Kombilösung - Zahlen, Daten, Fakten

© KASIG

Die Kombilösung in Karlsruhe ist ein Mobilitätsprojekt mit immensem Ausmaß. Rund zwölf
Jahre lang prägten Baustellen und Baulärm das Stadtbild und Leben in der Fächerstadt. Wir haben die Zahlen, Daten und Fakten für Sie zusammengestellt.

  • Mehrheit der Bürger stimmte 2002 für die Kombilösung

  • Tunnelbohrmaschine speziell für Karlsruhe konstruiert

  • Insgesamt 1.200 Kilometer Kabel verlegt

Am 22. September 2002 stimmte die Mehrheit der Karlsruher Bürger (55,55 Prozent) für den Bau der Kombilösung bestehend aus Bahn- und Autotunnel. Damals waren 202.391 Menschen stimmberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei über 74 Prozent.

Spatenstich für Kombilösung Karlsruhe im Jahr 2010

Baustellen prägten viele Jahre das Stadtbild von Karlsruhe. © KASIG

2003 wurde dann die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH (Kasig) für die Planung und den Bau der Kombilösung gegründet. Es folgten Jahre der Konzeption und Ausschreibungen, bevor im Jahr 2010 mit dem Spatenstich am Europaplatz die Bauarbeiten für den Bahntunnel und im April 2017 schließlich die Rohbauarbeiten für den etwa eineinhalb Kilometer langen Autotunnel starteten.

Bis zu 80 Baustellen in einem Jahr

Etwa 300.000 Tonnen Aushub wurden die Kombilösung aus der Erde geholt. Über all die Jahre waren nach groben Schätzungen des Kasig Sprechers Achim Winkel rund 5.000 Menschen mit den Arbeiten um und an dem Projekt beschäftigt. Zu Hochzeiten mussten sich die Karlsruherinnen und Karlsruher mit bis zu 80 städtischen Baustellen in einem Jahr arrangieren. Die Kombilösung selbst wird dabei als eine Baustelle gezählt. Noch dazu kamen private Bauvorhaben beispielsweise von Telekommunikationsunternehmen.

Tunnelbohrmaschine Giulia

Tunnelbohrmaschine Giulia wurde speziell für die Karlsruher Kombilösung konstruiert. © KASIG

Keine andere U-Bahn liegt so flach unter der Erde wie der Tunnel in Karlsruhe. Dafür wurde eigens für die Kombilösung die Tunnelbohrmaschine Giulia (offizielle Bezeichnung des Herstellers: S 869) von der Firma Herrenknecht konstruiert. Giulia kommt mit Schneidrad, Schild, Brücke und Nachläufer auf eine Gesamtlänge von 80 Meter und wiegt stolze 1.300 Tonnen. Das Schneidrad wurde mit einem Durchmesser von 9,32 Metern speziell auf den Tunnel unter der Kaiserstraße abgestimmt. 27 Schneidrollen, 16 Räumer und 172 Schälmesser trugen Kies und Sand Meter für Meter ab.

Behelfsbrücken für Bahnen, Autos und Fußgänger

Während der Bauphase mussten an verschiedenen Stellen mehrere Behelfsbrücken eingebaut werden. Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs zwischen Ritterstraße und Karlstraße war eine 20,5 Meter lange und sechs Meter breite Hilfsbrücke erforderlich. Für die Anbindung des Ettlinger Tor Center Parkhauses und die Anliegererschließung war ab Mitte November 2020 eine 11,3 Meter lange und sieben Meter breite Straßenhilfsbrücke notwendig. Zwei Gleis-Hilfsbrücken mit einer Länge von 22,1 Metern gab es zeitweise am Mendelssohnplatz. Für Fußgänger wurde auf der Kriegsstraße eine 2,5 Meter breite und 18,3 Meter lange Fußgängerbrücke westlich der Karlstraße aufgebaut.

178 Kameras in den unterirdischen Haltestellen

Etwa 5.000 Menschen arbeiteten im Laufe der Jahre insgesamt an der Karlsruher Kombilösung. © KASIG

Insgesamt wurden im dreieinhalb Kilometer langen Bahntunnel der Kombilösung 900 Kilometer Kabel verlegt, im eineinhalb Kilometer langen Autotunnel waren es 300 Kilometer Kabel. Außerdem wurden in den sieben unterirdischen Haltestellen 178 Kameras verbaut, die das Geschehen überwachen und für ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen sollen. 343 Bäume begrünen die neue Kriegsstraße. Winterlinden, Silberlinden, Dreizahn-Ahorn, Platanen und Paulownien prägen die Optik eines grünen Boulevards.

Ursprünglich 500 Millionen Euro, jetzt 1,5 Milliarden Euro

Die Gesamtkosten für das Verkehrsprojekt belaufen sich auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Konkret wird inzwischen der Betrag von 1,487 Milliarden Euro als Obergrenze in der Gesamtherstellungskostenprognose genannt. Zum Zeitpunkt des ersten Bürgerentscheides im Jahr 2002 wurden die Kosten auf etwas weniger als 500 Millionen Euro kalkuliert, der Bau sollte nach neun Jahren abgeschlossen sein. Zum Beginn des Projekts im Jahr 2010 sollte die Kombilösung dann für 588 Millionen Euro gebaut werden. Der Bau wird zu 80 Prozent durch Bund und Land gefördert.

1.200 Fahrerinnen und Fahrer für die Fahrt im Tunnel geschult

1.200 Fahrerinnen und Fahrer von Straßen- und Stadtbahnen wurden für die Fahrt im neuen Tunnel geschult. © KASIG

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und die Deutsche Bahn (DB) schickten zuletzt rund 1.200 Fahrerinnen und Fahrer von Straßen- und Stadtbahnen zur Schulung unter anderem neuer Leuchtzeichen und Abläufen in den Bahntunnel, um in Zukunft einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

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