Leishmaniose: Deshalb sollte die Tropenkrankheit behandelt werden
Von Brit Neuhaus

Leishmaniose ist eine durch Parasiten ausgelöste Erkrankung. Es gibt mehrere Formen, die unterschiedlich schwer verlaufen. Was Reisende wissen sollten.
Vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet
Unbehandelt sind schwere Verläufe möglich
Vorbeugung: konsequenter Mückenschutz
Was ist Leishmaniose?
Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet ist. Auslöser sind Leishmanien, winzige Parasiten, von denen mehr als 20 Arten bekannt sind.
Weltweit sind mehr als 12 Millionen Menschen von Leishmaniose betroffen. Die World Health Organization (WHO) schätzt, dass sich pro Jahr bis zu eine Millionen Personen neu infizieren. Etwa 20.000 bis 30.000 Betroffene versterben pro Jahr an der Infektion.
Wie steckt man sich mit Leishmaniose an?
Leishmanien leben als Parasiten im Körper verschiedener Säugetiere, vor allem von Hunden und Nagetieren. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Sandmücken, die zuvor bei einem infizierten Tier oder Menschen Blut gesaugt haben. Die großen, abstehenden Flügel verleihen dem winzigen nur etwa 3 Millimeter großen Insekt ein schmetterlingsartiges Aussehen. Der Stich der Sandmücke ist hingegen weniger auffällig und nicht zuverlässig von anderen Mückenstichen zu unterscheiden.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten. Ein geringes Risiko besteht beim Geschlechtsverkehr oder bei Bluttransfusionen.

Welche Arten von Leishmaniose gibt es?
Es gibt drei Leishmaniose-Formen, die unterschiedliche Organe betreffen können:
Kutane Leismaniose: auch Orientbeule, Nilbeule oder Aleppobeule genannt; entwickelt sich unmittelbar an der Einstichstelle
Mukokutanen Leishmaniose: breitet sich von der Haut ausgehend im Körper aus und betrifft vor allem die Schleimhäute
Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar): befällt die inneren Organe
Symptome einer Leishmaniose
Welche Symptome eine Leishmaniose verursacht, hängt vom Erreger und der Form der Leishmaniose ab.
Etwa zwei bis acht Wochen nach der Infektion bildet sich im Bereich der Einstichstelle eine kleine Pustel. Sie vergrößert sich langsam und bricht schließlich auf.
Es entsteht ein schmerzloses, bis zu etwa fünf Zentimeter großes Hautgeschwür, das von einem erhabenen Rand umgeben ist. Nach etwa sechs bis 15 Monaten heilt es unter Bildung einer Narbe ab. Besonders häufig sind Gesicht, Nacken, Arme und Beine betroffen.
Die mukokutane Leishmaniose verläuft zunächst ähnlich wie die kutane Form. Im weiteren Verlauf bilden sich offene Wunden an den Schleimhäuten von Nase, Mund und Rachen.
Im Gegensatz zur kutanen Leishmaniose werden Haut, Muskeln und Knorpel im betroffenen Bereich großflächig zerstört. Erkrankte haben dadurch oft schwere Entstellungen im Bereich des Gesichts.
Die viszerale Leishmaniose betrifft den gesamten Körper. Symptome machen sich in der Regel erst nach zwei bis sechs Monaten bemerkbar, manchmal erst nach Jahren:
Unregelmäßig auftretendes, zum Teil wochenlanges Fieber
Vergrößerung von Leber und Milz
Blutarmut
Mangel an weißen Blutkörperchen
Abwehrschwäche
Gestörte Blutgerinnung
Schleimhautblutungen
Abmagerung
Wassereinlagerungen (Ödeme)
Gelbsucht
Flüssigkeitsansammlung im Bauch (Aszites)
Risikogebiete für Leishmaniose
Die Erreger der Gattung Leishmania sind weltweit verbreitet, vor allem in Zentral- und Südamerika, Ostafrika, Indien, Zentral- und Südwestasien sowie im gesamten Mittelmeerraum, z. B. in Italien, Kroatien, Bosnien, Frankreich, Spanien einschließlich der Kanarischen Inseln und Griechenland.
Infektionen in Deutschland werden fast immer aus anderen Ländern eingeschleppt. Die Sandfliege als Überträger ist laut Robert Koch-Institut in Deutschland bisher nur vereinzelt anzutreffen.
| Viszerale Leishmaniose | Kutane Leishmaniose | Mukokutane Leishmaniose |
|---|---|---|
• Südasien (Indien, Bangladesch, Nepal) • Horn von Afrika (Äthiopien, Sudan, Somalia, Kenia) • Mittelmeerraum • Mittlerer Osten • Afghanistan • Pakistan • Brasilien | • Afghanistan • Iran • Irak |