Wenn die Panne zu Hause passiert: ADAC testet Handwerker Notfall-Service in München

Von Redaktion Südbayern

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Ein Mann und eine Frau lehnen an einem gelben Transporter, auf dem groß ADAC Handwerker-Service steht.
Sezer Ünnü, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (l.), und Vanessa Hegner, Energieelektronikerin für Gebäudetechnik (r.) unterstützen bei Notfällen in Ihrem Zuhause. © ADAC

Eine Panne kommt selten gelegen – und sie passiert nicht nur auf der Straße. Auch zu Hause kann plötzlich etwas ausfallen oder dringend repariert werden müssen. In solchen Momenten brauchen Menschen vor allem eines: schnelle und verlässliche Hilfe. Genau hier setzt ein Pilotprojekt des ADAC in München an. Seit März 2026 sind eigene ADAC Handwerker bei Sanitär- und Elektro-Notfällen im Einsatz.

Mit dem ADAC Handwerker Service erweitert der ADAC seine Hilfe über die klassische Pannenhilfe auf der Straße hinaus. Der ADAC Zuhause-Schutzbrief bietet bereits seit zwei Jahren Unterstützung bei Notfällen in den eigenen vier Wänden. Dafür arbeitet der ADAC mit einem qualifizierten Handwerkernetzwerk bundesweit zusammen. In München geht der Club nun einen Schritt weiter und erprobt, wie eigene Handwerker diese Hilfe ergänzen können. Sezer Ünnü, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, und Vanessa Hegner, Energieelektronikerin für Gebäudetechnik, übernehmen Einsätze bei akuten Sanitär- und Elektro-Notfällen. Wenn sie nicht im Kundeneinsatz sind, sind sie in der Haustechnik der Münchner ADAC Zentrale tätig.

Was sie bei ihren Einsätzen erleben und warum die ADAC DNA auch bei Notfällen daheim eine wichtige Rolle spielt, erzählen Klaus Greiling, Leiter der ADAC Haustechnik in der ADAC Zentrale, und Sezer Ünnü im Interview.

Interview mit Klaus Greiling und Sezer Ünnü

Klaus, wie ist die Idee für das Pilotprojekt ADAC Handwerker-Service entstanden?

Klaus: Wir wissen, wie wertvoll es ist, dass der ADAC eigene, gut ausgebildete Pannenhelfer schicken kann, um unseren Mitgliedern direkt bei Pannen auf der Straße zu helfen. Daraus entstand die Idee: Warum können wir das nicht auch für bestimmte handwerkliche Notfälle zu Hause testen?

Zwei Männer stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera. Im Hintergrund sind Buchstaben auf einem Plakat zu erkennen.
Sezer Ünnü, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (l.) und Klaus Greiling, Leiter der ADAC Haustechnik.© ADAC Südbayern

Wir haben uns unterschiedliche Modelle angeschaut und uns eng mit unserem deutschlandweiten Partnernetzwerk ausgetauscht. Denn für uns war sofort klar: Wenn wir das machen, dann richtig. Ich leite seit acht Jahren die Haustechnik in der ADAC Zentrale, und lege dabei großen Wert auf die Zusammenarbeit mit echten Experten in ihrem Fach. Aber genauso wichtig sind das Auftreten und die Teamfähigkeit. Es gibt bei uns keine Einzelspieler – wir arbeiten als Team und können nur gemeinsam erfolgreich sein.

Den neuen Handwerker-Service mitzuplanen und neue Kolleginnen und Kollegen dafür anzustellen, die unsere ADAC Werte verkörpern und nach außen tragen wollen, war für mich eine tolle Herausforderung und hat mir großen Spaß gemacht.

Wie funktioniert der Handwerker Service, wenn jemand zu Hause einen Notfall hat?

Klaus: Zunächst wird der Notfall telefonisch aufgenommen, und dann innerhalb unseres Partnernetzwerks an die entsprechenden Experten weitergegeben. Von Schlüsselnotdienst über Notfall-Heizung-Installateur-Services bis hin zur Entfernung von Wespen- und Hornissennestern kann über unser Netzwerk so gut wie jeder Notfall abgedeckt werden. Handelt es sich um einen akuten Sanitär- oder Elektro-Notfall, kommen hier in München Sezer oder Vanessa zum Einsatz und machen sich sofort auf den Weg.

Wie reagieren die Menschen, wenn plötzlich ADAC Handwerker vor der Tür stehen?

Sezer: Die erste Reaktion ist eigentlich immer Überraschung. Wenn ich mit dem ADAC Shirt vor der Tür stehe, fragen die Kunden erst einmal: „Sie sind wirklich vom ADAC?“ Das musste ich teilweise sogar zwei- oder dreimal bestätigen. Viele erwarten offenbar eine externe Firma. Dass tatsächlich ein ADAC Mitarbeiter vor ihnen steht, ist für viele neu.

Generell ist die Reaktion absolut positiv. Als Handwerker kennt man es, dass Kunden einem bei der Arbeit genau auf die Finger schauen. Bei meinen ADAC Einsätzen war das bisher immer anders: Die Kunden haben ihr Problem beschrieben und mir dann vertraut, dass ich es fachgerecht löse. Ich glaube, da spielt die Marke ADAC eine wichtige Rolle. Die Menschen verbinden den ADAC mit zuverlässiger Hilfe und technischer Kompetenz – und dieses Vertrauen bekommen wir zu spüren, wenn wir bei ihnen zu Hause vor der Tür stehen.

Klaus: Wir legen großen Wert auf den persönlichen Austausch und eine gute Betreuung. Der ADAC hat eine ausgeprägte Helfermentalität. Das zeigt sich nicht nur draußen bei der Pannenhilfe, sondern auch innerhalb des ADAC. Wir wollen Menschen helfen, die gerade ein Problem haben. Gerade bei einem Notfall zu Hause ist das wichtig, weil man sich in einer sehr privaten Situation befindet. Da muss man professionell arbeiten, aber gleichzeitig auch das Zwischenmenschliche nicht vergessen.

Handwerkermangel führt zu langen Wartezeiten

Wie groß der Bedarf an Handwerkern ist, zeigt eine repräsentative Umfrage des ADAC: 35 Prozent der Befragten haben in den vergangenen fünf Jahren einen Heizungsausfall erlebt, 28 Prozent mussten sich mit einem defekten Elektrogroßgerät auseinandersetzen. Bei einem Viertel kam es zu einer Rohrverstopfung, 17 Prozent haben sich selbst aus der Wohnung ausgesperrt. Gleichzeitig ist es für viele Menschen schwierig, kurzfristig einen geeigneten Handwerker zu finden: 60 Prozent der Befragten empfinden die Suche als schwierig, 74 Prozent berichten von langen Wartezeiten. Denn während die Auftragsbücher der Betriebe gut gefüllt sind, kämpft das Handwerk mit Fachkräftemangel. Zuletzt sind die Ausbildungszahlen in der Branche gestiegen. Für Verbraucher ist die Suche nach einem Handwerker aber noch längst nicht einfacher geworden.

Wie geht es mit dem Münchner Pilotprojekt weiter?

Klaus: Wir haben zunächst zwei Jahre für den Pilotbetrieb vorgesehen und wollen in dieser Zeit gemeinsam mit unseren Partnern Erfahrungen sammeln. Je mehr Einsätze wir haben, desto mehr lernen wir auch darüber, wie das Angebot funktioniert und was unsere Kundinnen und Kunden brauchen.

Natürlich überlegen wir auch, welche weiteren Fälle perspektivisch denkbar wären. Das hängt aber von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise von der personellen Ausstattung und notwendigen Schulungen.

Sezer, was ist für dich das Besondere an dem Projekt?

Sezer: Für mich ist es vor allem die Helfermentalität. Ich merke, dass hier jeder den anderen unterstützt. Und genau dieses Gefühl möchte ich auch den Menschen vermitteln, bei denen ich zu Hause bin. Wir wollen helfen. Das ist genau das, was uns motiviert.

ADAC Zuhause-Schutzbrief: Hilfe, wenn es zu Hause nicht weitergeht

Mit dem ADAC Handwerker Pilotprojekt in München entsteht ein neues Kapitel in der Geschichte der Pannenhilfe: Was auf der Straße seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, wird zunehmend auch für die eigenen vier Wände gedacht. ADAC Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder erhalten mit dem ADAC Zuhause-Schutzbrief Unterstützung bei Notfällen in Ihrem Zuhause. Der ADAC organisiert qualifizierte Hilfe – schnell und zuverlässig. Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Stiftung Warentest.

Sie haben Fragen zum ADAC Zuhause-Schutzbrief? Wir beraten Sie gern!

Kontaktieren Sie uns telefonisch unter +49 89 558 95 88 70 (Montag-Samstag, 8-20 Uhr), informieren Sie sich online zu Tarifen und Leistungen, oder besuchen Sie uns für eine persönliche Beratung zu den ADAC Zuhause Angeboten in unseren ADAC Geschäftsstellen.