Vergiftung beim Hund: Symptome und Erste Hilfe

Ein Hund der kurz davor ist in eine giftige Pflanze zu beißen
Viele Zimmerpflanzen sind für Hunde giftig© K.THALHOFER

Hunde können sich an vielen Substanzen vergiften – auch an solchen, die für Menschen unschädlich sind. Mit einigen einfachen Maßnahmen und einer konsequenten Erziehung lässt sich ein Notfall oft verhindern.

  • Giftige Lebensmittel und Medikamente unzugänglich aufbewahren

  • Informieren Sie sich über giftige Zimmer- und Gartenpflanzen

  • Ein Giftködertraining kann lebensrettend sein

Die Angst, ihr Hund könnte beim Gassigehen einen Giftköder fressen, ist bei vielen Tierhaltern groß. Doch die Gefahr einer Vergiftung besteht nicht nur im Freien. Auch zu Hause lauern zahlreiche Giftstoffe in Lebensmitteln, Pflanzen, Medikamenten und anderen haushaltsüblichen Substanzen. Darunter sind auch solche, die für den Menschen vollkommen unbedenklich sind.

Wie äußert sich eine Vergiftung beim Hund?

An welchen Symptomen man eine Vergiftung beim Hund erkennt, hängt von der jeweiligen Substanz und der Menge des Giftstoffs ab, die der Hund zu sich genommen hat.

Häufige Vergiftungserscheinungen:

  • Starkes Speicheln

  • Erbrechen, Würgen und Durchfall

  • Krampfanfälle, Lähmungen

  • Schwäche

  • Zittern und Taumeln

  • Apathie oder Unruhe

  • Zu niedrige Körpertemperatur

  • Atemnot und Kreislaufprobleme bis hin zur Bewusstlosigkeit

  • Veränderte Farbe der Schleimhäute (z.B. bläulich, blass oder sehr rot)

  • Blut in den Ausscheidungen (z.B. bei Rattengift)

  • Starke Blutungsneigung, auch bei leichten Verletzungen (z.B. bei Rattengift)

Wie schnell treten Vergiftungserscheinungen beim Hund auf?

Wie schnell sich die Anzeichen einer Vergiftung beim Hund bemerkbar machen und wie gut die Überlebenschancen sind, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Manche Giftstoffe verursachen umgehend Symptome, andere erst nach Stunden. Bei einigen Substanzen, beispielsweise Rattengift, verläuft die Vergiftung schleichend, und es kommt erst einige Tage später zu Beschwerden.

Was tun im Notfall?

Bei einer Vergiftung ist es oft schwierig, selbst Erste Hilfe zu leisten. Es gibt sehr viele Giftstoffe, die wiederum unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Deshalb sollten Sie den Hund immer schnellstmöglich in die tierärztliche Praxis bringen.

Nehmen Sie nach Möglichkeit einen Rest von dem aufgenommenen Giftstoff mit (beispielsweise ein Blatt der angefressenen Pflanze oder die Umverpackung). Die Ärztinnen und Ärzte können den Giftstoff so leichter identifizieren und die richtigen Gegenmaßnahmen einleiten.

Ist der Hund bewusstlos, lagern Sie ihn seitlich und drehen Sie den Kopf so, dass Speichel und Erbrochenes ungehindert aus dem Maul fließen können. Legen Sie auf keinen Fall einen Maulkorb an. Ist Ihr Vierbeiner ansprechbar, versuchen Sie ihn so gut wie möglich zu beruhigen. Wie beim Menschen gilt auch beim Tier: Bringen Sie den Hund nicht zum Erbrechen. Je nach Substanz kann der Schaden größer sein als der Nutzen, wenn das Gift erneut durch die Speiseröhre fließt. Außerdem kann der Hund ersticken, wenn das Erbrochene in die Luftröhre gerät.

Flößen sie dem Tier keine Milch oder kein Öl ein. Fetthaltige Getränke können die Aufnahme des Gifts beschleunigen.

Die Verabreichung von Kohletabletten ist umstritten und kann viel Zeit kosten. Außerdem ersetzt sie nicht den Besuch in der Tierarztpraxis, sondern ist bestenfalls als Erstmaßnahme beim Verdacht auf eine Vergiftung geeignet.

Was ist für Hunde giftig?

Beachten Sie, dass es sich bei den aufgeführten Giftstoffen nur um einige wichtige Beispiele handelt.

Hilfreich:

Umfassende Informationen zu für den Hund gefährlichen Substanzen finden Tierhalter beispielsweise auf der Webseite des Instituts für Veterinärmedizin und -toxikologie*der Universität Zürich.

Wie schütze ich meinen Hund?

Eine Vergiftung lässt sich nicht immer verhindern, das Risiko jedoch verringern. Im eigenen Haus und Garten ist es ratsam, giftige Substanzen stets unzugänglich für den Hund aufzubewahren und diese nach der Benutzung direkt wieder wegzuräumen.

Kann man Giftköder erkennen?

Ein Hund an der Leine steht vor einem Hundeköder am Wegesrand
Giftköder sind häufig als unauffällige Leckerli getarnt© Shutterstock/Nehris

Von anderen Menschen ausgelegte Giftköder sind bei vielen Hundehaltern gefürchtet. Zweifelsfrei zu erkennen sind diese in der Regel nicht. Oft handelt es sich um kleine, unauffällige "Leckerlis", Fleischstücke oder Essensreste, die am Wegrand oder im Gebüsch liegen.

Am wirksamsten schützen Sie Ihren Hund dadurch, dass Sie

  • ihn beim Gassigehen gut im Auge behalten

  • sich aktiv mit dem Hund beschäftigen

  • und ihn von Anfang an konsequent erziehen

Auf Zuruf und ein Tabu-Kommando wie "Aus" sollte das Tier zuverlässig reagieren. Bringen Sie Ihrem Hund außerdem bei, nicht vom Boden zu fressen, außer wenn Sie es ihm ausdrücklich gestatten. Beherrscht ein Hund diese wichtigen Kommandos und Regeln nicht, ist unter Umständen ein Maulkorb sinnvoll. Außerdem bieten zahlreiche Hundeschulen und Hundetrainer ein Giftködertraining an. Hilfreich sind auch Apps und Webseiten, die gezielt vor Giftködern warnen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.