Baustellen 2023 in NRW: Hier drohen in diesem Jahr Mega-Staus

Auch in 2023 sorgen große Baustellen auf den Autobahnen in NRW erneut für hohes Staupotenzial.
Auch in 2023 sorgen große Baustellen auf den Autobahnen in NRW erneut für hohes Staupotenzial.© AdobeStock/U. J. Alexander

Marode Brücken, Fahrbahnen, die sechsspurig ausgebaut werden und großräumige Umleitungen: Viele Baustellen in Nordrhein-Westfalen sorgen auch 2023 für lange Staus. Der ADAC in NRW gibt einen Überblick über die größten Projekte der Autobahn GmbH im neuen Jahr.

Auf diesen zwölf Autobahn-Abschnitten müssen Sie 2023 mit Stau rechnen

"Besonders der Neubau maroder Brücken wird den Verkehrsfluss auf NRWs Autobahnen stark beeinträchtigen", prognostiziert ADAC Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold. "Pendler und auch Reisende sollten sich vor ihren Fahrten über die aktuelle Situation informieren und Sperrungen gegebenenfalls großräumig umfahren.

1. A1 zwischen Burscheid und dem Kreuz Köln-Nord

Auch in diesem Jahr wird am Neubau der Leverkusener Rheinbrücke gearbeitet. Der erste Brückenteil soll dabei bis Ende 2023 fertiggestellt werden. Der weitere Ablauf sieht wie folgt aus: Schrankenanlage abbauen, die marode alte Rheinbrücke abreißen und an gleicher Stelle die parallel zum ersten Neubau verlaufende zweite neue Rheinbrücke errichten.

Staupotenzial: Sehr hoch

Die Umleitungen des Lkw-Verkehrs sowie Baumaßnahmen auf dem Kölner Ring werden weiterhin zu Beeinträchtigungen auf der A1 zwischen Burscheid und dem Kreuz Köln-Nord im beidseitigen Zulauf auf die Rheinbrücke führen.

2. A1 zwischen Wuppertal-Nord und Münster-Süd

Im ersten Abschnitt zwischen Münster-Hiltrup und Ascheberg wird der mehrjährige sechsstreifige Ausbau der A1 zwischen Münster und Kamen fortgeführt. Zudem werden unter anderem die Bauwerke „Linderhauser Straße“ (im Bereich des AK Wuppertal-Nord), „Hengstey“ (im Bereich Hagen; vsl. noch bis Mitte 2023), das Überführungsbauwerk im AK Westhofen (A1 /A 45) sowie das Bauwerk „Liedbachtal“ (im Bereich des AK Dortmund/Unna) erneuert.

Staupotenzial: Hoch

Für den Neubau von insgesamt zehn Brücken sowie die Instandsetzung weiterer Brücken werden weitere temporäre Vollsperrungen, Sperrungen und Engpässe im Jahresverlauf 2023 notwendig sein.

3. A2 zwischen dem Autobahndreieck Bottrop und dem Autobahnkreuz Oberhausen

Alles neu: In diesem Abschnitt zwischen Bottrop und Oberhausen erfolgt 2023 und auch die Jahre darauf eine grundhafte Sanierung der gesamten Fahrbahn. 

Staupotenzial: Sehr Hoch

Mit etwa 120.000 Fahrzeugen pro Tag – inklusive einem hohen Anteil an Lkw-Verkehr – ist die Verkehrsbelastung auf dem Autobahnabschnitt überdurchschnittlich hoch. Damit sind Staus, verursacht durch die im Baustellenbereich eingeengte Fahrstreifen, schwer zu vermeiden. Der Stau wird phasenweise bis auf die A31 zurückreichen.

4. A3 Autobahndreieck Köln-Heumar

Wenn von maroden Brücken die Rede ist, ist auch die A3 bei Köln-Heumar ein gutes Beispiel: Bis 2029 müssen hier alle Brückenbauwerke ersetzt werden. Die Arbeiten für den Ersatzneubau der KVB-Bestandsbrücke haben bereits begonnen. Seit Mitte Oktober 2021 stehen in Höhe der Rampe A3/A4 je zwei verengte Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung.

Staupotenzial: Sehr Hoch

Zwischen dem Kreuz Köln-Ost und dem Dreieck Heumar fahren im Schnitt jeden Tag rund 166.000 Autos, LKW und Busse – damit ist die Strecke der meist befahrenste Abschnitt auf Deutschlands Autobahnen. Alle vier Fahrstreifen wurden im Dreieck Heumar dabei auf die Fahrbahn der Fahrtrichtung Frankfurt umgelegt. Diese Verkehrsführung bleibt voraussichtlich bis Ende 2023 bestehen.

5. A3 zwischen den Autobahnkreuzen Breitscheid und Oberhausen

Fit machen für die Mobilität der Zukunft: Unter diesem Motto erneuert die Autobahn GmbH im Kreuz Kaiserberg alle Strecken, Brücken und Rampen ab Anfang des Jahres. Zudem bekommen beide Autobahnen im Kreuz jeweils pro Fahrtrichtung eine zusätzliche Fahrspur. Dadurch soll die Verkehrssituation im schon heute hoch belasteten und stauanfälligen Kreuz, das in einigen Jahren noch stärker frequentiert sein wird, verbessert werden.

Staupotenzial: Sehr Hoch

Die umfangreichen Arbeiten erfordern mehre stauträchtige Eingriffe in den Verkehr sowohl auf der A3 als auch auf der A40 und werden mehrere Jahre andauern. Die Verkehrszentrale Leverkusen der Autobahn GmbH rechnet ebenfalls mit Staulagen auf den Ausweichstrecken im Raum Duisburg.

6. A40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Häfen und Duisburg-Rheinhausen

In diesem Abschnitt wird derzeit die Rheinbrücke Neuenkamp neu gebaut. Nach der Fertigstellung 2026 wird die A40 zwischen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen auf vier Fahrstreifen pro Richtung ausgebaut sein.

Staupotenzial: Hoch

Während der Bauarbeiten sollen überwiegend zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen, jedoch steht im Bereich der Sperranlage vor der Rheinbrücke Neuenkamp in Fahrtrichtung Essen nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Zudem ist die Anschlussstelle Homberg.

7. A42 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Beeck und Duisburg-Neumühl

Auch auf der A42 stehen Instandsetzungen mehrerer Brücken an. Gleichzeitig werden dort Lärmschutzwände erneuert und die Fahrbahn saniert. Mitte 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Staupotenzial: Mittel

Während der Baumaßnahmen müssen Auto- und Lkw-Fahrer immer wieder mit kurzzeitigen Sperrungen rechnen.

8. A43 zwischen den Anschlussstellen Recklinghausen und Bochum-Riemke

Die A43 wird auf insgesamt sechs Fahrstreifen ausgebaut. Die Maßnahme umfasst außerdem den Neubau von über 20 Brückenbauwerken sowie den Tunnelneubau "Baukau" (bis 2025) im Autobahnkreuz Herne (A42/A43) bis voraussichtlich 2030. Dieser verbindet zukünftig die A43 in Fahrtrichtung Münster mit der A42 in Fahrtrichtung Oberhausen. Darüber hinaus ist die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal nur eingeschränkt tragfähig und wurde für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt.

Staupotenzial: Sehr Hoch

Täglich über 90.000 Fahrzeuge – die Verkehrsbelastung auf der A43 ist hoch. Bis zum Ausbau der A43 steht dem Verkehr zunächst allerdings nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Zudem ist im Kreuz Herne die Verbindung von der A43 aus Münster kommend auf die A42 in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt. Verkehrsteilnehmern wird eine großräumige Umleitung über die A43 zum Kreuz Bochum und eine Weiterfahrt auf der A40 empfohlen. Eine weitere Sperrung betrifft die Verbindung von der A2 im Kreuz Recklinghausen aus beiden Richtungen auf die A43 in Richtung Wuppertal

9. A45 zwischen Dortmund und Gießen

Auf einer der wichtigen Nord-Süd-Verbindung im Westfalen-Netz – der A45 – stehen vor allem die Arbeiten an den 15 im Bau befindlichen Talbrücken im Vordergrund. Auf der Talbrücke "Rahmede", die zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid, bis zu ihrem Ersatzneubau gesperrt bleibt, liegt hierbei der Fokus. Zudem wird im Sommer 2023 mit dem Bau der Talbrücke Sechshelden begonnen, die Arbeiten an der Talbrücke Kalteiche werden in diesem Jahr fertiggestellt. Außerdem wird der sechsstreifige Ausbau der A45 zwischen Dortmund und Gießen fortgesetzt.

Staupotenzial: Sehr hoch

Da die Umleitungen im untergeordneten Netz überlastet sind, bittet die Autobahn GmbH den Fernverkehr nochmals darum, die großräumigen Umlenkungen über die A1 und A3 (via Köln) bzw. die Umlenkung über A44 und A7 (via Kassel) zu nutzen. Dies gilt für beide Richtungen.

10. A46 zwischen den Anschlussstellen Haan-Ost und Wuppertal-Oberbarmen

Zwischen der AS Haan-Ost und der AS Wuppertal-Cronenberg ist die Brücke Westring fertiggestellt, derzeit laufen noch die Restarbeiten von dem Neubau. Im gesamten Bereich der A46 von AS Haan-Ost bis Wuppertal-Oberbarmen müssen in den nächsten Jahren noch weitere Fahrbahnen und Brücken saniert werden. Beispielsweise erfolgt ab dem Frühjahr 2023 eine mehrmonatige Deckenerneuerung ab AS Wuppertal-Wichlinghausen in Fahrtrichtung Dortmund. Die gesamten Sanierungen werden voraussichtlich bis 2026 andauern.

Staupotenzial: Hoch

Einstreifige Verkehrsführungen sind in den verkehrsarmen Zeiten nachts und an den Wochenenden geplant.

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