Brett trifft Knie: Surfunfall in Guadeloupe

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Vor dem Unfall: Alexandra Elatré (im Bild mittig, neben ihrer Schwester) und Aldo Russo
Vor dem Unfall: Alexandra Elatré (im Bild mittig, neben ihrer Schwester) und Aldo Russo © privat

Bei einem Surfkurs wollten Aldo Russo und Alexandra Elatré dem Alltag entfliehen. Doch dabei verletzte sich Alexandra am Knie – mit schwerwiegenden Folgen. Der ADAC Ambulanz-Service organisierte den Rücktransport aus Guadeloupe.

Mit seiner Frau Alexandra Elatré (im Bild mittig, neben ihrer Schwester) betreibt Aldo Russo (auf dem Foto links) in Freiburg das Café Mohrentopf. Da 60 Arbeitsstunden pro Woche keine Ausnahme sind, macht das Paar gerne größere Reisen als Ausgleich. „Wir sind sehr sicherheitsorientiert, darum habe ich auf eine ADAC Premium-Mitgliedschaft umgestellt, zu der ein weltweiter Auslandskrankenschutz gehört“, erzählt Aldo Russo. Was diese bei Bedarf leisten kann, hat sich dann im Januar 2021 auf Guadeloupe gezeigt.

Sturz im Meer vor Port-Louis

Die zu Frankreich gehörende Inselgruppe in der Karibik ist erklärtes Lieblingsziel des Paares. Alexandra Elatrés Vater stammt von dort und ihre Schwester lebt und arbeitet auf Grande-Terre. „Alle zwei Jahre versuchen wir, sie zu besuchen.“ Außer der Familie verbindet das Paar aber noch mehr mit dem Reiseziel: „Bei aller Vertrautheit gibt es immer noch Neues zu entdecken: wahnsinnig schöne Strände, Berge zum Wandern, authentische Lokale“, begeistert sich Aldo Russo.

Dieses Mal war ein Surfkurs für Anfänger am Strand von Port-Louis geplant. „Unser Kurs startete gut“, blickt er zurück. „Wir sind sogar recht bald zum Gleiten gekommen.“ Doch dann stürzte Alexandra Elatré von ihrem Brett und bekam es von der nächsten Welle gegen das rechte Knie geschleudert. Zum Glück waren die anderen nicht weit entfernt. „Wir haben sie laut schreien gehört und sie so schnell wie möglich aus dem Wasser geholt“, erinnert sich Aldo Russo. „Auftreten ging nicht, weil das Bein sichtlich verdreht war und sehr weh tat. Der per Handy gerufene Krankenwagen kam nach zehn Minuten. Sanitäter fixierten das Bein mit einer aufblasbaren Schiene und fuhren Alexandra in die Klinik.“

Blick auf die weite Bucht und die Stadt von Guadeloupe Terre de Haut der gleichnamigen Insel.  © iStock.com/NAPA74

Fraktur erweist sich als sehr kompliziert

Nach langem Warten in der Notaufnahme bekam Alexandra Elatré die Diagnose, dass das Röntgenbild auf eine Fraktur des Tibiakopfes hindeute; ein stabiler Gips von den Zehen bis zum Oberschenkel sollte den gebrochenen Knochen fixieren. Auf diese Weise erstversorgt, durfte Alexandra Elatré unter starken Schmerzen in einem gemieteten Rollstuhl das Krankenhaus verlassen. Zu den nächsten notwendigen Schritten bekam sie von den Ärzten nur vage Informationen.

"Zum Glück hatte ich kurz nach dem Unfall den ADAC Ambulanz-Service verständigt. Sonst hätten wir erst mal nicht weitergewusst. Das hilfsbereite Team in der Münchner Zentrale übernahm alles Weitere", sagt Aldo Russo. "Bald meldete sich eine deutsche Ärztin bei mir. Sie vermutete, dass mehr als der Tibiakopf in Mitleidenschaft gezogen sein könnte, und riet uns, möglichst schnell nach Deutschland zurückzureisen, um das Bein dort genau untersuchen zu lassen." Ein Vorschlag, den das Paar dankbar annahm.

Der ADAC Ambulanz-Service organisierte den Rückflug nach Deutschland. © iStock.com/anouchkai

Entlastung in der Not

Bis zum Flug vergingen pandemiebedingt noch vier Tage. Um die komplette Organisation des Rückflugs und die Übernahme der Krankenhauskosten kümmerte sich unterdessen der ADAC Ambulanz-Service. Mit Tickets erster Klasse ging es für beide – Aldo Russo sitzend, Alexandra Elatré halb liegend mit hochgelagertem Bein – schließlich 6750 Kilometer weit mit der Air France nach Paris, wo schon ein Krankentransportwagen für die Weiterfahrt in die Freiburger Uniklinik wartete.

Bei der OP bestätigte sich der Verdacht der Ärztin: Außer der bekannten Fraktur mussten auch ein Meniskus- und ein Kapselriss dreieinhalb Stunden lang operiert und zwei Platten sowie neun Schrauben eingesetzt werden. Auf zehn Tage Krankenhausaufenthalt folgte ein monatelanger Heilungsprozess mit Gehhilfen, Mobilisierung auf einer Elektroschiene, stufenweiser Belastung des Beins und regelmäßiger Physiotherapie.

Erst in Deutschland zeigte sich das wahre Ausmaß der Verletzung. © privat

Zwei Narben als Erinnerung

"Der damalige Corona-Lockdown war in unserer Situation Glück im Unglück", resümiert Aldo Russo. "Unser Café war deswegen geschlossen, sodass sich Alexandra nach der OP auskurieren konnte." Mittlerweile floriert ihr Lokal mit Mittagstisch, selbst gebackenem Kuchen und gefragtem Catering wie früher und Alexandra steht mit beiden Beinen wieder fest im Leben. An den Unfall erinnern zwei lange Narben an ihrem Knie. Und die eingesetzten Platten, die der 37-Jährigen bald entfernt werden sollen.

"Wir waren im Frühjahr in Thailand. Dort bin ich deutlich vorsichtiger als zuvor Roller gefahren", verrät Aldo Russo. Sollte dennoch erneut etwas auf Reisen passieren, vertraut er auf die Premium-Mitgliedschaft des ADAC: "Es hätte nicht besser laufen können. Alles wurde optimal geregelt, jede Rechnung anstandslos übernommen. Zu Hause in Freiburg bekam meine Frau sogar einen Anruf der Ärztin, die wissen wollte, wie es ihr geht."

"Eine Premium-Mitgliedschaft war für uns die beste Investition", ist er überzeugt. "Nichts im Vergleich zu den Kosten, die bei einem Unfall im Ausland entstehen können. In Alexandras Fall wären das inklusive vorzeitigem Rücktransport Tausende von Euro gewesen."

Text: Antoinette Schmelter-Kaiser