Tanken an der Autobahn: Baden-Württemberg unter den teuersten Bundesländern

Tanken an der Autobahn ist in Baden-Württemberg besonders teuer. Das zeigt eine aktuelle bundesweite Erhebung des ADAC, die erstmals sämtliche über 14.000 deutschen Tankstellen erfasst hat – darunter alle rund 360 Autobahntankstellen. Für Baden-Württemberg ergab die Untersuchung deutliche Preisunterschiede: Neben Rheinland-Pfalz und Bayern zählte das Land zu den teuersten Regionen für Kraftstoff an der Autobahn, während die Straßentankstellen im Südwesten unter den günstigsten im bundesweiten Vergleich lagen.
„In Baden-Württemberg lohnt es sich besonders, zum Tanken von der Autobahn abzufahren. Die mögliche Ersparnis liegt bei bis zu 40 Cent pro Liter.“
Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg©ADAC Württemberg e.V.
An den Autobahntankstellen in Baden-Württemberg kostete im Erhebungszeitraum Super E10 im Schnitt 2,475 Euro je Liter, Diesel 2,652 Euro. Ganz anders das Bild abseits der Autobahn: Mit durchschnittlich 2,078 Euro je Liter war Super E10 an baden-württembergischen Straßentankstellen sogar am günstigsten im Bundesländer-Vergleich. Bei Diesel lag der Landesdurchschnitt mit 2,282 Euro je Liter genau im bundesweiten Mittel.
Tanken abseits der Autobahn: 40 Cent Ersparnis möglich
Damit ergab sich für Baden-Württemberg eine besonders große Preisdifferenz: Bei Super E10 ließen sich im Schnitt 40 Cent je Liter sparen, wenn man statt an der Autobahn abseits davon tankte. Bei Diesel waren es 37 Cent – in beiden Fällen mehr als der bundesweite Durchschnitt von rund 33 Cent je Liter.
Der ADAC kritisiert die Höhe der Kraftstoffpreise an den Autobahntankstellen. Ein gewisser Aufpreis aufgrund teurer Konzessionen und des Angebots rund um die Uhr ist aus ADAC Sicht nachvollziehbar, jedoch nicht in dem teils massiv überteuerten Umfang. Es liegt an den Autofahrerinnen und Autofahrern selbst, ob sie die Tankstellen an den Autobahnen meiden und zum Tanken abfahren.
Eine begleitende ADAC Umfrage zeigt: 63 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer würden wegen der Preise von der Autobahn abfahren, 42 Prozent davon bereits ab einer Ersparnis von 10 Cent je Liter. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass rund ein Drittel der Befragten bereit ist, die oftmals deutlich höheren Autobahnpreise zu bezahlen, obwohl der Umweg zu einer günstigen Station oft nur wenige 100 Meter ausmacht.
Im Gegensatz zu den Vorjahren hat der ADAC die Methodik des Spritpreisvergleichs etwas verändert und erstmals eine Vollerhebung durchgeführt. Das heißt: Zwischen dem 6. und 19. April 2026 hat der ADAC die Preisdaten der mehr als 14.000 deutschen Tankstellen über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) ermittelt. Dorthin müssen fast alle Tankstellen in Deutschland regelmäßig ihre aktuellen Preise melden. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der von der MTS-K zur Verfügung gestellten Datengrundlage zu interpretieren. Rund 360 der Tankstellen liegen direkt an der Autobahn.
Anomalien in den erhobenen Daten wie Preise, die sich über einen längeren Zeitraum nicht verändert haben oder offensichtlich falsch gemeldete Preise wie zum Beispiel 9,99 Euro pro Liter, wurden zusätzlich überprüft und ggf. bereinigt.
