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Der ADAC

Die Stauberater: Sie schickt der Himmel – nein, der ADAC!

© ADAC Württemberg e.V.

Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander – und das trifft besonders auf den Alltag der ADAC Stauberater zu. Denn dieser Job verbindet die schönen Momente, wenn das bisher 4-köpfige Team die Autofahrer im Stau unterstützten und beraten kann, mit den oft schwierigen Einsätzen, wie zum Beispiel bei Unfällen auf der Autobahn. Eine Aufgabe für gute Motorradfahrer, starke Nerven und Menschen, die etwas Gutes tun möchten, wie Hansjörg Vollmer, der seit kurzem als fünftes Mitglied das Team des ADAC Württemberg verstärkt.
„Stresserprobt? Ja das bin ich“, sagt Hansjörg Vollmer, mit einem Lächeln, denn der 52-jährige hat drei Kinder und bekommt bald ein drittes Enkelkind dazu. „Ich kann natürlich noch nicht abschätzen, welche Herausforderungen der Job mit sich bringt. Meine Kollegen nehmen mich mit auf Tour und sie unterstützen mich, wo sie können. Ich freue mich darauf Menschen zu helfen und ich versuche mich für die schwierigen Situationen zu wappnen. Theoretisch bin ich auf alles vorbereitet, aber in der Praxis werde ich meine eigenen Erfahrungen sammeln müssen.“
Hansjörg Vollmer, für seine Kollegen „Hansi“, liebt das Motorradfahren und er hatte schon immer den Antrieb etwas für den guten Zweck zu tun. Als gelernter Elektriker arbeitet er hauptberuflich bei einem Hersteller für Hydraulikkomponenten und gibt hier Schulungen, denn er hat es gern mit Menschen zu tun. Auf einer Motorradmesse entdeckte er den ADAC Messestand und eines der Motorräder der Stauberater. Sofort interessiert, informierte er sich über deren Aufgaben. Der Funke sprang über und jetzt gehört er zum Team. Viele seiner Einsätze liegen an Wochenenden, damit kommt er zurecht, aber wie sieht das seine Frau? „…die hat mich natürlich schwer gelobt!“, sagt er lachend „nein, sie weiß, wie ich bin und deshalb steht sie hinter mir.“

Seit über 30 Jahren sind die ADAC Stauberater auf ihren Maschinen auf den deutschen Autobahnen unterwegs. In erster Linie informieren sie die Autofahrer darüber, wie lange ein Stau ist und ob es sich lohnt, ihn zu umfahren. Das Stauberater-Team des ADAC Württemberg besteht aus sehr unterschiedlichen Menschen, mit ganz verschiedenen Fähigkeiten – vom Polizisten, über den kaufmännischen Angestellten, bis hin zum Raumausstatter mit Sanitäter-Ausbildung verbindet alle ihr außergewöhnliches Engagement. Dieter Mäurer ist seit 26 Jahren dabei und teilt seine Erfahrungen gerne mit dem neuen Kollegen. Zum gemeinsamen Termin mit Hansi Vollmer kommt er nach Ankündigung später. Der Grund ist ein schwerer Unfall mit einem LKW. Der 61-jährige Stauberater wird gebraucht – er unterstützt das Polizei- und Notfall-Team am Unfallort. Als er in die Stauberater-Zentrale in den Stuttgarter Stadtteil Sommerrain zurückkehrt, ist er sichtlich betroffen und innerlich aufgewühlt. Aber er fängt sich schnell, denn auch das gehört zum Job – wenn es darauf ankommt, gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. „Ich habe schon von Weitem gesehen, dass es ernst ist“, berichtet der erfahrene Stauberater „der LKW lag auf der einen Seite, der PKW auf der anderen – dazwischen Chaos. Ich habe die Unfallstelle abgesichert – das ist entscheidend, und kommt noch vor der Ersthilfe. Diesen Instinkt sofort zu helfen, muss man unterdrücken lernen. Erst wenn alles sicher ist, kann ich mich um die Menschen kümmern und das habe ich dann auch getan. Nachdem Polizei und Notarzt vor Ort waren, bin ich losgefahren und habe die wartenden Autofahrer informiert, wie lange es dauert, bis die Straße geräumt ist.“

Die Stauberater sind da für die Menschen, denn die meisten sind nicht vorbereitet auf das was bei einer Autofahrt auf sie zukommen kann. Ob es eine Panne ist und die panische Suche nach dem Warndreieck losgeht, oder ob es eine Hitze- oder Kältewelle ist, der man in einem langen Stau hilflos ausgeliefert ist. Die Stauberater helfen, wo sie können – mit Getränken, Essen, Decken oder manchmal auch nur mit einem kleinen Spielzeug, um die Kleinsten zu beruhigen und die Nerven der Eltern zu schonen. Das sind die schönen Momente – denn als Stauberater liegen Freud und Leid immer nah beieinander.

Die Stauberater des ADAC Württemberg sind jetzt zu fünft – Hansjörg (Hansi) Vollmer verstärkt die erfahrende Truppe (v.l.): Dieter Mäurer, Uwe Richarz, Joachim Baumhauer, Bernd Mikula und Neuzugang Hansi Vollmer ∙ © Aurelius Maier