Sommer-Staubilanz 2026: Mehr Stillstand auf Bayerns Autobahnen

Von Redaktion Südbayern

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Autos und Lkws im Stau auf einer Autobahn. Am Rand sind Straßenbeschränkungen von einer Baustelle zu sehen, die die rechte Spur absperren.
Baustellen trugen stark zu den längeren Verzögerungen während der Sommerferien in Bayern bei.© ADAC Südbayern/Markus Kehl

Die bayerischen Autobahnen waren in den Sommerferien 2026 erneut stark belastet. Zwar stiegen Zahl und Länge der Staus nur leicht an, die Dauer der Verkehrsbehinderungen nahm jedoch deutlich zu. Ein wichtiger Grund: die hohe Baustellenanzahl auf den wichtigsten Reiserouten.

Deutlich längere Staus während der Sommerferien

Die Sommerferien 2026 haben auf Bayerns Autobahnen erneut für zahlreiche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Nach Auswertung des ADAC wurden während der Ferien mehr als 12.800 Staus registriert. In Summe kamen dabei über 21.700 Kilometer Stau zusammen. Besonders auffällig: Die Staudauer stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich an und erreichte mehr als 12.200 Stunden. Das entspricht rund 510 Tagen Stillstand auf Bayerns Autobahnen.

Baustellen als wesentlicher Faktor

Ein wesentlicher Grund für die längeren Verzögerungen war die gestiegene Zahl an Baustellen. Während im Sommer 2025 durchschnittlich 183 Baustellen den Verkehr beeinflussten, waren es in diesem Jahr rund 228. Besonders die Bauarbeiten auf der A3 zwischen Deggendorf und Passau sowie Arbeiten an einer Brücke auf der A8 bei Frasdorf wirkten sich spürbar auf den Verkehrsfluss aus.

Aus Sicht des ADAC sind die Baustellen dennoch notwendig. Investitionen in die Straßeninfrastruktur und die Sanierung bestehender Bauwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur langfristigen Leistungsfähigkeit des Straßennetzes. Gleichzeitig sollten Verkehrsteilnehmer in Baustellenbereichen besonders aufmerksam fahren, ausreichend Abstand halten und ihre Geschwindigkeit anpassen.

Ferienstart bleibt staureich

Wie bereits in den vergangenen Jahren zeigte sich das erste Ferienwochenende als besonders belastungsintensiv. Zwischen dem 31. Juli und dem 2. August wurden auf Bayerns Autobahnen 925 Staus mit einer Gesamtlänge von 1955 Kilometern erfasst. Die gesamte Staudauer summierte sich in diesem Zeitraum auf 1031 Stunden.

Ein Grund dafür ist, dass sich die Reiseaktivitäten inzwischen über mehrere Tage verteilen. Gleichzeitig sorgen zusätzliche Kurzurlaube und Ausflüge mit dem Auto dafür, dass die Straßen während der Ferienzeit insgesamt stärker genutzt werden.

A3 und A8 bleiben die größten Stauschwerpunkte

Besonders betroffen waren erneut die klassischen Urlaubsrouten. Die meisten Verzögerungen wurden auf der A8 und der A3 registriert. Auf der A3 summierten sich die Staus auf 4915 Kilometer, auf der A8 auf 3992 Kilometer. Auch auf den Autobahnen A7 und A9 mussten Reisende häufig mit Verzögerungen rechnen.

Den längsten Stau des Sommers mit 32 Kilometern verzeichnete der ADAC direkt zum Ferienbeginn auf der A3 in Richtung Passau. Zwischen Schwarzach und Passau-Mitte staute sich der Verkehr hier von Freitagnacht auf Samstagmorgen über mehrere Stunden.

Stau umfahren lohnt sich oft nicht

Wer in den großen Ferienstaus feststeckt, sollte nach Einschätzung des ADAC vor allem Ruhe bewahren. Ausweichstrecken sind bei starkem Reiseverkehr häufig ebenfalls überlastet. In einigen Regionen verhindern zudem kommunale Durchfahrtsbeschränkungen das Ausweichen auf Nebenstraßen. Oft ist es deshalb die bessere Wahl, im Stau zu bleiben, anstatt Zeit auf vermeintlichen Schleichwegen zu verlieren.

Tipp des ADAC: Wer eine längere Urlaubsfahrt plant, sollte sich vorab über die aktuelle Verkehrslage informieren, ausreichend Zeitreserven einplanen und insbesondere auf den großen Reiserouten mit Verzögerungen rechnen.