Sprunggelenkbruch in Shanghai: Wie der ADAC der 8-jährigen Aurelia half

• Lesezeit: 4 Min.

Von Roman Breindl

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 Blog Rckholung von Aurelia aus Shanghai
Umknicken mit Folgen: Allmählich wird Aurelia wieder mobil© privat

Eigentlich sollte es ein Traumurlaub werden – doch schon am ersten Tag war er vorbei: Tochter Aurelia (8) brach sich in Shanghai das Sprunggelenk. Wie der ADAC der Familie in dieser Situation half, berichtet Mutter Sarah J.

"Wir hatten jeweils eine Urlaubswoche in Shanghai und Hongkong geplant. Nach dem langen Flug wollten wir am ersten Tag in Shanghai noch ganz entspannt zum Fluss spazieren und eine Bootstour machen. Meine große Tochter Aurelia lief an meiner Hand, ein einfacher Spaziergang auf einem guten Gehweg. Doch plötzlich knickte sie aus dem Nichts um – mitten beim Gehen. Dabei ist sie sehr sportlich und geht regelmäßig bouldern.

Zunächst dachten wir, ein paar Stunden Schonung würden reichen. Aurelia hatte keine starken Schmerzen und weinte auch nicht. Mein Mann trug sie an diesem Tag oft huckepack durch die Stadt, und in einem Geschäft holten wir Eis zum Kühlen.

Röntgenbild: Sprunggelenk gebrochen

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Aurelias Vater trug seine verletzte Tochter durch die chinesische Metropole Shanghai © privat

Am nächsten Morgen war der Knöchel jedoch auf Pampelmusen‑Größe angeschwollen. Spätestens da war klar, dass etwas nicht stimmte. Wir suchten eine internationale Privatklinik auf. Dort lief alles ausgezeichnet: Die Verständigung auf Englisch war problemlos, die Diagnostik sehr gründlich. Leider bestätigte das Röntgenbild den Verdacht: Meine Tochter hatte sich tatsächlich das Sprunggelenk gebrochen. Der behandelnde Arzt stufte den Bruch als sehr ernst ein – und riet zu einer Operation.

Gastritis mit Fieber

Das wollten wir allerdings nicht in Shanghai machen lassen. Sosehr wir der guten Versorgung in der Privatklinik vertrauten – eine Operation inklusive Nachsorge wollten wir lieber in der Nähe unseres Heimatortes in Berlin durchführen lassen. Deshalb riefen wir den ADAC an.

Mit dem ADAC Ambulanz-Service hatten wir schon zwei Jahre zuvor sehr gute Erfahrungen gemacht: Damals hatte unsere Tochter in Thailand eine schwere Gastritis mit hohem Fieber. Zwar erholte sie sich innerhalb weniger Tage in einer Klinik vor Ort, doch schon damals war die telefonische Beratung durch den Ambulanz‑Service äußerst hilfreich und sehr beruhigend.

Austausch der Ärzte

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Die wenigen Stunden in Shanghai nutzte die Familie zu einem Rollstuhl-Ausflug ins Disneyland© privat

Diesmal ging es aber um mehr: Wie sollten wir nach Hause kommen? Damals war der Luftraum über dem Iran bereits gesperrt, Flüge waren knapp. Meine mitfühlende Ansprechpartnerin beim ADAC Ambulanz-Service konnte mich aber beruhigen.

Sie übernahm die Organisation der Rückreise und kümmerte sich um Businessclass‑Flüge für meinen Mann und unsere Tochter. Die Ärzte in München setzten sich umgehend mit den Kollegen in Shanghai in Verbindung, stimmten die Behandlung ab und prüften die Reisefähigkeit meiner Tochter. Kurz darauf erhielt sie die entscheidende Bescheinigung: "fit to fly".

Glücklicherweise hatte sie keinen Gips, sondern eine Schiene bekommen. Denn unter den veränderten Druckverhältnissen in einer Flugzeugkabine kann ein eingegipstes Bein stark anschwellen. Die Schiene aber machte den Rückflug problemlos möglich.

Ins Flugzeug getragen

Die insgesamt recht kurze Wartezeit, bis uns der ADAC die konkreten Reisedaten für meinen Mann und Aurelia nennen konnte, überbrückten wir mit einer Visite in Disneyland. Dort gibt es tolle Rollstuhlangebote für eingeschränkte Besucherinnen und Besucher.

Später kümmerte sich der ADAC darum, dass wir vom Hotel zum Flughafen gebracht wurden und dort unbürokratisch durch alle Kontrollen und Checkpoints kamen, bis wir schließlich das Flugzeug erreichten.

Über die Gangway trug mein Mann Aurelia zu ihrem Platz, auf dem sie das Bein für den langen Flug ausstrecken und hochlegen konnte. Für meine zweite Tochter (3) und mich ergab sich zufällig die Möglichkeit, Plätze in derselben Maschine zu buchen. So schafften wir den Rückflug als Familie, das war schön.

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Bouldern geplant

Beim Umsteigen in Wien stand erneut der vom ADAC organisierte Rollstuhlservice bereit. Freundliche Service‑Mitarbeitende begleiteten uns zur nächsten Maschine. So wurde auch der Flugzeugwechsel völlig unkompliziert.

In Berlin wartete bereits ein Krankenwagen auf uns und brachte uns direkt ins Krankenhaus. Noch trägt meine Tochter einen Gips – aber bald wird Aurelia wieder bouldern können. Und natürlich auch wieder mit uns in den Urlaub fahren."