Unfallgefahr beim Motorradfahren steigt: Was Biker im Herbst beachten sollten

Von Redaktion Südbayern

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Motorradfahren Herbst
Der ADAC sagt, was Biker im Herbst beachten sollten, um sicher unterwegs zu sein.© stock.adobe.com/Jag _cz

Biker müssen sich jetzt im Herbst auf erhöhte Unfallgefahren einstellen. Ob die tiefstehende Sonne, feuchte und verschmutzte Fahrbahnen oder erhöhter Wildwechsel – der ADAC gibt Tipps, wie sich Motorradfahrer in diesen Situationen verhalten sollten, um kein zusätzliches Risiko einzugehen.

So schön der goldene Herbst für Motorradausfahrten auch sein kann, so bringt er auch seine Tücken mit sich, die jährlich zu zahlreichen Motorradunfällen führen. Insgesamt ereigneten sich 2025 laut Bayerischer Verkehrsunfallstatistik im Freistaat 8.035 Verkehrsunfälle von Motorradfahrern, dabei wurden 6.981 Personen verletzt und 104 getötet.

„Grundsätzlich sollten Motorradfahrer vor allem in Kreuzungsbereichen immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.“

Thomas Schwarz, Motorradexperte beim ADAC Südbayern©ADAC Südbayern

Widrige Sichtbehinderungen

Im Herbst ändern sich durch die tief stehende Sonne die Licht- und Sichtverhältnisse, was die Blendgefahr erhöht. Motorräder werden aufgrund ihrer schmalen Silhouette noch leichter übersehen. „Motorradfahrer sollten sich stets in andere Verkehrsteilnehmer hineinversetzen“, betont Schwarz und ergänzt: „Wenn ein Motorradfahrer zum Beispiel Spätnachmittag bei klarer Sicht in Richtung Osten fährt, darf er nicht davon ausgehen, dass die Sichtverhältnisse für alle anderen auch gut sind. Denn diejenigen, die ihm entgegenkommen, werden von der im Westen tiefstehenden Sonne geblendet und nehmen den Biker dadurch gegebenenfalls gar nicht wahr.“

Veränderte Fahrbahnbedingungen

Auch die Fahrbahnoberfläche im Herbst birgt hohe Risiken für Biker. Besonders morgens müssen sie mit glatter Fahrbahn durch Nässe und Raureif rechnen. Nasses Laub und Ernteverkehr in ländlichen Gebieten können zu starker Verschmutzung – sogenanntem Bauernglatteis - führen. Dies erhöht die Sturzgefahr. Vorsichtiges Fahren und gefühlvolles Bremsen sind wichtig, extreme Schräglagen sind tabu. Auch die niedrigere Fahrbahntemperatur verringert den Grip der Reifen.

Vermehrter Wildwechsel

Da Motorradfahrer naturgemäß schlechter geschützt sind als Autofahrer, sollten sie vor insbesondere auch in Wildwechsel-Gebieten stets defensiv und vorausschauend fahren, um Wildunfälle zu vermeiden. Wird ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollten Biker durch eine Bremsung so viel Geschwindigkeit wie möglich abbauen. ABS und schräglagentaugliches ABS helfen dabei, die Kontrolle über das Motorrad zu behalten. Wichtig ist bei Notbremsmanövern auch immer, den rückwärtigen Verkehr im Blick zu behalten. Aus dem Schreck heraus ein Ausweichmanöver zu starten, ist sehr oft die gefährliche Variante und daher höchstens zweite Wahl. Denn ein Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr oder einem Baum nach einem missglückten Ausweichmanöver birgt schwerste Verletzungsrisiken.

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