Krank am Strand? So hilft der Ambulanz-Service

Sonne, Strand, Erholung – und dann wird man so richtig krank. – Leider passiert das jeden Tag. So hat auch der ADAC Ambulanz-Service immer alle Hände voll zu tun. Übrigens auch in Corona-Zeiten. Eine Reisewarnung oder ein Lockdown sind in der ADAC Plus- oder Premium-Mitgliedschaft und der ADAC Auslandskrankenversicherung nämlich kein Grund, nicht für die Mitglieder und Versicherten da zu sein.



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Foto: ADAC SE

Ein Anruf beim ADAC Ambulanz-Service genügt und sofort wird mit der Koordination angefangen. Ob der versicherte Patient selbst oder sein Ehepartner, Kind, sonstiger Verwandter, Freund oder Reisebegleiter Kontakt mit dem ADAC aufnimmt, spielt keine Rolle. Wichtig aber ist, dass das Telefonat gut vorbereitet ist, um die Hilfe schnell in Gang setzen zu können.

 

Wir brauchen genaue Angaben

 

● zum Patienten inklusive der Mitglieds- oder Versicherungsnummer
● dem Ansprechpartner mit Handynummer, Emailadresse
● zur Erkrankung oder zum Unfall
● zum Aufenthaltsort
● zu den behandelnden Ärzten
● zum Hausarzt.

 

Eine Liste der benötigten Informationen finden Sie unter adac.de/ambulanceservice, Stichwort „Wir sind für Sie da“.

 

Corona: Was passiert bei Reisebeschränkungen?

 

Ob ein Krankenrücktransport von ADAC Plus- und Premium-Mitgliedern oder Versicherten nach Deutschland durchgeführt werden kann, hängt von den Quarantäne-Bestimmungen ab – sowohl im Urlaubsland als auch in Deutschland. Der ADAC Ambulanz-Service führt Transporte auch durch, wenn eine Reisewarnung besteht. Allerdings kann es zu Verzögerungen aufgrund des höheren Organisationsaufwandes kommen. Auch bei einem Lockdown werden alle Möglichkeiten ausgelotet.

 

Bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung und einer medizinischen Unterversorgung vor Ort werden in jedem Fall alle zur Verfügung stehenden Transportoptionen geprüft. Diese reichen von regionalen Verlegungen in Zentren mit einer höheren Versorgungsmöglichkeit bis hin zum Rücktransport per Ambulanzflug unter Isolationsbedingungen. Jeder Einzelfall wird auf bestehende Optionen geprüft werden, auch unter Berücksichtigung des Risikos für die fliegerische und medizinische Crew, des Risikos für die Bevölkerung sowie unter Berücksichtigung der von den jeweiligen Behörden vorgegebenen Restriktionen.

 

Bei Rückholung sind viele Faktoren ausschlaggebend

Sollen lediglich Kosten für eine Behandlung im Krankenhaus erstattet werden, ermittelt der ADAC Mitarbeiter in einem ersten Gespräch, ob noch Daten oder Unterlagen fehlen, und setzt sich dann unmittelbar mit der Verwaltung der Klinik in Verbindung. Besteht Versicherungsschutz, werden die Kosten direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet. Nach der Entlassung kann der Patient seinen Urlaub weiter genießen, ohne dass die Urlaubskasse belastet wird.

 

Wenn der Kranke nach Deutschland zurückgeholt werden soll, wird die Sache bedeutend komplexer. In diesem Fall werden die ADAC Ärzte eingeschaltet, die mit den behandelnden Ärzten vor Ort die nächsten Schritte abklären, also zum Beispiel, wann und auf welchem Weg ein Transport des Patienten möglich ist.

Mitarbeiter halten auf jeden Fall Kontakt

Auch wenn sich für die Betroffenen selbst vordergründig zunächst einmal nichts zu bewegen scheint, die Maschinerie läuft im Hintergrund. Nicht immer kann beispielsweise sofort mit dem verantwortlichen Arzt im Ausland Kontakt aufgenommen werden, weil der stundenlang im OP steht oder erst noch Untersuchungsergebnisse abgewartet werden müssen. Der behandelnde Arzt am Urlaubsort hat die Therapiehoheit, ohne seine Freigabe ist ein Rücktransport nach Deutschland nicht möglich.

In jedem Fall aber hält der Ambulanz-Service zeitnah Kontakt, sobald konkrete Aussagen möglich sind. Die Mitarbeiter sind sieben Tage in der Woche rund um die Uhr im Einsatz. Sie rufen also auch abends, nachts oder am Wochenende zurück. Ebenfalls beruhigend: Der Ambu-Service übernimmt die komplette medizinische und logistische Organisation, den sogenannten Bett-zu-Bett-Service. Also zum Beispiel die Suche eines freien Bettes im heimatnahen Krankenhaus sowie den lückenlosen Transport des Patienten vom Krankenhaus im Urlaubsort zum Krankenhaus in der Heimat auf dem Boden oder in der Luft.

Patient muss transportfähig sein

Ist der Patient transportfähig, alle medizinischen Aspekte geklärt und die Unterlagen vollständig, landet der Fall in der Disposition. Hier wird der Transport gemanagt. Die Organisation eines solchen Transports, insbesondere eines Fluges, ist sehr aufwändig und Stornierungen müssen möglichst vermieden werden, weil sich das auf die anderen Patienten auswirkt. Deshalb muss man mit einer Wartezeit von drei bis fünf Tagen rechnen, bei weit entfernten Zielen auch länger.

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Patient in Not: Wer erhält Auskunft?

Die Mitarbeiter des ADAC Ambulanz-Service dürfen aus rechtlichen Gründen grundsätzlich keine Auskünfte über medizinische Sachverhalte und andere persönliche Informationen an Dritte weitergeben, also auch nicht an den Ehepartner oder Kinder des Patienten. Es sei denn, der Patient hat gegenüber den Mitarbeitern eine Schweigepflichtentbindungserklärung abgegeben. Falls er dazu nicht in der Lage ist, zum Beispiel weil er im Koma liegt, muss zunächst sein mutmaßlicher Wille ermittelt werden. Das kann kompliziert werden.

 

Im Ernstfall auch sehr wichtig zu wissen: Eltern volljähriger Kinder haben keinen Anspruch darauf, informiert zu werden! Auch hier greifen Datenschutzvorgaben.

 

Wer solche Komplikationen im Ernstfall ausschließen möchte, sollte eine Vorsorgevollmacht (das ist keine Patientenverfügung!) zugunsten seines Vertrauten einrichten. Das geht problemlos und ohne Rechtsanwalt oder gar Notar. Entsprechende Vordrucke gibt es zum Beispiel auf den Seiten des Bundesjustizministeriums. Sie können auch zeitlich, also etwa nur für die Urlaubswochen, und in ihrem Umfang, also nur für bestimmte Fälle, begrenzt werden.

Was kostet ein Krankenrücktransport aus dem Ausland?

Bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren Tausend Euro fällig werden. Richtig teuer wird es, wenn ein Patient aus dem Urlaubsland mit einem der vier Ambulanzflugzeuge des ADAC zurück nach Deutschland geflogen werden muss.

 

So schlägt ein Intensivtransport von Mallorca mit 24.000 Euro zu Buche, von Kreta mit 28.000 und aus Antalya mit 31.000 Euro. Kommen spezielle lebenserhaltende medizinische Geräte zum Einsatz, steigen die Kosten ins Unermessliche. Ein Beispiel: Der Rücktransport einer Urlauberin, die mit Verdacht auf akutes Lungenversagen in einem thailändischen Krankenhaus lag, kostete etwas mehr als 160.000 Euro. Auf dem Flug musste eine mobile Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden, ein deutsches Ärzteteam begleitete die Frau. Die gesamten Krankheitskosten bis zur Einlieferung in ein deutsches Krankenhaus beliefen sich auf rund 250.000 Euro. Die Kosten für einen Auslandskrankenschutz nehmen sich angesichts dessen vergleichsweise gering aus.

 

Wie sinnvoll ist eine Auslandskrankenversicherung?

Wer ins Ausland verreist, sollte auf alle Fälle eine private Auslandskrankenversicherung im Gepäck haben. Sie deckt weltweit Krankheitskosten und einen Rücktransport des Patienten nach Deutschland ab. Gesetzliche Krankenkassen leisten allenfalls bei Reisen innerhalb Europas, und auch da übernehmen sie nicht alle Auslagen, sondern ausschließlich „medizinisch notwendige Leistungen“ und zwar in der Höhe, wie sie im jeweiligen Urlaubsland üblich sind. Wer beispielsweise in Österreich beim Wandern verunglückt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht wird, bleibt auf den Kosten sitzen, wenn er keinen Auslandskrankenschutz hat.

 

Produktangebot

 

Mit der Auslandskrankenversicherung des ADAC ist man weltweit abgesichert. Hier finden Sie alle Informationen zum Auslandskrankenschutz

 

Hier finden Sie die Bedingungen der ADAC Plusmitgliedschaft, die die Rückholung eines schwer kranken Patienten beinhaltet.

 

In der neuen ADAC Premium-Mitgliedschaft, die weltweit leistet, ist sowohl die Rückholung eines schwer kranken Patienten als auch eine Auslandskrankenversicherung inkludiert.