lagerfahrzeuge (End-of-Series), die nach NEFZ typgenehmigt wurden und die ab 1. September 2018 noch mit Ausnahmegenehmigung bis 30. August 2019 erstmalig zugelassen werden können, wird weiterhin der CO2-Wert nach NEFZ für die Steuerbemessung verwendet.

    Ausführliche Informationen siehe unter


    Abgasnachbehandlungssysteme und mehr


  • Hauptuntersuchung: Wiedereinführung der Endrohrmessung für alle ab 1. Januar 2018

    Am Ende hat sich die Politik über alle fachlichen Bedenken hinweggesetzt: ab dem 1. Januar 2018 wird die verbindliche Endrohrmessung für alle Fahrzeuge im Rahmen der Abgasuntersuchung wieder eingeführt. Der Bundesverkehrsminister begründet dies damit, dass diese Änderung der AU einen weiteren Abgasskandal in der Zukunft vermeiden helfe und dass Manipulationen an der Abgasanlage künftig besser aufgedeckt werden können.

    Dies wird vom ADAC kritisch gesehen. Damit werden alle Fahrzeughalter unter Generalverdacht gestellt und müssen auch noch dafür zahlen. Denn dass die Kosten steigen werden, ist inzwischen absehbar: Ab dem 1. Januar 2018 für den größeren Zeitaufwand der AU, ein Jahr später infolge der teilweisen Grenzwertabsenkung und ab 1. Januar 2021 für die Einführung einer Partikelanzahlmessung bei Dieselmotoren, was eine neue Konformitätsbewertung und Eichung der AU-Messgeräte erfordern könnte.

    Die Rechnung für das nötige Update der im Feld befindlichen AU-Geräte, deren Aufrüstung oder gar vorzeitigen Austausch, wird letztlich der Autofahrer bezahlen müssen.

    Ausführliche Informationen siehe unter


    Ausrüstungs- und Wartungsregelungen


  • Notbremsassistenten in Lkw und Bussen: Ab 1. November 2018 müssen neu zugelassene Lkw ab 3,5 t mit Notbremsassistenten ausgestattet sein

    Die Verordnung (EG) Nr. 661/2009 des europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 legt Vorschriften hinsichtlich der allgemeinen Sicherheit von Kraftfahrzeugen fest. Für Nutzfahrzeuge werden u a. Notbremsassistenzsysteme und Spurhaltewarnsysteme verbindlich vorgeschrieben. Die konkreten Anforderungen an die Notbremsassistenzsysteme werden in der entsprechenden Durchführungsverordnung (EU) Nr. 347/2012 der Kommission vom 16. April 2012 festgeschrieben. Seit 1. November 2013 sind Notbremsassistenzsysteme für die Typgenehmigung neuer Lkw-Modelle über 8 t verbindlich vorgeschrieben. Für die Erstzulassung dieser Fahrzeuge gilt dies seit 1. November 2015. Gleiche Anforderungen gelten auch für Busse. 

    Eine Ausweitung der Vorschriften auf Lkw ab 3,5 t sowie eine Verschärfung der Anforderungen wurde im Rahmen einer zweiten Genehmigungsstufe festgeschrieben. Diese ist seit 1. November 2016 für die Typgenehmigung neuer Modelle Pflicht. Ab 1. November 2018 ist dies auch für die Erstzulassung verbindlich vorgeschrieben.

    In der Verordnung wird bei stehenden Hindernissen eine Reduzierung der Geschwindigkeit um mindestens 10 km/h (bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 80 km/h) vorgeschrieben. Mit der zweiten Genehmigungsstufe wurde dies auf mindestens 20 km/h erhöht (bis auf wenige Ausnahmen). Dies bedeutet jedoch weiterhin eine Kollision mit 60 km/h, wenn der Fahrer nicht auf die Auffahrwarnung reagiert. Bei beweglichen Hindernissen (z.B. langsam vorausfahrendes Fahrzeug) muss durch die Notbremsung eine Kollision (bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 80 km/h) gänzlich vermieden werden.


  • Winterreifen: Ab 1. Januar 2018 produzierte Winterreifen müssen das Alpine-Symbol tragen
    Die sogenannten „situative Winterreifenpflicht“ wurde nach dem Debüt im Jahr 2005 in den Jahren 2010 und 2017 präzisiert. Die letzten Änderungen sind am 1. Juni 2017 in Kraft getreten. Die aktuelle „Winterreifen-Verordnung“ sieht u.a. vor, dass bis Ende September 2024 Reifen als Winterreifen anerkannt werden, die mit „M+S“ (oder ähnlich) gekennzeichnet sind und vor 2018 gefertigt wurden.  Reifen, die nach 2017 gefertigt werden oder wurden, müssen mit dem sogenannten „Alpine“-Symbol versehen sein, um als Winterreifen anerkannt zu werden.
    Ausführliche Informationen siehe unter


  • Euro NCAP: Änderungen in 2018
    Ab 2018 werden bei Euro NCAP die Testprotokolle und die Bewertung der aktiven Sicherheit angepasst. Die letzten drei Jahre war es ausreichend, einen Notbremsassistenten oder einen Spurassistenten (Verlassenswarner, Spurhalteassistent) zu verbauen. Ab 2018 ist der Anspruch deutlich höher, 5-Sterne werden nur noch Fahrzeuge mit Notbremsassistenten und Spurassistenten bekommen. Die Gewichtung wird darüber hinaus stärker auf vorausschauende Assistenzsysteme gelegt. 
    Auch die Tests werden anspruchsvoller: 
    • Fußgänger müssen vom Assistenten nun auch nachts erkannt werden.
    • Der Fußgängerschutz wird um Radfahrer erweitert (Notbremsassistent).
    • Beim Notbremsassistent C2C fahren die Fahrzeuge nun auch seitenversetzt (vorher immer 100 %- Überdeckung).
    • Das Fahrzeug „Target“ ist nun Dreidimensional und noch realistischer. 
    • Spurhalteassistenten werden bei Gegenverkehr und in Überholszenarien geprüft.
    • Spurhalteassistenten sollen nun auch den Straßenrand ohne Spurmarkierung erkennen können.
    Die Grundsteine wurden bereits in 2014 mit dem sehr einfachen Testverfahren für Notbremsassistenten gelegt. Damals noch „Technik-basiert“; d.h. man hat getestet was die Hersteller angeboten haben. Nun werden schrittweise die Szenarien erweitert und erschwert, damit die Systeme im Verkehr immer mehr Situationen entschärfen können.  Somit wird dann „Szenario-basiert“ getestet; d.h. es werden Problemfälle aus dem Unfallgeschehen nachgestellt und die Technik muss diese adressieren können (auch wenn die Technik vielleicht noch gar nicht vorhanden ist). Ein Beispiel hierfür wäre der Straßenrand ohne Spurmarkierung, hier muss nun die Technik nachziehen.

  • Tachomanipulation: Ab 1. September 2018 müssen neu zugelassene Pkw „systematisch“ gegen Manipulation des Kilometerstandes geschützt sein

    Neue Fahrzeugmodelle müssen ab 1. September 2017 „systematisch“ gegen Manipulation des Kilometerstandes geschützt werden; ab 1. September 2018 gilt dies für die Erstzulassung neuer Pkw.

    Dies schreibt die neue „Verwaltungsvorschrift für die EG-Typgenehmigung“ (Verordnung (EU) 2017/1151 der Kommission vom 1. Juni 2017 zur Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Fahrzeugreparatur- und -wartungsinformationen, zur Änderung der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission sowie der Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 der Kommission und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission) vor. 

    Damit erfüllt der Gesetzgeber eine langjährige Forderung des ADAC im Sinne des Verbraucherschutzes. Doch dies ist nur ein Zwischenschritt. Der ADAC appelliert daher an den Gesetzgeber, der neuen Regelung rasch konkrete Ausführungsbestimmungen folgen zu lassen: Welche Schutzklasse muss eingehalten werden, wie kann der Gesetzgeber deren Einhaltung überwachen usw. Hierfür schlägt der Automobilclub die international in der IT-Branche bewährte Common-Criteria-Methode vor. Damit kann nicht nur das erforderliche Maß an Manipulationsschutz genau definiert werden. Die Einhaltung lässt sich auch von neutralen Fachleuten überwachen – in Deutschland etwa durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI in Bonn).

    Ausführliche Informationen siehe unter


    Tachomanipulation


  • Kraftstoffkennzeichnung: Die Kennzeichnung für neue Fahrzeuge und für Tankstellen wird voraussichtlich im Jahre 2018 eingeführt
    Die Kennzeichnung für neue Fahrzeuge (Tankklappe und Bedienungsanleitung) und für Tankstellen (Zapfsäulen und Zapfpistolen) wird voraussichtlich im Jahre 2018 eingeführt. Die Umsetzung der „Richtlinie 2014/94/EU des Europäischen Parlaments und Rates“ ist Sache der nationalen Gesetzgebung. Für die Bundesrepublik Deutschland wird die konkrete Spezifizierung mittels einer Fortschreibung der 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung (10. BImSchV) im Frühjahr 2018 erwartet.
    Ausführliche Informationen siehe unter


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