ADAC Krankenrücktransport: Schwangere Frau aus Kroatien geholt

ADAC Blog

Marlon: Nach Komplikationen in der Schwangerschaft nun auf der Welt
Marlon: Nach Komplikationen in der Schwangerschaft nun auf der Welt© privat

Es hätte nicht viel gefehlt, und Manuela Svedic hätte im Familienurlaub ihr ungeborenes Kind verloren. Doch dank eines ADAC Rücktransportes erblickte das Baby gesund das Licht der Welt. Was die junge Mutter erlebte, erzählt sie hier.

"Wir wollten einen üblichen Familienurlaub machen. Ich war gerade schwanger, der Arzt hatte mir bescheinigt, dass mit meinem Ungeborenen alles in Ordnung war. Also fuhren mein eineinhalbjähriger Sohn, meine Schwestern, Neffe und Nichte und meine Mutter Ende August für zehn Tage nach Rab, eine schöne kroatische Insel, die für Kinder toll ist. Unsere Männer mussten wegen der Arbeit leider in Deutschland bleiben.

Der erste Schock

Bei einem Inselspaziergang am Vormittag des fünften Tags merkte ich, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war. Ich fing überraschend heftig an zu bluten und verlor anscheinend Fruchtwasser.

Meine Schwester fuhr mich sofort ins medizinische Notfallzentrum. Wir erreichten die Mini-Klinik gegen Mittag. Dort konnte mir niemand helfen, weil der Arzt schon Feierabend hatte und nicht mehr kommen wollte oder konnte.

Familie Svedic im Urlaub in Kroatien © privat

Daraufhin brachte meine Schwester mich zum nächstgrößeren Krankenhaus nach Rijeka. Dafür mussten wir mit der Fähre aufs Festland übersetzen und kamen erst nach gut drei Stunden Fahrt in der Klinik an. Unterwegs verlor ich ständig weiter Fruchtwasser und Blut. Da hatte ich schon ganz schön Angst um mein Kind.

Der dritte Schock

In Rijeka nahmen mich die Ärzte gut auf und untersuchten mich. Danach sagten sie mir deutlich, dass es nicht gut aussehe, weil kaum noch Fruchtwasser da war. Die Fruchtblase habe einen Riss, und es bestünde die Gefahr, das Kind zu verlieren. Das war der dritte Schock.

Gottseidank war meine große Schwester dabei, die mir durch diese schweren Stunden half. Ich sagte ihr, dass ich so schnell wie möglich nach Hause möchte. Wir leben in der Nähe von Bitburg in Rheinland-Pfalz, im Drei-Länder-Eck zwischen Belgien und Luxemburg. Und in Luxemburg, das wusste ich, werden Frühchen schon ab der 24. Schwangerschaftswoche versorgt.

Das ist in Kroatien anders. Noch dazu lag ich mit drei anderen Schwangeren in einem Zimmer, die alle kurz vor der regulären Geburt standen. Ich dagegen fürchtete ständig um das Leben meines ungeborenen Kindes, denn es konnte jederzeit auf die Welt kommen.

Der rettende Anruf

Jetzt mussten wir überlegen: Wie komme ich schnell und sicher nach Hause? Mit dem Auto sind es von Rijeka nach Bitburg gut 20 Stunden Fahrt. Undenkbar in meinen Zustand. Zusatzversicherungen habe ich nicht abgeschlossen. Allerdings bin ich ADAC Plus-Mitglied und habe den Auslandskrankenschutz des Clubs. Deshalb bat ich meine Schwester, beim ADAC anzurufen.

Der ADAC Ambulanz-Service schätzte meine Situation sehr schnell richtig ein, führte Gespräche mit der Klinik, klärte Diagnose und Transportfähigkeit und leitete alles Nötige schnell in die Wege. Als mir meine Schwester sagte, dass der ADAC einen Krankenrücktransport für mich organisierte, war ich wirklich froh.

Aufreibende Wartezeit

Inzwischen war Samstag, der ADAC plante die Rückholung gleich für den nächsten Tag. Mein Mann flog am Sonntag ein und holte unseren Sohn. Der Ambulanz-Jet konnte jedoch erst Dienstag auf Krk landen. Unter anderem, weil die für das Baby lebensnotwendigen Medikamente, die ich nehmen sollte, erst 48 Stunden wirken mussten, bevor ich fliegen konnte. In dieser aufreibenden Wartezeit hatte ich zwar weiter große Angst, freute mich aber auf einen unkomplizierten Heimweg.

Endlich zu Hause

Die Insel Krk erreichte ich gut mit einem Krankenwagen, sie ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Als ich ankam, wartete auf dem Flugplatz schon der Ambulanz-Jet des ADAC, eine Art fliegende Intensivstation. Ein Gynäkologe und eine Hebamme kümmerten sich rührend um mich, betreuten mich den ganzen Flug über und prüften immer wieder meine Werte, wie den Blutdruck. Das war eine große Erleichterung, denn zusätzlich zu meinem kritischen Zustand war ich natürlich aufgeregt.

Nach zwei Stunden landeten wir in Luxemburg. Jetzt bin ich zu Hause angekommen, dachte ich erleichtert. Ein Krankenwagen brachte mich in eine Klinik, die auf Frühchen spezialisiert ist. Dort sagten die Ärzte, dass das Kind es schwer haben werde, und wir abwarten müssten.

Spannende Geschichte

Jetzt, in der 29. Woche, sind wir alle etwas optimistischer. Jedenfalls nimmt mein Kind in meinem Bauch zu, und es geht uns beiden besser. Ich hoffe, dass das Kleine den voraussichtlichen Geburtstermin hinbekommt. Meine Familie besucht mich jedes Wochenende und jeden zweiten Tag. Wir drei freuen uns so auf unser Kind und Geschwisterchen. Und das Kleine wird später immer eine spannende Geschichte zu erzählen haben."

Glücklich hält Manuela Svedic ihren Sohn Marlon in den Armen © privat

Wir haben mit Manuela Svedic bereits in der 29. Schwangerschaftswoche gesprochen. Mit der Veröffentlichung des Textes haben wir gewartet, bis das Kind geboren wurde. Am 1. November hat Marlon (2350 g/48 cm) das Licht der Welt erblickt. Die Redaktion und das Team des ADAC Ambulanz-Service gratulieren sehr herzlich!