Rechtsüberholen – nur in Ausnahmefällen erlaubt

23.5.2018


Immer wieder ereignen sich schwere Unfälle, weil Autofahrer rechts überholen. Rechts zu überholen ist aber nur in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt – ADAC Clubjuristen erklären die geltenden Vorschriften und das richtige Verhalten.

Rechts dürfen Sie nur schneller als links fahren, wenn sich auf dem linken Fahrstreifen Kolonnen bilden, die nicht schneller als 60 km/h fahren.

In § 5 Abs. 1 StVO ist ausdrücklich geregelt, dass links zu überholen ist. Wann ausnahmsweise auch rechts überholt werden darf, ist im Gesetz genau geregelt. 

Welche Ausnahmen gibt es innerhalb geschlossener Ortschaften?

Ausgenommen vom Verbot des Rechtsüberholens sind das Überholen eines Linksabbiegers und das Überholen von Schienenfahrzeugen (§ 5 Abs.7 StVO). 

Außerdem dürfen innerhalb geschlossener Ortschaften Kraftfahrzeuge (zulässiges Gesamtgewicht bis 3,5t) den Fahrstreifen frei wählen, wenn sich auf der Fahrbahn mehrere markierte Fahrstreifen für jede Richtung befinden. In diesen Fällen ist das Rechtsüberholen ebenfalls gestattet (§ 7 Abs. 3 StVO).

Was gilt auf der Autobahn?

Auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen ist das Rechtsüberholen nur in zwei Fällen gestattet:

  • Ist der Verkehr so dicht, dass sich auf den Fahrstreifen für eine Richtung Fahrzeugschlangen gebildet haben, darf rechts schneller als links gefahren werden (§ 7 Abs. 2 StVO). Voraussetzung ist, dass auf allen Fahrstreifen so dichter Verkehr ist, dass nebeneinander gefahren wird. Das ist dann der Fall, wenn der Verkehr einmal auf der einen Fahrspur, dann auf der anderen Fahrspur geringfügig schneller ist. 
  • Außerdem dürfen Fahrzeuge dann mit geringfügig höherer Geschwindigkeit und mit äußerster Vorsicht rechts überholt werden, wenn diese auf dem linken Fahrstreifen stehen oder langsam fahren (§ 7 Abs. 2 a StVO).  Voraussetzung ist, dass der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen entweder steht oder mit einer Geschwindigkeit von höchstens 60 km/h fährt. Bei stehendem Verkehr auf dem linken Fahrstreifen darf auf dem rechten Fahrstreifen mit einer Geschwindigkeit von nicht mehr als 20 km/h gefahren werden. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen langsam in Bewegung, so darf rechts höchstens mit einer Differenzgeschwindigkeit von 20 km/h gefahren werden, so dass rechts max. 80 km/h erlaubt ist.

 

Bußgeld für Rechtsüberholen

Wer außerhalb der gesetzlich verankerten Ausnahmen rechts überholt, riskiert außerhalb geschlossener Ortschaften eine Geldbuße von 100 Euro sowie 1 Punkt im Fahreignungsregister. Innerorts droht eine Buße in Höhe von 30 Euro.

Tipp Icon

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.