Vignetten in Österreich: Die Top-Ten-Ausreden der Mautsünder

Vignetten verschiedener Länder
Jahresvignetten 2021 für Slowenien, Österreich und die Schweiz sowie eine Digitale Vignette für Österreich ∙ © ADAC

Endlich wieder Sommer, Sonne, Freiheit und Urlaub im Süden. Doch damit die wiedergewonnene Reisefreiheit kein böses finanzielles Nachspiel hat, sollte man nicht vergessen, eine gültige Vignette zu besorgen – am besten noch vor der Abfahrt.

  • Vignette in Deutschland kaufen

  • Digitale Vignette beim Kauf in ADAC Geschäftsstelle sofort gültig

  • Die Jahresvignetten 2021 gelten bis einschließlich 31. Januar 2022

Wer ohne Vignette erwischt wird, braucht nicht lange nach Ausreden zu suchen. In Österreich entlocken Klassiker wie „mein Hund hat das Pickerl gefressen“, „die Vignette ist in der Handtasche meiner Frau“, „die Vignette war als Geschenk auf eine Weinflasche geklebt“ oder „die Kinder haben beim Spielen die Vignette zerstört“ den Kotrolleuren nicht mal mehr ein müdes Lächeln.

2020 wurden – pandemiebedingt - knapp 30.000 weniger Vignettensünder als im Vorjahr erwischt. Von den insgesamt 192.400 kamen 30.3 Prozent, also rund 58.300 der Fahrzeuge, aus Deutschland. Im Jahr 2019 waren es noch 36 Prozent. Und die Strafen sind happig, es wird eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro oder ein Bußgeld ab 300 Euro fällig.

Die Top-Ten der Ausreden:

Weißer Hundewelpe kaut auf einem Pickerl rum
Keine glaubhafte Ausrede: Der Hund hat das Pickerl gefressen ∙ © manushot - stock.adobe.com
  1. Ich habe nichts von der Vignettenpflicht gewusst

  2. Ich habe nicht gewusst, wo man eine Vignette kaufen kann

  3. Das Navi hat mich auf die Autobahn gelotst

  4. Es ist umständlich, ein 10-Tages-Pickerl von der Windschutzscheibe zu lösen

  5. Ich muss schnell ins Krankenhaus

  6. Ich habe keine Vertriebsstelle gefunden

  7. Ich habe keine Vignette an der Vertriebsstelle bekommen

  8. Ich habe die Vignettenpflicht-Schilder nicht gesehen

  9. Das ist nicht mein Auto

  10. Ich habe ja eh die Sondermaut bezahlt

Die aktuellen Vignettenpreise

In Österreich kostet die Pkw-Jahresvignette 92,50 Euro, für zwei Monate 27,80 Euro und das 10-Tages-Pickerl 9,50 Euro. Motorradfahrer bezahlen für die Jahresvignette 36,70 Euro, für zwei Monate 13,90 Euro und für zehn Tage 5,50 Euro. Für die Schweiz kostet die Jahresvignette 38,50 Euro, für Slowenien 110 Euro, ein Monat 30 Euro und sieben Tage 15 Euro.

Streckenabschnitte ohne Maut

Wichtige Info für Österreich-Urlauber: Seit Dezember 2019 sind in unserem Nachbarland fünf Autobahnabschnitte mautfrei. Besonders die Mautpflicht für den kurzen Autobahnabschnitt von der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Kufstein-Süd war immer sehr
umstritten. Hier muss man keine Vignette kaufen:

Maut in Österreich ohne Pickerl
Infografik: Auf diesen Strecken können Sie ohne Vignette fahren ∙ © ADAC e.V.
  • Mühlkreisautobahn A7 (Bypassbrücke zwischen Ausfahrt Hafenstraße und Urfahr)

  • Linzer Autobahn A26

  • Westautobahn A1 (zwischen der Staatsgrenze am Walserberg und der Anschlussstelle Salzburg Nord)

  • Inntalautobahn A12 (zwischen der Staatsgrenze bei Kufstein und der Anschlussstelle Kufstein-Süd)

  • Rheintal/Walgau-Autobahn A14 (zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und der Anschlussstelle Hohenems)

Strecken mit Sondermaut

Unabhängig von der Vignette ist auf bestimmten Streckenabschnitten in Österreich eine Sondermaut zu zahlen. Für folgende Strecken gibt es im Vorverkauf digitale Tickets, mit denen die Mautstelle ohne anzuhalten passiert werden kann:

Strecke

Preis

Brennerautobahn

10 Euro für die Einzelfahrt

Tauernautobahn inkl. Katschbergtunnel

12,50 Euro für die Einzelfahrt

Pyhrnautobahn

Gesamtticket (Gleinalm und Bosruck) für 15,50 Euro

Gleinalm

9,50 Euro für die Einzelfahrt

Bosrucktunnel

6 Euro für die Einzelfahrt

Arlbergtunnel

10,50 Euro für die Einzelfahrt

Karawankenautobahn (Richtung Süden)

7,60 Euro für die Einzelfahrt

Die Preise gelten für Fahrzeuge bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht auch mit Anhänger. Alle Mautspuren sind mit Kameras ausgestattet, deswegen ist die digitale Streckenmaut auf allen geöffneten Mautspuren gültig, außer auf der Go-Spur. Diese ist weiterhin ausschließlich für Fahrzeuge über 3,5 t reserviert, Verstöße werden bestraft.

Fahrzeuge ohne Anhänger, mit einer Breite von weniger als 2 m und einer Höhe von 4,20 m, dürfen die ausgewiesene Digitale Streckenmautspur (ganz links, in grün markiert) benutzen. 

Wohnmobile und Fahrzeuge mit Anhänger (bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht) dürfen nur die herkömmlichen Mautspuren nutzen, nicht die GO-Box-Spur.

Bei Fahrzeugen über 3,5 t wird die entsprechende Mautgebühr für den jeweiligen
Streckenabschnitt direkt vom Guthaben der GO-Box abgebucht.    

Im Online-Shop oder in den ADAC Geschäftsstellen sind vergünstigte Tickets für die
Felbertauernstraße (2-Fahrten-Ticket: 20 Euro, Motorräder: 18 Euro) und die Großglockner Hochalpenstraße erhältlich. Hier kostet die Pkw-Tageskarte 32 Euro, die Motorrad-Tageskarte 23,50 Euro oder das Vier-Touren-Ticket 35,50 Euro.

Österreich: Digitale Vignette sofort gültig

Auf Platz 11 des Rankings der Ausreden hat es übrigens eine Ausrede zur Digitalen Vignette geschafft: „Ich habe mich bei der Eingabe ja nur um eine Ziffer geirrt.“

Bei der digitalen Alternative zum klassischen „Klebe-Pickerl“ ist wichtig zu wissen, dass sie erst ab dem 18. Tag nach dem Online-Kauf gültig ist. Sie ist also nichts für Kurzentschlossene. Der Grund: Kunden haben in Europa bei jeder Online-Bestellung das Recht, innerhalb von
zwei Wochen vom Kauf zurückzutreten. Dazu wird mit drei Tagen Postlaufzeit gerechnet. Daher ist die digitale Vignette erst ab dem achtzehnten Tag nach dem Kauf gültig.

Wer nicht „kleben“ und trotzdem nicht 18 Tage warten will, kann die digitale Vignette für Österreich auch bei einer ADAC Geschäftsstelle kaufen – denn nur beim Direkterwerb entfällt die gesetzliche Sperrfrist und die Vignette ist sofort gültig.