Beinbruch in Slowenien: ADAC fliegt Urlauberin nach Hause
Von Redaktion

Der Urlaub in Slowenien endet für Jana G. und ihren Mann abrupt: Sie stürzt von der Dachbodentreppe und landet mit einem offenen Trümmerbruch am Bein im Krankenhaus. Die 58-Jährige erzählt, wie der ADAC sie nach Hause flog.
"Mein Mann und ich fahren mit unserer Hündin Luna so oft wie möglich in unser Ferienhaus in Slowenien. Dort wollte ich, wie sonst auch, etwas vom Dachboden holen. Auf dem Weg nach unten stürzte ich von der Klapptreppe auf den Fliesenboden. Mein Bein muss sich irgendwo an der Treppe verhakt haben. Mir ist bis heute unerklärlich, wie das passieren konnte. Ich verspürte einen heftigen Schmerz in meinem rechten Bein.
Als ich hinschaute, sah ich einen offenen Bruch am Unterschenkel. Sogar Knochenstücke lagen neben mir. Ich war entsetzt. Mein Mann, der früher als Traumatologe und Unfallchirurg arbeitete, rief sofort den Rettungsdienst. Die Sanitäter trugen mich aus der ersten Etage runter und fuhren mich mit Blaulicht ins Krankenhaus. Der Bruch sah so schlimm aus, dass sogar die Ärztin erschrak. Nach den Untersuchungen stand fest, dass der Unterschenkel zertrümmert war.
Angst vor einer Amputation

Mein Mann drängte auf eine schnelle Behandlung. Nach dem Röntgen wurde ich operiert und bekam ein äußeres Haltesystem (Fixateur), das Knochen durch Schrauben und Drähte stabilisiert. Am folgenden Tag überbrachte mir ein Arzt die nächste besorgniserregende Nachricht: Bei der Verletzung wurde das Gewebe schwer beschädigt. Sie konnten in dem Krankenhaus das Bein nur noch amputieren.
Es gab die Möglichkeit, in ein Krankenhaus in Ljubljana verlegt zu werden. Doch für mich war klar: Ich musste zurück nach Deutschland, da die Behandlung vor Ort nicht den modernen Behandlungsmethoden entsprach. Der Arzt sagte mir, ich müsse unbedingt innerhalb der nächsten drei Tage versorgt werden. Das machte mir große Angst, noch nie fühlte ich mich in einem Krankhaus so fremd wie dort.
Dazu kam die Sprachbarriere, die die Kommunikation mit dem Krankenhauspersonal erschwerte. Außerdem gab es nur eine Stunde Besucherzeit. So konnte ich meinen Mann und meine Kinder, die direkt angereist kamen, nur wenig sehen.
Meine Familie rief schnell beim ADAC Ambulanz-Service an. Glücklicherweise haben wir seit Jahren die Premium-Mitgliedschaft beim ADAC.
Gut betreut im Ambulanzjet
Die Münchner Ärzte nahmen mit dem Krankenhaus Kontakt auf und tauschten sich aus. In nur zwei Tagen organisierte der ADAC meinen Heimflug. Ich hatte das Gefühl, in guten Händen zu sein. Mit einem Krankenwagen wurde ich liegend auf das Rollfeld des Flughafens in Triest gefahren. Vor dem ADAC Ambulanzjet nahm mich die medizinische Crew in Empfang und versorgte mich die gesamte Reise gut. In Berlin angekommen, kam ich mit einem weiteren Krankentransport in die Klinik.
Rettung im Berliner Krankenhaus
Am nächsten Tag wurde ich das zweite Mal operiert. Die Ärzte entfernten eine handgroße Fläche beschädigtes Gewebe und transplantierten neues von meinem linken Oberschenkel. Außerdem wurde mir der Fixateur neu anbracht, da der Fuß sich in einer Fehlstellung befand. Mein Bein war gerettet! Das war eine riesige Erleichterung für mich.
Wiedersehen mit Hündin Luna

Unsere Lagotto-Romagnolo-Hündin Luna hatte ich fast vier Wochen nicht gesehen. Als ich jetzt im Rollstuhl nach draußen durfte, konnte ich sie endlich wieder auf den Schoß nehmen. Das war ein unbeschreiblich schönes Gefühl.
Auf dem Weg zur Besserung
Leider ist mein Aufenthalt im Krankenhaus noch nicht vorbei. Insgesamt habe ich sechs Operationen hinter mir und weitere werden folgen. Außerdem muss ein fehlendes Stück meines Knochens nachwachsen. Inzwischen darf ich aber mit einer Schiene etwas auftreten. Das Wichtigste ist, dass ich mein Bein behalten konnte, und das habe ich dem ADAC und dem Unfallkrankenhaus Berlin zu verdanken."
Text: Zoe Wallraff