Wann ist rechts überholen erlaubt?

11.6.2019


Immer wieder ereignen sich schwere Unfälle, weil Autofahrer rechts überholen. Rechts zu überholen ist aber nur in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt und zieht bei Verstoß hohe Strafen nach sich – ADAC Clubjuristen erklären die geltenden Vorschriften und das richtige Verhalten.

Auto überholt LKW rechts
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Die Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt in § 5 Abs. 1, dass generell links zu überholen ist. Wann ausnahmsweise auch rechts überholt werden darf, ist im Gesetz genau geregelt. 

Was gilt auf der Autobahn?

Auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen ist das Rechtsüberholen nur in zwei Fällen gestattet:

  • Ist der Verkehr so dicht, dass sich auf den Fahrstreifen für eine Richtung Fahrzeugschlangen gebildet haben, darf rechts schneller als links gefahren werden (§ 7 Abs. 2 StVO). Voraussetzung ist, dass auf allen Fahrstreifen so dichter Verkehr ist, dass nebeneinander gefahren wird. Das ist dann der Fall, wenn der Verkehr einmal auf der einen Fahrspur, dann auf der anderen Fahrspur geringfügig schneller ist. 
  • Außerdem dürfen Fahrzeuge dann mit geringfügig höherer Geschwindigkeit und mit äußerster Vorsicht rechts überholt werden, wenn diese auf dem linken Fahrstreifen stehen oder langsam (maximal 60 km/h) fahren (§ 7 Abs. 2 a StVO). Bei stehendem Verkehr dürfen Sie auf dem rechten Fahrstreifen mit einer Geschwindigkeit von maximal 20 km/h überholen. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen langsam in Bewegung, so darf rechts höchstens mit einer Differenzgeschwindigkeit von 20 km/h gefahren werden, so dass rechts max. 80 km/h erlaubt sind.

Was gilt innerorts?

Wenn es für jede Richtung mehrere markierte Fahrstreifen auf der Fahrbahn gibt (§ 7 Abs. 3 StVO), dürfen Sie den Fahrstreifen frei wählen - und damit auch rechts überholen. Zudem gilt: Linksabbieger oder Schienenfahrzeuge müssen rechts überholt werden (§ 5 Abs.7 StVO).

Bußgeld fürs Rechtsüberholen

Wer außerhalb der gesetzlich verankerten Ausnahmen rechts überholt, riskiert außerhalb geschlossener Ortschaften eine Geldbuße von 100 Euro sowie 1 Punkt im Fahreignungsregister. Innerorts droht eine Buße in Höhe von 30 Euro.