Sturz in Armenien: ADAC holt verletzten Motorradfahrer nach Hause

• Lesezeit: 4 Min.

Von Roman Breindl

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Ein Mann wird nach seinem Fahrradunfall ärztlich versorgt
Nach dem Sturz wird Josef W. in ein Medical Center im armenischen Eriwan gebracht© privat

Eine einzige Stufe genügte, um die lange geplante Motorradreise von Josef W. (69) abrupt zu beenden. In einem dunklen Treppenhaus in Armenien stürzte er so unglücklich, dass sein Oberschenkelmuskel komplett abriss. Wie der ADAC Ambulanz-Service ihn zurück nach Deutschland brachte, erzählt er hier.

"Unsere Motorradreise durch die Türkei, Armenien und Georgien hatten wir über Jahre geplant – mehrfach mussten wir sie verschieben. Im Frühjahr konnten wir endlich starten. Zu acht fuhren wir durch den Kaukasus und hatten Armenien bereits erreicht.

Am Morgen der Weiterreise checkten wir aus einem kleinen Hotel aus. Wegen eines Stromausfalls stand der Aufzug still, sodass wir unsere Ausrüstung durch ein stockdunkles Treppenhaus nach unten tragen mussten. Ich steckte bereits vollständig in der Motorradmontur: schwere Stiefel, Schutzkleidung, den Helm in der einen Hand, Gepäck in der anderen. Vorsichtig tastete ich mich Stufe für Stufe hinunter.

Bereits notdürftig verarztet: Josef W. im verhängnisvollen Treppenhaus© privat

Auf der letzten Stufe passierte es: Ich stürzte unglücklich. Im selben Moment hörte ich ein lautes Knallen und spürte einen Schmerz, als würde mir jemand ein Beil ins Bein schlagen. Mein Schrei muss im ganzen Hotel zu hören gewesen sein. Erst später stellte sich heraus, wie schwer die Verletzung war: Der Oberschenkelmuskel hatte sich am Knie vollständig abgerissen.

Notruf beim ADAC

Der Schmerz ließ zwar schnell etwas nach, doch ich konnte das Bein kaum bewegen. Noch im Liegen ließ ich mir von meinen Begleitern mein Gepäck bringen, suchte die Notfallunterlagen heraus und rief als ADAC Premium-Mitglied den ADAC Ambulanz-Service an. Dort wurde ich zunächst beruhigt und Schritt für Schritt begleitet.

Inzwischen hatte das Hotelpersonal einen Krankenwagen organisiert, der mich in ein nahe gelegenes Medical Center brachte. Dort wurde ich geröntgt, der Abriss des Oberschenkelmuskels diagnostiziert und mein Bein mit einer Schiene ruhiggestellt. Die Ärzte wollten mich sofort operieren – doch in diesem kleinen Krankenhaus wollte ich den Eingriff nicht durchführen lassen. Ich entschied mich für eine Verlegung nach Eriwan, rund vier Stunden entfernt.

Gute Versorgung in Eriwan

Die Privatklinik in Eriwan überraschte mich positiv: Die medizinische Versorgung war hervorragend. Ein Chefarzt untersuchte mich erneut, das Personal kümmerte sich aufmerksam um mich, und ich bekam ein Einzelzimmer. Unsere für diesen armenischen Teil gebuchte Reiseführerin besuchte und versorgte mich zusätzlich.

Parallel blieb ich in engem Kontakt mit meiner Familie in Deutschland. Gemeinsam mit dem ADAC organisierten sie alles Weitere. Ich übermittelte meine medizinischen Unterlagen an den ADAC. Die Ärzte in Deutschland stimmten sich kurzfristig und unbürokratisch mit den Kollegen in Armenien ab. Bereits kurze Zeit später erhielt ich die für die Fluglinie wichtige "Fit to fly"-Bescheinigung für den Rücktransport.

Mit Arzt: Begleiteter Rückflug

Ein Mann wird nach seinem Fahrradunfall in Armenien im Flugzeug heim geflogen
Josef W. konnte auf dem langen Rückflug sein Bein nicht abwinkeln. Daher buchte der ADAC drei Plätze für den verunglückten Motorradfahrer© privat

Vor dem vom ADAC gebuchten Flug wurde mein Gips geöffnet und so angepasst, dass er Spielraum für mögliche Schwellungen während des Flugs ließ. Schon am Tag vor der Abreise stellte sich ein deutscher Arzt bei mir vor, den der ADAC nach Eriwan geschickt hatte. Er überzeugte sich zusätzlich von meiner Transportfähigkeit.

Da ich das Bein nicht normal beugen konnte, hatte der ADAC im Flugzeug eine komplette Sitzreihe für mich organisiert. So konnte ich das verletzte Bein hochlagern. Der deutsche Begleitarzt überwachte während des knapp fünfstündigen Flugs kontinuierlich meine Vitalwerte.

Nach einer Zwischenlandung in Frankfurt erreichten wir schließlich München. Dort übergab mich der Begleitarzt an einen Krankenwagen, der mich direkt in die Unfallklinik Murnau brachte. In diesem Krankenhaus wurde ich bereits erwartet und schnell operiert.

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ADAC holt Motorrad

Auch um mein Motorrad hat sich der ADAC gekümmert – es stand noch immer am Hotel in Armenien. Für den Rücktransport musste ich noch eine notariell beglaubigte Erklärung für den armenischen Zoll vorlegen. Danach organisierte der ADAC den Transport zu meinem Motorradhändler in Deutschland. Ich bin sehr dankbar für die schnelle und professionelle Unterstützung – ohne den ADAC wäre das alles deutlich komplizierter geworden."